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<< Teil 1 <<
Das Erste
zuerst
Das Erste, was Sie
sich merken sollten, ist die Tatsache, dass Twitter der Beginn einer
langen und möglicherweise intensiven Kommunikation mit Ihren Kunden und
Ihrer Zielgruppe ist.
Natürlich ist es ein
schnelles und flüchtiges Kommunikationsmedium; die Kommunikation, die
Sie damit aufbauen und pflegen, wird aber wesentlich nachhaltiger und
langlebiger sein. Twitter bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Ihre
persönliche Botschaft und die Ihres Unternehmens zu transportieren. Sie
sollten die Vorteile, die sich daraus für Sie ergeben, allerdings immer
in einer langfristigen Beziehung sehen. Es dauert eine Weile, dafür hält
es auch. Wie im „richtigen Leben“…
Es liegt mir wirklich
am Herzen, dass Sie es richtig angehen. Nicht zuletzt deswegen, weil Sie
im Internet nichts ungeschehen machen können, wovon Sie sich später
vielleicht dis-tanzieren wollen.
Steigen Sie also auf
keinen Fall mit der Brechstange in diesen Kommunikationsprozess ein,
sonden dafür mit einem gerüttelt Maß an Fingerspitzengefühl für den
Aufbau und den Sinn einer solchen Beziehung.
Wenn Sie bereit sind, Zeit in die Konversation mit
Ihren „Followern“ zu investieren, werden Sie mit hoher
Wahrscheinlichkeit mit positiven Auswirkungen auf Ihr Business und Ihren
Umsatz belohnt werden.
Falls Sie jedoch hauptsächlich über sich und Ihr
Unternehmen oder Ihre Marke twittern wollen, befürchte ich, dass die
Wirkung größtenteils verpuffen wird. Denken Sie mal über Folgendes nach
…
Sie haben doch bestimmt einen Nachbarn. Einen, den Sie
ab und zu am Hausbriefkasten treffen oder über den Zaun sehen, wenn Sie
morgens in Ihr Auto steigen. Jetzt stellen Sie sich mal vor, wie ätzend
es wäre, wenn dieser Kerl jedes Mal, wenn Sie ihn treffen, ankommen
würde und versucht, Ihnen eine seiner tollen Versicherungen zu
verkaufen.
Es scheint sein Lebensziel zu sein ständig will er
Ihnen seine Versicherungen andrehen und kann über nichts anderes reden.
Dazu kommt auch noch, dass er nicht der Typ ist, der auch nur die
geringste Chance ungenutzt lässt, einen Abschluss zu machen. Sie kommen
überhaupt nicht zu Wort und Sie haben ihn auch nie ein einziges Wort
über etwas anderes als Versicherungen reden hören.
Wie lange dauert es wohl, bis Sie irgendwie vermeiden,
Ihrem Nachbarn über den Weg zu laufen?
Wahrscheinlich nicht sehr lange und Sie beginnen, ihn
zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Und nicht nur das;
höchstwahrscheinlich werden Sie auch Ihre anderen Nachbarn davor warnen
und ihnen empfehlen, sich von diesem Typen fernzuhalten, der will
schließlich nur Versicherungen verkaufen.
Also?
Was hat nun ein nerviger Nachbar mit Ihnen, mit Ihrem
Business und mit Twitter zu tun? Tja, dieser Nachbar ist nur ein
einzelner. In sozialen Netzwerken wie Twitter gibt es davon mehr als
Ihnen lieb ist.
Es gibt Unmengen von Typen und Unternehmen, die
glauben, das Einzige, worüber sie reden können oder sollten, seien sie
selbst. Und falls sie einmal nicht versuchen, Ihnen etwas anzudrehen,
erzählen sie Ihnen, wie großartig sie sind.
Ähnlich wie bei dem nervigen Nachbarn werden Sie nicht
zu Wort kommen und die „Kommunikation“ mit ihnen wird ziemlich schnell
ermüdend werden.
Sie wollen weder im richtigen Leben dieser Nachbar
sein, noch wollen Sie es bei Twitter sein, oder?
Auch wenn ich kein großer Freund von Regeln im
Internet im Allgemeinen und bei Twitter im Speziellen bin, kommt es dem
am nächsten, was ich für eine Regel halten würde. Für eine wichtige
Regel …
Seien Sie nicht der Typ Nachbar bei Twitter, mit dem
niemand etwas zu tun haben möchte!
Nichts bremst eine Konversation schneller aus als
jemand, der denkt, er sei das interessanteste Lebewesen, das man treffen
kann. Ihre Kunden oder Interessenten werden nicht nur aufhören, Ihnen
zuzuhören beziehungsweise Ihre Nachrichten zu lesen; sie werden sich
möglicherweise von Ihrem Unternehmen und Ihren Produkten abwenden. Für
immer.
Das ist wahrscheinlich nicht der Eindruck, den Sie
hinterlassen möchten, oder?
Es gibt eine deutlich beliebtere Art, sich bei seinen
neuen Twitter-Nachbarn vorzustellen und bekannt zu machen und vor allem,
mit ihnen eine angenehme und befriedigende Konversation zu führen.
Das wohl meist gelesenste Buch zu Social Media und Web 2.0 erscheint im
Februar 2010 in der 2. Auflage
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Der Autor
Wolfgang Hünnekens ist Gründer des Institutes of
Electronic Business (IEB), Managing Partner von Publicis Berlin sowie
Gastprofessor für Digitale Kommunikation an der UdK Berlin. Der
gebürtige Düsseldorfer ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.
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