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Unordnung Die bisher erfolgreich abgewickelten Kundenprojekte haben einen Variantenreichtum und Sonderlösungen hinterlassen, die im Hinblick auf den Erfolg der Projekte als Plattformen und wiederverwendbare Module kommuniziert werden. Die Realität jedoch zeigt sich als höchst komplexe Technologielandschaft, die auf divergierende Ergebnisse einer Vielzahl von Projektteams und die Verfolgung unterschiedlicher Roadmaps zurückzuführen ist.
Fehlende Komponenten in Technikplattformen und Lücken in der Systemarchitektur erfordern einen hohen Sanierungsaufwand. Qualitäts-, Fehler- und Nacharbeitskosten werden meist nicht verursachungsgemäß erfasst und verhindern so eine wirtschaftliche Entscheidung. Trotzdem ist die heutige Verwendung dieser Plattformen aus früheren Projekten unentbehrlich, da nur auf diese Weise innerhalb kurzer Realisierungszeiten möglichst schnelle und preiswerte Ergebnisse erzielt werden können.
Der alternative Lösungsansatz zielt auf das erste der „5 S“, bekannt aus den Verbesserungsprogrammen. Dieses erste „S“ steht für Aufräumen (Seiri) und soll eine wirtschaftliche Basis zur Einführung neuer Technologien erzeugen. Die bisherigen Technologien müssen auf den Prüfstand:
Durch ein schrittweises Vorgehen mit klaren Prioritäten können heutige Schwachstellen saniert werden, notfalls auch mit Ersatztechnologien. Dabei gilt, dass Systeme vorab im Probebetrieb zu testen sind und sie zumindest parallel laufen müssen. Die Methoden und Werkzeuge für die Umsetzung der neuen Technologien und für deren Erprobung werden zentral vorgegeben.
Inkompetenz Die Ursache dieses Problems sind unterschiedliche Sichten auf dieselbe Technologie und die Tatsache, dass diese Unterschiede bei der Diskussion nicht berücksichtigt werden. Mangels Wissen werden die Fakten unterschiedlich interpretiert und kommuniziert. An die Stelle der Sachdiskussion tritt so vielfach eine diffuse Diskussion, die sich in die einzelnen Fachbereiche hinein verbreitert.
Viele Entwickler und Produktionsmitarbeiter sind damit beschäftigt, vorhandene Technologien aufwändig zu pflegen und am Leben zu halten. Marktgängige Lösungen werden mit viel Aufwand noch einmal entwickelt und Fehlentwicklungen werden zu spät erkannt, aber dennoch konsequent zu Ende geführt.
Weiterbildung im Sinne eines erfolgsorientierten Projektmanagements bedeutet, dass die am Projekt beteiligten Mitarbeiter und die Führung die gleiche Sicht auf die Dinge haben, das gleiche Verständnis der Technologien und des Umsetzungsprozesses teilen. Für alle neuen technologischen Herausforderungen werden zeitlich begrenzt, Expertenteams für das Lösungskonzept zusammengestellt. Eine Topkraft wird als Führungsspitze benannt und ein bei Managern und Fachkräften gleichermaßen anerkanntes Projektteam sorgt für gegenseitiges Verständnis auf beiden Ebenen. Maßnahmen der innerbetrieblichen Fortbildung mit Fokus auf dem Projektgeschäft können diesen Prozess unterstützend begleiten:
Arroganz Die Technologie- und Architekturplanung wird zusammen mit dem Kunden vorgenommen und dem späteren Angebot zugrunde gelegt. Hierbei wird oft versäumt, diese Entwürfe durch die Entwickler hinsichtlich Plausibilität und Machbarkeit prüfen zu lassen. Ein anderes Problem stellen Termine dar, die gegenüber dem Kunden bestätigt wurden, ohne dass dem Projektteam Gelegenheit gegeben wurde, die Terminstrecke der erforderlichen Arbeitspakete zu überprüfen. Erst in späteren Projektphasen wird deutlich, dass mangelhaftes Wissen über die technischen Zusammenhänge und falsche Prioritäten den Erfolg gefährden. Die Bedenken und Bedürfnisse derjenigen, die neue Technologien entwickeln und umsetzen müssen, werden nicht gehört oder gering geschätzt. Nicht selten führt die Vernachlässigung der betroffenen Mitarbeiter zum Scheitern des Projektes.
Das Übergangenwerden und die fehlende Wertschätzung ihrer „Praktiker-Meinung“ werden von den Mitarbeitern als Arroganz empfunden. Die neuen Technologien können jedoch nur von den Menschen umgesetzt werden, die zurzeit im Unternehmen tätig sind. Menschen wollen informiert, eingebunden und auch ein wenig hofiert werden. Der Wandel hin zu mehr Einbeziehung vollzieht sich meist nur zögerlich.
Es gilt, alle beteiligten Mitarbeiter über die konkreten Geschäftsziele, den Einsatz der neuen Technologien und auch deren Konsequenzen zu informieren. Dabei ist es notwendig, zwischen den „alten“ und den „neuen“ Werten zu unterscheiden. Nur eine feinfühlige Differenzierung gestattet die Unterscheidung zwischen den gestrigen „Bedenkenträgern“ und den heutigen „Problemlösern“. Ein „Bedenkenträger“ nennt das Problem, um auf die Gefahr, die davon ausgeht, aufmerksam zu machen, es aber nicht lösen zu müssen. Der „Problemlöser“ braucht das Problem, um ihm eine Lösung zukommen zu lassen.
Literaturtipps des Managementportals
März 2007
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