Auch kostenpflichtige Premiumdienste stoßen nur auf geringes Interesse.
Ausnahmen bilden hier vor allem die Nutzer der Plattformen Xing oder Second
Life.
So werden wohl die Geschäftsmodelle von Sozialen Netzwerken meist auf
Werbeeinnahmen ausgerichtet sein müssen. Ein Ergebnis der Studie: Die Einführung
von Werbung würde bei den meisten Nutzern nicht zwingend zu einer Abkehr von
Sozialen Netzwerken führen. 37 Prozent der Nutzer gaben sogar an, dass sie
personalisierte Werbung akzeptieren würden - was höhere Werbeerlöse durch diese
Art der zielgerichteten Werbung ermöglichen könnte.
Mobile Datendienste insbesondere von Power-Usern gefragt
Die Hoffnungen der Mobilfunkunternehmen, dass soziale Netzwerke die Nachfrage
nach mobilen Datendiensten erhöhen würden, erscheinen nach den Ergebnissen
dieser Studie zu optimistisch: Bezogen auf die Gesamtheit der Nutzer ist das
Interesse eher verhalten, vor allem wenn eine monatliche Preisschwelle von 5
Euro überschritten würde.
Von den untersuchten Netzwerken hat die Mehrheit bei den befragten Nutzern
einen Bekanntheitsgrad zwischen 50 und 96 Prozent. Spitzenreiter sind YouTube,
Clipfish, MyVideo, MySpace und StayFriends. Die Top 4 erreichen neben der
Bekanntheit gleichzeitig einen hohen Besuchsanteil - aber einen vergleichweise
geringen Anteil an registrierten Nutzern, was vermutlich daran liegt, dass die
wesentlichen Inhalte dieser Netzwerke auch ohne Registrierung zugänglich sind.
Einen hohen Anteil an registrierten Nutzern verzeichnen dagegen Netzwerke wie
XING, StudiVZ oder StayFriends, u.a. deshalb weil sie auf langfristige
persönliche Kontaktpflege ausgerichtet sind.
Deutsche Netzwerkangebote sind erfolgreicher
Zahlreiche Netzwerke haben ihren Ursprung in den USA, wurden aber im deutschen
Markt von lokalen Angeboten inzwischen erreicht oder sogar abgelöst: So rangiert
MyVideo bei der Bekanntheit bereits knapp hinter YouTube. Im Bereich der
Business-Netzwerke ist XING auf dem heimischen Markt deutlich erfolgreicher als
LinkedIn und StudiVZ hat das amerikanische Vorbild Facebook bereits weit hinter
sich gelassen, was Bekanntheit, Besucher und registrierte Nutzer anbelangt.
StudiVZ und SchülerVZ haben auch die Nase vorn, wenn es um die
Besuchshäufigkeit geht. Von den registrierten Nutzern dieser Netzwerke loggen
sich deutlich mehr als die Hälfte immer ein, wenn sie online sind. Da davon
ausgegangen werden kann, dass bei höherer Besuchshäufigkeit auch die
Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Nutzer neue Inhalte zum Netzwerk beitragen,
kann dies auch als Indiz für die Aktivität eines Netzwerks herangezogen werden.
"Eine besondere Überraschung", so Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs
Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC, "ist das ermittelte
Durchschnittsalter der registrierten Netzwerk-Nutzer. Entgegen der landläufigen
Annahme, dass internetbasierte Netzwerke überwiegend von Teenagern genutzt
werden, variiert das Durchschnittsalter in den untersuchten Communities zwischen
23 und 47 Jahren. Natürlich haben SchülerVZ mit einem Durchschnittsalter von 23
und StudiVZ mit 26 die jüngsten Nutzer. Aber dass zahlreiche Netzwerke
überwiegend von älteren Erwachsenen besucht werden, zeigt deutlich, dass soziale
Netzwerke in allen Altersklassen beliebt und relevant sind."
Die Hälfte aller Nutzer suchen in Netzwerken den Kontakt zu Personen, mit
denen sie ähnliche Interessen verbinden. Jüngere Nutzer sind mehrheitlich in
Netzwerken aktiv, in denen auch ihr Freundeskreis anzutreffen ist. Immerhin 81
Prozent der 16-24-Jährigen geben an, dass ihre Freunde im selben Netzwerk sind.
Insofern ersetzen soziale Netzwerke im Web zum Teil andere, klassische
Kommunikationsmittel wie SMS, E-Mail oder Telefon. 69 Prozent aller befragten
Nutzer würden eine von ihrem Netzwerk angebotene unentgeltliche Sprachfunktion
zumindest gelegentlich nutzen, wobei es hier signifikante netzwerkabhängige
Unterschiede gibt. Wilfert: "Damit kannibalisieren soziale Netzwerke die
Geschäftsmodelle der Anbieter klassischer Telekommunikationsdienste.".
Aktive Nutzer machen Communities wertvoller
Die Attraktivität der Netzwerke hängt nicht allein von der Anzahl der
registrierten Nutzer ab. Wichtig ist auch, wie intensiv sich die Nutzer durch
eigene Beiträge aktiv am Netzwerk beteiligen. Satte 82 Prozent der befragten
Nutzer bezeichneten sich als "aktiv", 32 Prozent schreiben sich selbst sogar ein
"hohes Aktivitätsniveau" zu. Die beliebtesten und häufigsten Beiträge sind
persönliche Inhalte. Dazu gehören Angaben zum eigenen Profil, das Hochladen von
Fotos, die aktive Kontaktaufnahme zu anderen Nutzern oder das Schreiben von
Kommentaren, Artikeln in Foren oder in Blogs. Der Studie zufolge wird die
Bedeutung solcher Beiträge gegenüber kommerziellen und professionellen Inhalten
noch zunehmen, der Besucher wird sich immer stärker zum Produzenten entwickeln.
Die Vielfalt der Nutzerinteressen lässt sich in der Regel nicht von nur einem
Netzwerk abdecken. 71 Prozent der registrierten Nutzer haben sich deshalb bei
mehreren Netzwerken angemeldet. Die Ergebnisse der Studie zeigen zwar
erwartungsgemäß, dass die Registrierungsquote bei den älteren Nutzern geringer
ist, aber sie lassen erwarten, dass sich die Quote über die Zeitachse an die der
16-24-Jährigen angleichen wird.
Für die Studie wurden 1004 Personen befragt, von denen 97,8 Prozent täglich
oder fast täglich ins Internet gehen. Die Befragung fand vom 13. bis 22. Februar
2008 statt.
Die Studie können Sie bei Herrn Karim Schäfer (PwC) anfordern.
Karim Schäfer
Olof-Palme-Straße 35
60439 Frankfurt am Main
Tel.: 069 9585-5435
Fax: 069 9585-1100
Quelle: Pressemitteilung von PricewaterhouseCoopers AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft