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Was Marketingmanager von der Neuro-Psychoanalyse lernen
können
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Markenerfolg durch Neuro-Psychoanalyse
Marketing-, Kommunikations- und Vertriebsexperten können von Freuds
ganzheitlichem Persönlichkeitsmodell in vielfacher Hinsicht profitieren. Für
mich ist es ein multidimensionales Optimierungs-Werkzeug, das in sämtlichen
marketing- und markenstrategischen Bereichen, von Produktentwicklung bis
Branding, von Preispolitik bis Mergers&Acquisitions, von klassischer Werbung bis
Packungsgestaltung, von Investor Relations bis Sponsoring, von Internet- bis
Mobile Marketing, gewinnbringend eingesetzt werden kann. Zwei Beispiele (In
meinem Buch Power Brands & Brand Power sind viele andere aufgeführt):
Das Parfüm >Egoïste< von Chanel führte
lange unter einem anderen, unaussprechlichen Namen ein bedeutungsloses
Schattendasein. Erst der narzisstische, ICH-IDEALE Name und seine aus dem Rahmen
fallende Inszenierung machten aus dem duftenden Ladenhüter einen Blockbuster.
Langnese-Iglo brachte mit Hilfe der
Psychodrama-Technik das ICH-IDEALE Speiseeis >Cremissimo< auf den Markt und
konnte damit Marktführer Mövenpick vom Thron stoßen.
Das ICH-IDEAL als Maß aller Maße kann realistisch oder von kindlichen
Omnipotenzfantasien geprägt sein. Jedenfalls erleben wir in unserem ICH-IDEAL
allerlei Vollkommenheits- und Zukunftsvisionen, die unsere innigsten Wünsche,
auch Produktwünsche, erfüllen. (Eruierbar z. B. mittels Psychodrama, das
verschiedene Untersuchungsmethoden wie Tiefeninterview, Rollenspiel, Symbolik,
experimentelle Variation miteinander kombiniert.)
ICH-IDEAL ist zentraler Ansprechpartner, wenn es darum geht, den Markenwert zu
maximieren. Je besser eine Marke das narzisstische >inside out< des Konsumenten
verkörpert, desto höher kann das Preispremium ausfallen, das er zu zahlen bereit
ist. Den höchsten Wert erzielen Marken durch konsequentes ICH-IDEAL-Satisfactioning.
Was nicht heißt, die anderen drei Psychosysteme gänzlich zu vernachlässigen.
Gefüttert werden sollten sie im Sinne des psychischen Gleichgewichts alle, der
dickste Bissen aber gebührt dem narzisstischen Perfektionisten. Denn der lässt
die Kasse klingeln.
Neuro-Psychoanalyse und emotionale
Kompetenz
Kaum erwähnenswert, dass das Arbeiten mit dem neuropsychoanalytischen
Persönlichkeitsmodell die allseits beschworene emotionale Kompetenz, ich spreche
lieber von Empathie, durch die überhaupt erst eine Stellungnahme zu einem
anderen Seelenleben ermöglicht wird, der Marken- und Marketing-Verantwortlichen
verbessert.
Empathie als ein reflektierendes Sicheinfühlen und Eindenken in den komplexen
>Vierseelen-Haushalt< eines anderen Menschen ist eine unerläßliche Voraussetzung
für erfolgreiches Marketing in der heraufdämmernden Ära des konsequenten 1:1
oder Face-to-Face.
Reines Produkt-Marketing war gestern; heute und morgen zählt individuelles
Beziehungs-Marketing. Wer Beziehungen erfolgreich managen will, muss wissen, wie
sein Gegenüber tickt, was sich in seinem Hirn abspielt, welche Kräfte dort
wirken, wie man sie nutzt oder neutralisiert. Ohne neuropsychoanalytische
Grundkenntnisse nicht zu machen.
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Dass eine konsequent am quadrophonen Menschenbild
ausgerichtete Marken- und Unternehmensführung eo ipso davor bewahrt,
Kinder aus Entwicklungsländern als billige Arbeitskräfte auszubeuten, in
der Werbung >Bio< zu posaunen, wenn >Chemie< drin ist, oder andere
ethisch-moralische Verfehlungen zu begehen, muss im Angesicht des
omnipräsenten und omnipotenten Zuchtmeister- (ÜBER-ICH-) Korrektivs von
Kunden und anderen Stakeholdern ebenfalls kaum erwähnt werden.
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Plädoyer für eine
neue Beziehungs-Qualität im Marketing
Anno dazumal, im vergangenen Jahrtausend, als es noch einen Verkäufermarkt gab,
konnten Unternehmen nach Gusto drauflos produzieren und zu profitablen Preisen
anstrengungslos alles verkaufen, was die Maschinen hergaben.
