Ein Beispiel: Ein Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von 500 Mio. Euro und einer Kapitalbindungsdauer von 80 Tagen könnte durch eine Verringerung der Kapitalbindungsdauer um nur fünf Tage bereits 6,9 Mio. Euro Liquidität freisetzen. Bei einem angenommenen gewichteten Eigen-/Fremdkapitalkostensatz von sieben Prozent ließen sich somit Zinsbelastungen in Höhe von 483.000 Euro einsparen.
Uwe Achterholt: "Oft scheitert eine konsequente Steuerung des Working Capital an fehlendem Know-how, unklaren Verantwortlichkeiten oder mangelnder Entscheidungskompetenz. Erschwerend kommt hinzu, dass verschiedene Unternehmensbereiche wie Vertrieb, Einkauf und Supply Chain Management zum Teil sich widersprechende Interessen verfolgen. Dadurch können Konflikte entstehen, die die unternehmensübergreifenden Ziele wie die Verringerung der Kapitalbindung gefährden. Umso wichtiger ist es, in den unterschiedlichen Unternehmens- und Funktionsbereichen ein ganzheitliches Working Capital Management-System zu verankern."
Das wird durchaus auch von den befragten Unternehmen gesehen, wie die Umfrage zeigt. Jedes zweite (52 Prozent) gibt an, dass es eine umfassende WCM-Richtlinie für wichtig hält, doch nur in jedem vierten (26 Prozent) ist eine solche vorhanden. Offenbar schrecken jedoch viele vor dem entsprechenden Aufwand zurück, den Erstellung, konzernweite Abstimmung und Einführung verursachen.
Die Studie "Working Capital Management im deutschen Maschinen- und Anlagenbau" steht hier kostenlos zum Download (PDF, 861 KB) auf den Internetseiten von kpmg.de bereit.
Quelle: KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft, Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft