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Buchrezension
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Management of Change Kontinuierlicher Wandel in der digitalen Ökonomie Von Dirk Dobiéy und John J. Wargin Verlag Galileo Business |
Change Management hat gerade in den jüngsten Zeiten turbulenten Wandels in Gesellschaft und Wirtschaft stark an Bedeutung gewonnen. Die beiden Autoren Dobiéy und Wargin fügen der umfangreichen Literatur zu diesem Thema ein praxisbezogenes Werk hinzu, in das in hohem Maße ihre eigenen Erfahrungen als Berater bei Hewlett-Packard Consulting einfließen.
Das Buch basiert auf dem Konzept des kontinuierlichen Wandels, der von vier Vektoren bestimmt wird:
· Die Menschen in Organisationen
· Führung in der digitalen Ökonomie
· Das Organisationsmodell der Zukunft
· Die evolutionäre Unternehmenskultur.
Zur Untersuchung dieser Themenkomplexe haben Dobiéy und Wargin im Zeitraum November 2000 bis Februar 2001 die Studie „Fast Change“ durchgeführt, an der 84 deutsche Unternehmen verschiedener Branchen teilnahmen. Die Studie diente insbesondere der Ermittlung, inwieweit die o.g. vier Vektoren des kontinuierlichen Wandels bereits in die deutsche Unternehmenspraxis Einzug gehalten haben und wie die Unternehmen die notwendigen Veränderungen einführen. Die Ergebnisse der Studie „Fast Change“ bilden die Grundlage für eine ausführliche Darstellung des Konzeptes des kontinuierlichen Wandels und der vier Vektoren, die den Kerninhalt des Buches bilden.
Dobiéy und Wargin selbst beschreiben „Management of Change“ wie folgt:
„Dieses Buch greift die Ideen vieler Generationen in Bezug auf organisatorische Veränderungen auf und illustriert sie anhand aktueller Beispiele aus der digitalen Wirtschaft. Die einzelnen Kapitel und Abschnitte sind nicht als strikte Handlungsanweisungen, sondern vielmehr als Anregungen für das eigene Denken und Handeln zu verstehen.“
Entsprechend diesem selbst gestellten Anspruch präsentiert sich das Buch als leicht verständliche Lektüre, die bekannte Managementmodelle und neue Entwicklungen konsequent auf die Internet-Ökonomie bezieht. Dobiéy und Wargin greifen konkrete Entwicklungen der digitalen Ökonomie auf und präsentieren Lösungsansätze, die über die „Behebung von Problemen“ hinausgehen. Vielmehr zeigen sie Wege, wie sich die Unternehmen als Ganzes entsprechen den neuen Anforderungen weiterentwickeln und verbessern können. Beispielsweise stellt das Kapitel über die Menschen in Organisationen die geänderten Erwartungen und Einstellungen der Mitarbeiter dar. Es beschreibt aber auch, wie die Unternehmen durch gezielte Veränderungen, die auf mehr Eigenverantwortung, Flexibilität und Vertrauen abstellen, nicht nur die Loyalität der Mitarbeiter erhalten können, sondern auch eine höhere Motivation und Produktivität erreichen können.
Obwohl den Menschen in Organisationen ein eigenes Kapitel gewidmet ist, zieht sich die Bedeutung des Faktors Mensch wie ein roter Faden durch das Buch. Die Autoren gehen davon aus, dass Veränderungen vorzugsweise durch Bottom-up-Strategien – also mit Unterstützung aller Mitarbeiter des Unternehmens – durchgeführt werden sollten. „In diesem Buch wird deshalb der Hauptfokus auf Vorgehensweisen liegen, die solche Strategien unterstützen und die die Mitarbeiter in den Veränderungsprozess mit einbeziehen.“ Somit finden sich in allen Abschnitten Hinweise darauf, wie das Wissen und die Erfahrungen, die Kreativität und Lernbereitschaft sowie die geistige Mobilität der Mitarbeiter zum Nutzen von beiden – Unternehmen und Mitarbeitern – aktiviert werden können.
Dabei greifen die Autoren sowohl auf wissenschaftliche Quellen wie Harvard Business Review als auch auf allgemein zugängliche Zeitschriften wie die Wirtschaftswoche oder Business 2.0 zurück. Dies bildet eine breite Grundlage für die unterschiedlichsten Praxisbeispiele, die nicht nur die Thesen der Autoren illustrieren, sondern auch Denkansätze für die Übertragung in das eigene Unternehmensumfeld liefern. Positiv erscheint, dass die Fallbeispiele bekannte Großunternehmen (Dell, McDonalds) ebenso wie weniger bekannte kleinere Unternehmen umfassen. Damit wird deutlich, dass Wandel und innovative Konzepte keine Domäne der Großindustrie sind. Vielmehr bieten sie gerade für kleinere Unternehmen, die meist schneller und flexibler reagieren können, die Chance zur Gewinnung wichtiger Wettbewerbsvorteile.
Neben den zahlreichen Fallstudien und Beispielen erleichtern auch Kapitelzusammenfassungen, Definitionen und Checklisten das Verständnis sowie die Übertragung auf das eigene Unternehmen.
Insgesamt liegt mit Management of Change ein praxisbezogenes Buch vor, das auf wissenschaftlicher Basis einen dennoch leicht verständlichen Einstieg in die Anforderungen des Change Managements in der digitalen Ökonomie bietet.
© Dagmar Recklies, September 2001
Dirk Dobiéy und John J. Wargin: Management of Change. Kontinuierlicher Wandel in der digitalen Ökonomie. Galileo Press GmbH, Bonn 2001. ISBN 3-89842-122-8.