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Teil 1 <<
Wie man Marken stark und begehrenswert macht
Marken müssen einfach zu verstehen sein, denn nur was wir verstehen, das kaufen
wir auch. Eine starke Marke kennt die Wünsche, Träume und Bedürfnisse ihrer
Zielgruppen und spricht deren Sprache. Und sie zeigt einen langen Atem.
Hektische Neupositionierungen, wie etwa bei der Zigarettenmarke Camel geschehen,
verwirren nur. Denn dann kann der Verbraucher nicht lernen, wofür die Marke
steht. Fan-Marken sind solche, zu denen der Verwender eine ganz besondere Beziehung
hat, eine freundschaftliche sozusagen – und blindes Vertrauen. Die in diesem
Sinne erfolgreichen Marken betrachtet der Verwender wie durch eine rosarote
Brille, so wie ein Verliebter, der nur die guten Seiten sieht und über kleine
Schwächen milde hinwegschaut. Die Amerikaner nennen solche Marken 'Lovemarks'.
Der Begriff wurde von Kevin Roberts, CEO der Werbeagentur Saatchi & Saachi
kreiert. Lovemarks sind Marken, die der Kunde heiß und innig liebt. Das beste Beispiel
dafür? Für mich ist es Apple. Apple will Produkte bauen, die so sexy sind, dass
sich die Leute darin verlieben. Nur so konnte es gelingen, dass eine Unmenge von
Apple-Fans die ganze Kommunikationsarbeit für das Unternehmen macht. Der Weg zur
Lovemark, sagt Roberts, geht so: Respekt aufbauen, seine Marke mit Geheimnis,
Sinnlichkeit und Intimität aufladen und eine Lovemark-Community gründen. Und das
Ergebnis? Loyalität jenseits der Vernunft. Sobald das geschieht, wird die
Konkurrenz bedeutungslos. Die Bausteine einer Marke
Marken brauchen einen ansprechenden 'Look', ein durchgängiges Erscheinungsbild,
einen ‚Schlachtruf‘ und ein unverwechselbares Symbol. Die Logos an unseren
Klamotten von heute – das sind die Brandzeichen der Rinder, die Orden der
Würdenträger, die Wappen der Städte und die Fahnen der Heere von früher. Mit
einem passenden Logo gehört man zum ‚richtigen’, also zum angesagten Stamm. So
kann man die ‚Wildfremden’ anderer Gruppen ausgrenzen oder sich von den weniger
Privilegierten abheben. Zu einer Marke beziehungsweise einem Corporate Design gehören (nicht zwingend): ein Zeichen (Logo) eine Bilderwelt eine Farbwelt ein Schriftbild ein Werbe-Slogan (Claim) eine eingängige Musik (Jingle) ein Maskottchen ein Dress-Code (Kleider-Ordnung) Ein Slogan ist eine kurze, prägnante Zusammenfassung der zentralen Botschaft
einer Marke. Er soll eingängig, leicht verständlich und kurz sein. Er will
Vorstellungsbilder im Kopf anregen, Emotionen bewirken, die Erinnerung wach
halten sowie das Wiedererkennen und damit auch das Wiederkaufen erleichtern. Ein
Slogan ist gut, wenn er den Kern der Marke auf den Punkt bringt, wie etwa so:
Red Bull verleiht Flüüügel. Die Mitarbeiter auf Markenversprechen einstimmen
Jedes Versprechen ist eine unbezahlte Schuld. Leider produzieren Werbeagenturen
sehr gerne vollmundige Werbeaussagen, ohne recht zu überlegen, wie sich diese im
wahren Leben einlösen lassen. Die Interaktion mit der Marke findet ja in vielen
Fällen über die Mitarbeiter statt (Behavioral Branding). Sie verkörpern die
Marke und geben ihr Stimme und Gesicht. Sie sind gleichzeitig Kommunikatoren,
Botschafter und Loyalisierer der Marke. Was das in der Umsetzung bedeutet, wird den Mitarbeitern oft viel zu wenig nahe
gebracht. So verspricht etwa die Lebensmittelmarke Rewe den Kunden, jeden Tag
ein bisschen besser zu sein. Nur: Im Rewe-Laden bei mir um die Ecke ist alles
wie eh und je. Das finde ich ernüchternd. Ja, so ist das nun mal: Bei
vollmundigen Werbebotschaften werden Erwartungen künstlich hochgeschraubt,
Enttäuschungen sind vorprogrammiert - und von den Mitarbeitern auszubaden. Und schlimmer noch: Im Leerraum zwischen Erwartung und erhaltener Leistung
werden aus Kunden flüchtende Kunden. Also: Lieber weniger versprechen und mehr
erfüllen. Vor allem aber muss im Vorfeld einer Kampagne mit den Mitarbeitern
gemeinsam erarbeitet werden, wie sie die aufkommenden Kundenerwartungen erfüllen
können – und wollen. Dann klappt’s auch mit der Kundentreue.
Die
Autorin:
Anne M. Schüller Management-Consultant und gilt als führende Expertin für
Loyalitätsmarketing. Sie hält Vorträge, Seminare und Workshops zum
Thema. Sie gehört zum Kreis der ‚Excellent-Speakers‘.
Kontakt:
www.anneschueller.de oder
www.loyalitaetsmarketing.com
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