Heute machen Globalisierung, Hyperwettbewerb, austauschbare Produkte,
fragmentierte Medienlandschaften, multioptionale Verbraucher und eine allseits
grassierende Geiz-ist-geil-Mentalität ein auskömmliches Einkommen bedeutend
schwerer. Trotzdem handeln viele Firmen immer noch so, als gäbe es einen
Verkäufermarkt und produzieren das, was sie technisch können, anstatt sich
konsequent auf das zu konzentrieren, was der Konsument haben will, was er
begehrt: das ICH-IDEALE Produkt eben. Dafür greift ein jeder gerne tiefer in die
Tasche, schließlich verspricht es narzisstische Befriedigung, erhöht das
Selbstwertgefühl und also die subjektive Lebensqualität. Empathie zahlt sich
allemal aus!
Empathisches Beziehungs-Marketing bedeutet auch, dass der potenzielle Kunde
bereits in die Produktentwicklung mit einbezogen wird. Nur so lässt sich
sicherstellen, das was ICH-IDEALES und damit Hochprofitables herauskommt.
Um das umsatz- und gewinntreibende ICH-IDEAL-Satisfactioning relativ kosten- und
ressourcen-sparend in die Praxis umzusetzen, könnte beispielsweise auf der
Firmen-Homepage eine Rubrik >Produktverbesserungs-Vorschläge< oder
>Neuprodukt-Vorschläge< eingerichtet werden, die allerdings aus
fertigungstechnischen Machbarkeitsgründen vorzustrukturieren ist. Darüber hinaus
muss sie grafisch ansprechen und intuitionslogisch aufgebaut sein, damit der
Kunde mit Lust und Leidenschaft bei der Sache ist. (siehe
http://mitsloan.mit.edu/vc/)
Kurze
Erläuterung Bildgebender Verfahren
Die
funktionelle
Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT) kann in einem Zeitfenster von wenigen
Sekunden Stoffwechsel-Veränderungen in bestimmten Hirnbereichen, die aufgrund
von Aktivität entstehen, lokalisieren und ermöglicht dadurch Echtzeit-Einblicke
in die Funktionsabläufe des Gehirns, vor allem in die Topografie von kognitiven
und emotionalen Vorgängen.
Führt der Proband beispielsweise eine bestimmte kognitive, sensorische oder
motorische Aufgabe durch, führt das zu lokalen neuronalen Erregungsprozessen.
Der damit verbundene lokal erhöhte Sauerstoffbedarf führt zu einem erhöhten
Zustrom an arteriellem Blut, was wiederum eine Erhöhung an Oxyhämoglobin zur
Folge hat. Dieser erhöhte Zustrom verursacht ein Auswaschen des paramagnetischen
Deoxyhämoglobins, wodurch die lokalen Signalverluste im MR-Bild verringert
werden und das MR-Signal lokal ansteigt. Dieser sogenannte BOLD-Effekt (Blood
Oxygenation Level Dependent) stellt somit ein indirektes, über die vaskuläre
Reaktion vermitteltes, Korrelat der neuronalen Aktivität dar.
Abbildung: Aktivierungen nach visueller Stimulation im dreidimensionalen
Schnittbild und auf der rekonstruierten Hirnoberfläche.

Quelle:
http://www.mrforschung.med.uni-goettingen.de/fmrt.htm
Multimodale Gehirnbildgebung mittels TMS
und fMRT
Durch die Kombination von funktioneller Kernspintomographie (fMRT) und
Transkranieller Magnetstimulation (TMS) können menschliche Gehirnvorgänge mit
hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung veranschaulicht werden. TMS kann
außerdem kausale Zusammenhänge zwischen der Hirnbereichsaktivität und dem
Verhalten des Probanden präzise aufzeigen.
Am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik bestimmt man mittels fMRT
zunächst die an der Lösung einer Verhaltensaufgabe beteiligten Hirnareale,
anschließend verwendet man die TMS zur genaueren Funktionsspezifikation dieser
Areale.
Die Forscher verwenden die fMRT-TMS-Kombination zur Untersuchung der
menschlichen visuellen Wahrnehmung sowie der online-Kontrolle von Bewegungen.
Ferner entwickeln sie ein optimiertes Setup zur TMS-Stimulation im MRT (sog. „interleaved
TMS-fMRI“). Diese recht neue Methode wird es erlauben, die Auswirkungen der TMS
auf die menschliche Gehirnaktivität unmittelbar mit Hilfe der fMRT darzustellen.
(http://www.kyb.tuebingen.mpg.de)
Die von dem amerikanischen Physiker A. M. Cormack und dem britische Ingenieur G.
