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Barrierefreies Webdesign (Teil 2)
von Thomas Jung (Cosima IT)
Barrierefreies Webdesign entwickelte sich in den letzten Jahren zum
dominierenden Ansatz im Internet. In loser Folge werden die wichtigsten Tipps
und Tricks zum barrierefreien Webdesign veröffentlicht. Der erste Teil
behandelte die grundlegenden technischen Anforderungen an barrierefreies
Webdesign. Der vorliegende zweite Teil lenkt den Fokus auf inhaltliche
Anforderungen (Link zum Teil
1)
Obwohl ein großer Teil der deutschen Bevölkerung von barrierefreien
Internetseiten profitiert, entstehen auch heute noch viele Internetseiten, die
bestimmte Personengruppen aufgrund mangelhafter Programmierung oder
unangemessener Inhalte ausgrenzen.
Das muss aber nicht sein. Wie im ersten Teil gezeigt wurde, sind schon mit
relativ geringen Anforderungen barrierefreie Seiten erstellbar. In diesem Teil
der Serie wird beleuchtet, welche inhaltlichen Aspekte die Verständlichkeit der
Inhalte unterstützen.
Im ersten Schritt hin zu einer barrierefreien Internetseite sind folgende
Punkte zu beachten:
- Für längere (Fließ-)Texte werden Zusammenfassungen angeboten Bei
längeren Fließtexten sollten am Anfang der Seite, des Textes
Zusammenfassungen wie Vorspann oder Anreißer verwendet werden (Beantwortung:
wer, was, wann, warum, wie).
- Glossar ist vorhanden und gut erreichbar Wenn es für die Erschließung
des Inhalts hilfreich ist, sollte ein Glossar vorhanden und von dort aus, wo
es benötigt wird, direkt erreichbar sein.
Weiterhin ergeben sich Ansätze zur
Gestaltung bei den folgenden Punkten:
Textformatierung zur Inhaltsgliederung
Überschriften, Absätze, Zitate und Sprachwechsel sollten in strukturierten
Texten durch Elemente der verwendeten Markup-Sprache ausgezeichnet werden.
Navigation ist durchgängig schlüssig und nachvollziehbar
Die Navigation
sollte konsistent und schlüssig aufgebaut sein, damit sich auf jeder Seite die
inhaltliche Einheit an der gleichen Stelle befindet. Dies kann durch eine
grafische Darstellung der Navigation (z. B. Farbe, Schriftgröße etc.) und
angemessene Zahl an Kategorien unterstützt werden.
Links sind eindeutig erkennbar und werden inhaltlich beschrieben
Links
sollten durch Hervorhebungen eindeutig erkennbar sein und besuchte und
unbesuchte Links sollten zu unterscheiden sein. Links sollten auch mit
Eingabealternativen erreichbar sein. Eine einfache Suche und erweiterte
Suchfunktionen Zur einfachen Suche sollten Optionen wie Auswahl aus Liste,
Volltext- oder Schlagwortsuche angeboten werden. Zusätzlich bietet sich an, die
Trefferliste anpassbar zu machen und die Treffer zu beschreiben.
Inhaltsübersicht zur Orientierungshilfe
Um die Erschließung einer Internetseite zu unterstützen sollte eine
Inhaltsübersicht angeboten werden, die von der Hauptseite aus direkt erreichbar
sein sollte. Die Bezeichnungen Inhalt oder Inhaltsverzeichnis sind Sitemap
vorzuziehen.
Formulare sollten mit verständlichen Begriffen versehen sein
In Formularen
sollte auf verständliche Bezeichnungen geachtet werden, die den
Kontrollelementen und Formulareingabefeldern eindeutig zuzuordnen sind - auch in
der vergrößerten Ansicht. Bei Kontroll- und Eingabefeldern sollten zusätzlich
LABEL verwendet werden.
Alternativen zu komplexen Formularen
Es sollte möglich sein, Formulare zu drucken und der Ausdruck sollte vollständig
sein. Die Postadresse oder Faxnummer sollte deutlich erkennbar sein.
Ein einfacher und barrierefreier Umgang mit Downloads ist möglich
Bei
Downloads sollte die Dateigröße sofort erkennbar sein. Zusätzlich sollten sie
klar benannt und beschrieben werden. Dokumente mit Text- oder Bildinhalten sind
barrierefrei anzubieten.
Im dritten Teil der Serie zum barrierefreien Webdesign, erfahren Sie, wie Inhalte und Layouts zu gestalten sind damit sie die
Wahrnehmung und Verständlichkeit der Inhalte befördern.
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