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Wachstumsmanagement
und die 5 Phasen des Wachstums
von
Oliver Recklies
Warum
Wachstum?.
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These.
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Greiners
5 Phasen der Unternehmensentwicklung.
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Ausblick.
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In
der westlichen Geschäfts- und Wirtschaftswelt hatte man zwischenzeitlich
vergessen, was Wachstum heißt. Lean Management und Downsizing waren die
strategischen Denkrichtungen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Hinzu kam
eine Abkehr vom Synergieeffekt (oder besser: vom Streben nach den nur schwer
erzielbaren Synergieeffekten in stark diversifizierten Unternehmen) und
Konzentration auf die sogenannten Kernkompetenzen. Das bekannteste Beispiel dafür
ist der ehemalige Daimler-Konzern. Während E. Reuter in den 80er Jahren
bestrebt war, Daimler zu einem Technologie-Konzern umzustrukturieren (man
beachte: eines der damaligen vorherrschenden Managementmodelle war der
Synergieeffekt), konzentriert sich J. Schrempp heute auf die eigentliche
Kernkompetenz des Unternehmens den Fahrzeugbau. Dabei ist die Fokussierung
auf Kernkompetenzen (engl. Core competencies) seit spätestens Mitte der 90er
Jahre DAS Modell im Unternehmensmanagement.
Erst
durch die verstärkte globale Orientierung von Unternehmen (Erreichen und
Fortsetzen der Erzielung von Massen-Effekten (economies of scale) und durch das
Bestreben von zahlreichen Neugründungen, einen hohen Marktanteil in ihrem Geschäftsfeld
zu erreichen, ist Wachstum wieder in die strategische Denkrichtung des
Unternehmensmanagements eingeflossen. Dabei kann Wachstum durch internes größer-werden
(z.B. in Bezug auf Umsatz, Bilanzvolumen, Mitarbeiteranzahl) oder durch den
Erwerb bzw. die Fusion mit einem anderen Unternehmens erzielt werden.
Frage:
Kann das Unternehmenswachstum beliebig beschleunigt werden? Diese Frage drängt
sich auf, betrachtet man die Business Pläne von Internet-Start-ups, die
(angestrebten) Zeitspannen von der Gründung bis zur Notierung an der Börse und
die aktuellen Probleme am Neuen Markt. In 10 Monaten soll der Börsengang
erfolgen war eine Anfang 2000 getroffene Aussage einiger Start-ups. Dies war
ein angestrebter Wunsch von zwei Gruppen: a) dem Venture Capital Geber (um eine
entsprechende Verzinsung seines übernommenen Risikos zügig zu erhalten) und b)
des Gründerteams (i.d.R. auch das Management; um ein adäquates Entgelt für
die Geschäftsidee und die mit ihr verbundenen Lasten zu erhalten). Ich lasse
hier bewusst die Management-Teams aus, die zügig zur Börsennotierung
schritten, um Kasse zu machen. Fraglich ist, ob in einem solch kurzen
Zeitraum bestimmte, später zu erläuternde Phasen, durchschritten werden können,
um das Unternehmen weiterzuentwickeln.
Das
Unternehmenswachstum kann beschleunigt werden aber nicht unendlich. Heute
gegründet und morgen an der Börse das geht aus praktischen Gründen schon
nicht. Die Frage ist vielmehr, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Unternehmen
vom 5-Mann Start-up zu einem Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern
entwickeln kann.
Wenn
Unternehmen wachsen, verändern sich in ihnen bestimmte Sachverhalte und
Prozesse. Führung und Kommunikation verändern sich, wobei die Auswirkungen
auch davon bestimmt werden, in welchen Bereichen oder Faktoren (z.B. Anzahl der
Mitarbeiter) das Wachstum am stärksten ausgeprägt ist.
Im
Laufe des Wachstum durchschreitet ein Unternehmen verschiedene Phasen der Größe
und des damit verbundenen Organisationsgrades. Greiner unterscheidet dabei 5
Phasen:

Jung
Reif
Alter der Organisation
Betrachtet
man nun die einzelnen Phasen im Unternehmenswachstum detailliert, wird deutlich,
welche Probleme bei der Komprimierung / Beschleunigung des Wachstumsprozesses
auftreten: Innerhalb der jeweiligen Krisen und Revolutionsabschnitte setzt im
Unternehmen ein Lern- und Veränderungsprozess ein, der Zeit kostet und nicht
auf 0 gesetzt werden kann.