N. Hounsfield 1972 entwickelte und im Laufe der Jahre kontinuierlich verbesserte
Computer-Tomographie (CT)
ist ein
computergestütztes Röntgenverfahren, das Querschnittsbilder verschiedener
Körperregionen liefert.
Durch die Röntgenröhre dringen die Strahlen je nach Untersuchungsbereich (Kopf,
Herz, Ganzkörper) von allen Seiten ein. Röntgenstrahlen, die das Gewebe
durchgelassen hat, werden von Detektoren als Signal empfangen, elektronisch
aufbereitet und an einen Computer zur Auswertung weitergeleitet. Der Computer
ermittelt die Differenz zwischen abgeschickter und empfangener Intensität des
Röntgenstrahls und kann über komplizierte Rechenvorgänge den relativen
Schwächungswert (entsprechend der Dichte des Gewebes) für jeden einzelnen Punkt
im durchstrahlten Gewebe berechnen. Diese Zahlen werden in Grautöne umgesetzt
und als Bild auf dem Bildschirm wiedergegeben.
Meistens wird dem Probanden ein jodhaltiges Kontrastmittel verabreicht, um die
visuelle Ergebnis-Qualität zu verbessern.
Bei einer CT-Untersuchung des Schädels ist der Patient Strahlen-Belastungen von
drei Milli-Sievert (abgekürzt mSv) ausgesetzt. Zum Vergleich: bei einer
Wirbelsäulenuntersuchung sind es sieben mSv und bei einer Untersuchung des
Bauchraumes 20 mSv.
Die Positronen-Emissions-Tomographie
(PET) gehört zu den so genannten nicht-invasiven Bildgebenden
Untersuchungsmethoden, bei dem wie bei den anderen beiden Verfahren die
Stoffwechselaktivität von Organen und Geweben dargestellt wird. Dem Probanden
wird zunächst ein gut abbaubarer Tracer (radioaktiv markierte Biomoleküle)
injiziert, der dann ins Hirn wandert und mit den natürlich vorkommenden Stoffen
um die Bindungspunkte an den Zielrezeptoren konkurriert.
Im Gegensatz zu anderen radioaktiv markierten Biomolekülen entstehen beim
Zerfall der Tracer nicht nur ein, sondern zwei „Energieteilchen“, die
gleichzeitig genau im Winkel von 180 Grad ausgesandt werden. Dieses Ereignis
wird mittels einer PET-Kamera im Scannerring, in dem der Proband liegt,
registriert. Durch die gleichzeitige Aufzeichnung beider Energieteilchen kann
die Linie, auf welcher der Zerfall stattgefunden hat, bestimmt werden.
Anhand aller Zerfallsereignisse berechnet ein mit der Kamera verbundener
Computer schließlich ein komplexes Bild der Tracerverteilung.
Literaturhinweise:
1. Bauer, J.: Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das
Geheimnis der Spiegelneuronen, Hoffmann und Campe 2005.
2. Damasio, A. R.: Descartes' Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn,
Ullstein 2004.
3. Gay, P.: Freud. Eine Biographie für unsere Zeit., Frankfurt/M (Fischer) 1997.
4. Halstenberg, V.: Power Brands & Brand Power. Wie erfolgreiche Marken
entstehen und wie sie erfolgreich bleiben, Berlin, Logos-Verlag 2005.
http://www.logos-verlag.de
5. Halstenberg, V.: Psychopatho-Logik. Kybernetik, Psychoanalyse, Kunst,
Kreativität, Daedalus-Verlag 2003.
http://www.volkerhalstenberg.blogg.de/
6. Interview mit Eric Kandel in: Spiegel special 4/2003: Die Entschlüsselung des
Gehirns.
7. Kandel, E. R.: Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes
(Suhrkamp Verlag 2007)
8. Seele und Gehirn. Ein Gespräch zwischen dem Neurobiologen Gerhard Roth und
dem Sozialpsychologen Harald Welzer, in: Die Zeit, 23. Februar 2006.
9. Maturana, H. R.: Biologie der Realität, Suhrkamp 2008.
10. Missildine, W. H.: In dir lebt das Kind, das du warst, 12. Aufl., (Klett-Cotta
1996)
11. Roth, G.: Aus Sicht des Gehirns, Suhrkamp-Verlag 2004.
12. Solms, M. et al.: Das Gehirn und die innere Welt: Neurowissenschaft und
Psychoanalyse (Patmos Verlag 2007)
siehe auch
www.neuro-psa.org.uk/npsa/
www.npsa-istanbul.com/eng/neuropsa.html
http://werbekommunikation.blogg.de/
http://brands.blogg.de/
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