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Ist CRM noch zu
retten? - Teil 3 von 3
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Schweigendes Wissen zum Sprechen
bringen
Wo steckt eigentlich bei Ihnen das so besonders wertvolle emotionale
Wissen über Ihre Kunden? In den Köpfen Ihrer Mitarbeiter oder in Ihren
Datenbanken? Verlässt Sie erst das Wissen und dann der Kunde, wenn die
Beziehungsmanager, also Ihre Mitarbeiter mit guten Kundenkontakten irgendwann
kündigen?
Emotionales Wissen ist 'schweigendes' Wissen, weil es in vielen Datenbanken eben
nicht zu finden ist, jedoch in ganz besonderer Weise die Einzigartigkeit einer
Kundenbeziehung ausmacht. Dabei geht es um den Menschen hinter der Adresse: Herr
Knieselbrink trinkt lieber grünen Tee als Kaffee; die Gattin heißt Brunhilde und
der nette kleine Rauhaardackel, der schon etwas in die Jahre gekommen ist, hört
(wenn überhaupt) auf 'Schluffi'; Herrchens Lieblingsmagazin ist der Spiegel und
mit unserer Frau Dotterweich kommt er am besten klar. Er isst gern italienisch,
segelt durch die Welt und hat Handicap 24 …
Ein Bild von Herrn Knieselbrink - er hat sich sehr über unsere Mühe um seine
Person gefreut und war mehr als einverstanden mit der Eingabe - ist auch
untergebracht. So reden die Mitarbeiter fortan mit einem Menschen, sobald sie
das Programm aufrufen, und nicht mit einem Datensatz. Sie sehen auch auf einen
Blick, wie oft durch seine Empfehlung bereits neue Kunden gewonnen wurden und ob
es schon Reklamationen oder sonstige Probleme gab. Das System verrät ihnen
ebenfalls, von welchem Service Herr Knieselbrink ganz besonders begeistert ist –
und was er gar nicht mag. Wichtig im BtoB-Geschäft: Auch als Unternehmer ist
Herr Knieselbrink vor allem ein Mensch.
Selbst wenn die Daten-Eingabe nicht immer die spannendste aller Tätigkeiten zu
sein scheint: Die Suche nach Zusatzdetails kann richtig Spaß machen. Vor allem,
wenn man daran Wochen- oder Monatsziele knüpft, wie zum Beispiel: Bei jedem
Gespräch wollen wir so ganz beiläufig eine zusätzliche Info finden, die wir
bisher noch nicht hatten. Und mit Blick auf eine Dauerbeziehung: Wie können wir
ganz systematisch Hinweise auf die Zukunftspläne unserer Kunden gewinnen und
sammeln?
Schulen und involvieren
In punkto Schulungen werden bei der Einführung eines neuen CRM-Systems die
meisten Fehler gemacht. Oft wurde es teurer als gedacht oder der Roll-out
dauerte länger als geplant, und gespart wird dann – an den Schulungen. "Die
werden sich das schon selber beibringen", heißt es daraufhin, und weiter: "Die
sollen sich gefälligst untereinander helfen!" So werden Projekt- und
Managementfehler auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen. Und diese bedanken
sich dafür, indem sie immer mal wieder ihr Verhinderungspotenzial einsetzen. Und
das bleibt lange unbemerkt …
Oder die falschen Leute
schulen. Ein EDV-Profi ist nicht unbedingt ein pädagogisch geschickter
Vermittler von neuem Wissen. Und nicht jeder Inhouse-Trainer ist ein
Computer-Held. Manche einfachen Mitarbeiter dagegen würden liebend gerne
Mini-Schulungen durchführen und sich damit weiterentwickeln – dürfen es aber
nicht.
Die Mitarbeiter sollen nicht nur die Datenbank-Technik immer besser beherrschen
lernen, sondern vor allem die Chancen der Anwendung erkennen - und im Sinne
eines Return on CRM-Investment unternehmerisch nutzen. "Seit wir das neue
Programm haben, komme ich manchmal schon um sechs Uhr morgens zur Arbeit. Soviel
Spaß macht das", sagte mir einmal Sabine Bauer vom Hotel Schindlerhof in
Nürnberg. Sie kann das Programm aktiv mitgestalten und ein wechselndes
Kampagnen-Management selbständig kreieren. So sieht sie den unmittelbaren Erfolg
ihrer Arbeit, kann diese optimieren und motiviert die nächsten Schritte tun.
Der beste Anreiz für eine exzellente Arbeit heißt schließlich Erfolg. Gute
CRM-Systeme müssen also einen schnellen Erfolg ermöglichen. Das ultimative Ziel:
profitable Geschäftsbeziehungen, dauerhafte Kundenloyalität und jede Menge
Empfehlungsgeschäft.
Die Autorin:
Anne M. Schüller
ist Management-Consultant und gilt als führende Expertin für
Loyalitätsmarketing. Über 20 Jahre hat sie in leitenden Vertriebs- und
Marketingpositionen verschiedener Dienstleistungsbranchen gearbeitet und
dabei mehrere Auszeichnungen erhalten. Die Diplom-Betriebswirtin und
siebenfache Buchautorin gehört zu den besten Wirtschafts-Speakern im
deutschsprachigen Raum. Sie arbeitet als Referentin und Trainerin und lehrt
an mehreren Hochschulen. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der
Wirtschaft. Kontakt:
www.anneschueller.de
Seminar zum Thema:
Am
19. 11. 2007: ganztägiges Seminar 'Zukunftstrend Kundenloyalität' in
Frankfurt. Veranstalter: Management Forum Starnberg. Infos und Anmeldung:
info@anneschueller.de
Details zu der
Veranstaltung finden Sie
hier.
Literaturhinweis:
Anne M. Schüller, Gerhard Fuchs: Total Loyalty Marketing
Mit
begeisterten Kunden und loyalen Mitarbeitern zum Unternehmenserfolg
4. aktual.
Auflage, Gabler 2007, 39,90 Euro, ISBN: 978-3-8349-0598-7
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