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Phase
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Wachstum
durch
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Krise
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Kreativität:
Alle machen alles und alle wissen auch alles, viele Diskussionen und
gegenseitiges Informieren. Mit einem gewissen Wachstum setzt in dieser
Phase eine Überlastung der Beteiligten ein.
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Überlastung
und Belastung durch fehlenden Unterscheidung von wichtigen und
unwichtigen Sachverhalten, Organisations- und Führungsstrukturen sind
nicht oder nur schwach ausgeprägt.
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2
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Anweisung:
Bestimmte Sachverhalte werden jetzt an andere per Anweisung abgegeben,
wobei die Kontrolle und Anweisung noch zentralisiert ist.
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Belastung
der Entscheider durch Kontrolle und Probleme (z.B. im Bereich der
Motivation) durch die fehlende Autonomie der Ausführenden.
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3
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Delegation:
Teilbereiche bzw. Aufgaben werden in ihrer Gesamtheit (Aufgabe,
Verantwortung und Kompetenz) abgegeben und von anderen erledigt. Die
einzelnen Bereiche und Abteilungen fangen an, ein Eigenleben zu
entwickeln.
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Aufgaben
werden mehr abteilungsbezogen gelöst, als den Gesamtzustand des
Unternehmens zu berücksichtigen. Teilweise fehlt eine Ausrichtung aller
Aktivitäten, im Extremfall arbeiten Abteilungen gegeneinander.
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4
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Koordination:
Die Projekte und Aufgaben der einzelnen Unternehmensbereiche werden
koordiniert und aufeinander abgestimmt.
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Die
Abstimmungsarbeiten führen zu einem hohen bürokratischen Aufwand. Die
Reaktionsfähigkeit des Unternehmens auf Marktveränderungen verzögert
sich durch die übertriebenen Abstimmungen.
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5
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Zusammenarbeit:
Die Teilbereiche des Unternehmens arbeiten effizient zusammen.
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?
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Jede
der Evolutions- und Revolutionsphasen ist dabei durch unterschiedliche
Erfahrungsprozesse geprägt. Am Anfang einer Phase funktionieren die Prozesse im
Unternehmen. Ihr folgt eine Entwicklung, welche die Situation verschlechtert und
i.d.R. bis (die wenigsten Unternehmen leiten vorher wirkliche Veränderungen
ein) zu einer für die Beteiligten unakzeptablen Situation führt. Erst wenn
diese erreicht ist, werden die notwendigen Veränderungen eingeleitet. Diese müssen
umgesetzt und ggf. modifiziert werden, um wieder einen optimalen Zustand (in
Bezug auf die aktuelle Situation) herzustellen.
Dies
bedeutet, dass alle Beteiligten diese Lern- und Entwicklungsphasen durchlaufen.
Ein Unternehmen, das am Jahresanfang 10 Mitarbeiter hat und am Jahresende 250,
muss innerhalb von 12 Monaten ca. 3 Phasen durchlaufen. Ob da alle Prozesse und
Strukturen (einschließlich der Führungsfähigkeiten des Managements)
mitkommen, ist mehr als fraglich. Die Auswirkungen von solch rasantem Wachstum
auf die Kostenstrukturen sind aufgrund der o.a. Koordinationsprobleme
ebenfalls beachtlich. Nicht umsonst sind einige der ambitioniert gestarteten
Internet-Start-ups an ihren Kostenstrukturen zugrunde gegangen.
Nach
einer Studie von Bain & Company gelingt
es nur einer von 7 Unternehmen, ein profitables und nachhaltiges Wachstum zu
erzielen.
Weiterhin
ist zu beachten, dass Wachstum allein noch keinen Shareholder-Value erzeugt,
sondern dieser nur durch Profite entsteht. Auch ist die Unternehmensgröße kein
Bestimmungsfaktor für Wachstum. Entscheidend für das Unternehmenswachstum sind
hingegen die folgenden Faktoren:
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Die Fähigkeit des Unternehmens, die
wirklich ertragsstarken Kern-Geschäftsbereiche zu identifizieren und nicht aus
den Augen zu verlieren.
·
Eine andauernde Auseinandersetzung
mit den Unternehmenseigenschaften die dabei helfen, die Kern-Geschäftsbereiche
zu stärken und auszunutzen.
·
Die Fähigkeit des Unternehmens, Veränderungen
in der Umwelt schnell zu erkennen und darauf zügig zu reagieren.
·
Das Unternehmen verfügt über
Prozesse, um der Organisation innewohnende Hemmschuhe (in Bezug auf Wachstum) zu
umgehen bzw. zu eliminieren
©
Oliver Recklies, Dezember 2000 |