"Ob Kraftwerkstechniker oder der IT-Programmierer einer Bank: Es könnte bald
schwieriger werden, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten, als über
einen Börsengang Kapital zu beschaffen", sagt Rainer Strack, BCG-Senior-Partner
und einer der Autoren der Studie. "In der westlichen Welt werden die Beschäftig-ten
älter, während die stark wachsenden Unternehmen in Schwellenländern einen fast
unstillbaren Personalhunger haben. Wer in der Gunst der Mitarbeiter vorn liegt
und mit einer internationalen Personalstrategie punkten kann, verschafft sich
einen klaren Wettbewerbsvorsprung."
Die Verbesserung der Leadership-Fähigkeiten wird in 10 der 17 Fokusländer als
eines der drei wichtigsten Zukunftsthemen bewertet – und zwar in
Industrieländern wie den USA und Japan ebenso wie in Schwellenländern wie China
und Indien. Dagegen hat dieses Thema für die in Europa befragten Führungskräfte
eher nachgeordneten Stellenwert.
lexible Arbeitszeiten entwickeln sich zum weltweiten Standard
Eine Verbesserung der Work-Life-Balance wurde mit Ausnahme des pazifischen Raums
in allen Regionen als Priorität in der Personalführung eingestuft – in
Argentinien und Chile, Brasilien, Kanada, Indien, Italien, Singapur und
Südafrika rangiert das Thema auf einem der ersten drei Plätze. Flexible
Arbeitszeiten sind Dreh- und Angelpunkt aller Maßnahmen, die auf ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben abzielen. Weltweit
gaben über 60 Prozent der Führungskräfte an, dass es in ihren Unternehmen
bereits flexible Arbeitszeiten gibt, und fast 80 Prozent wollen sie bis 2015
einführen. Das Angebot von Teilzeitarbeit wurde als zweithäufigste Maßnahme für
die Zukunft genannt.
"Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer ihren Unternehmen um jeden Preis die Treue
hielten, sind sicherlich vorbei", stellt Michael Leicht, ein weiterer Mitautor
der Studie, fest. "Gerade die besten Mitarbeiter treffen ihre
Karriereentscheidungen häufig auf Basis von weichen Faktoren wie flexiblen
Arbeitszeiten und emotionaler Zufriedenheit mit ihren Aufgaben und der
Unternehmenskultur."
Bei Demografiemanagement gehen die Meinungen auseinander
Während einige Themen weltweit übereinstimmend bewertet werden, differieren in
anderen Fällen die Einschätzungen stark. So wurde "Demografiemanagement",
global auf Platz 4, von Führungskräften in den USA, Kanada, Australien
und weiten Teilen Europas (insbesondere in Deutschland, Frankreich und
Italien) als dringendes Thema eingestuft. Führungskräfte in Japan sehen
Demografiemanagement
jedoch nicht als prioritäre HR-Zukunftsaufgabe an – und zwar deswegen, weil sie
sich bereits seit Jahrzehnten damit beschäftigen.
"Viele Unternehmen unterschätzen den Verlust von Know-how und Produktivität,
wenn ganze Mitarbeiterkohorten altern oder sich in den Ruhestand verabschieden.
Sie müssen bereits heute abschätzen, wo in fünf oder zehn Jahren Engpässe zu
erwarten sind", warnt Strack. Er empfiehlt, die Kapazitäts- und
Produktivitätsrisiken für jeden Standort, jeden Bereich und jeden Jobtyp zu
analysieren und frühzeitig mit Gegenmaßnahmen zu reagieren.
Methodik der Studie
The Boston Consulting Group und die Europäische Vereinigung für Personalführung
(EAPM) führten zum Jahreswechsel 2006/2007 eine Onlinebefragung von 1.355
Führungskräften aus 27 europäischen Ländern durch. Mit 102
Personalverantwortlichen europäischer Unternehmen führte BCG vertiefende
Interviews. Zwischen September und November 2007 wurde in Zusammenarbeit mit The
World Federation of Personnel Management Associations (WFPMA) eine weltweite
Onlineumfrage mit weiteren 3.386 Teilnehmern aus 56 Ländern durchgeführt; hinzu
kamen 118 Interviews mit Führungskräften. Insgesamt beteiligten sich 4.741
Führungskräfte aus 83 Ländern an den beiden Umfragen, zusätzlich interviewte BCG
220 Führungskräfte.
Download Executive Summary
Bestellung Studie
Quelle: Pressemitteilung The Boston Consulting Group