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Die Zielperson: Jemand, von dem wir etwas wollen.
von Malte Altenbach
Marketing- und
Corporate Communications der Unternehmen, Öffentlichkeitsarbeit der
Nonprofit-Institutionen und Interne Kommunikation kosten Geld. Dafür
muss die bezahlte Kommunikation etwas bringen.
Ziel dessen, was
wir unter Kommunikation verstehen, ist immer ein Tausch. Fragt sich, wer
hier was nimmt und gibt. Paul Watzlawick hat hierzu eine Art Gesetz
formuliert: „Eine Beziehung ist durch die Interpunktion der
Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt“. Wer setzt wo in der
Kommunikation die Punkte und die Kommas? Im Hin und her zwischen
Ehepartnern oder Staaten geht es oft darum, wer den Ehekrach oder den
Krieg angefangen hat. In Marketing und Werbung ist die Interpunktion auf
den ersten Blick eindeutig: Der Käufer will etwas, der Verkäufer bietet
es. Das ist moderne Marketing-Philosophie, und es ist richtig, aber es
findet sich nicht in der aktuellen Werbetheorie wieder. Der 180°-Dreh in
unserem neuen Denken ist eine neue Interpunktion für die bezahlte
Kommunikation. Damit ist die übliche, behavioristische
Sender-Empfänger-Interpunktion aufgehoben.
Noch richtiger ist
eine Interpunktion, die sich beim zweiten Blick ergibt: Wir sind es, die
von unserer Zielperson etwas wollen, und die ihr etwas dafür bieten
müssen. Wenn wir Kommunikation machen oder machen lassen, sollten wir
das immer im Kopf haben.
Zielperson ist
also jemand, von dem einerseits wir etwas wollen, der andererseits von
uns etwas will, und dem wir folglich etwas bieten müssen. Die neue
Geben-Nehmen-Interpunktion führt zu einer Frage, die so gut wie nie
gestellt wird: Wer ist für uns keine Zielperson?
Keine Zielperson
ist jemand, von dem wir etwas wollen, dem wir aber nichts bieten können.
Keine Zielperson
ist jemand, der von uns nichts will, obwohl wir ihm etwas bieten können.
Etwa weil er zu starke Vorurteile uns gegenüber oder zu schlechte
Erfahrungen mit uns hat.
So jemanden mit
Werbung etc. gewinnen zu wollen, wird teuer. Der Aufwand wächst mit dem
Widerstand, den es zu überwinden gilt. Irgendwann fallen diese Leute als
Zielpersonen aus.
Wer ist Zielperson? Wer nicht? Wer beides kennt, spart Geld bei denen,
um die es nicht geht, und macht bessere Kommunikation bei denen, um die
es geht.
Die Summe
derjenigen, um die es uns geht, ist die Zielgruppe – eine Anzahl von
Leuten, in Marketing und Werbung auch Markt genannt. Brauchbare Wörter
für Kaufleute und Mediaplaner. Tödliche Wörter für die Gestalter.
Niemand fühlt sich angesprochen, wenn er als Gruppe angesprochen wird.
Wir kommunizieren mit Personen, nicht mit Gruppen. Wir benutzen dafür
Massenmedien, aber unsere Kommunikation ist persönlich.
Was kommt zuerst:
Die Person, auf die wir unser Ziel ausrichten? Das Ziel, das wir bei
dieser Person erreichen wollen? Henne oder Ei?
In vielen
Kommunikations-Konzepten kommen zuerst die Ziele. Es empfiehlt sich,
Ziele auf Personen auszurichten: Zuerst die Zielgruppe, dann die Ziele.
Wer mehr als eine Zielgruppe anspricht, kann gar nicht anders. Ein
gemeinsames Ziel für Großhändler und Endabnehmer oder für Spender und
Mitglieder wäre ein zu kleiner gemeinsamer Nenner, um daraus
Kommunikation zu machen.
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