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Handel mit faulen Krediten verliert an Fahrt - Studie von Ernst & Young

Deutlicher Rückgang bei NPL-Transaktionen in Deutschland / Preise sinken / Deutsche Banken haben seit 2003 notleidende Kredite im Wert von mindestens 45 Milliarden Euro an Investoren verkauft

Im Jahr 2007 verlor der seit 2003 anhaltende Boom beim Handel mit notleidenden Krediten in Deutschland dramatisch an Fahrt: Nach einem Rekord im Jahr 2006 (mindestens 21 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 14,4 Milliarden Euro) haben deutsche Banken im Jahr 2007 Kredite im Wert von nur noch 6,5 Milliarden Euro verkauft. Dennoch haben die deutschen Kreditinstitute nach Schätzung einiger Marktteilnehmer noch immer notleidende Kredite mit einem Volumen von geschätzten 200 Milliarden Euro in ihren Büchern. Das sind Ergebnisse der Studie „European Non-Performing Loan Report“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

 

 

 

Unter notleidenden Krediten, (englisch: „Non-Performing Loans“, kurz: NPLs) versteht man ausfallgefährdete Darlehen bzw. Darlehen, bei denen der Tilgungsplan nicht eingehalten werden kann. Seit 2003 haben auf dem deutschen Markt mindestens 17 Banken und eine Versicherung Kreditportfolios mit notleidenden Krediten veräußert. Insgesamt wurden in den Jahren 2003 bis 2007 Transaktionen im Wert von mindestens 45 Milliarden Euro getätigt.

Auch das Jahr 2008 hat relativ ruhig begonnen. „Der Handel mit notleidenden Krediten ist wegen verschiedener Faktoren ins Stocken geraten – unter anderem wegen der Auswirkungen der globalen Kreditkrise auf die Preise von NPL-Portfolios und der Zurückhaltung der Banken, neue Portfolios auf den Markt zu bringen“, so Daniel Mair, Partner bei Ernst & Young.

 

Investoren hatten seit 2003 sehr offensiv und zu sehr günstigen Konditionen für Verkäufer Kredite aufgekauft und so das rasante Marktwachstum angetrieben.

Der deutsche NPL-Markt werde wieder an Dynamik gewinnen, erwartet Mair: „Die deutschen Banken haben immer noch notleidende Kredite im Volumen von ca. 200 Milliarden Euro in ihren Büchern. Daher gehen wir davon aus, dass die Zahl der Transaktionen wieder zunehmen wird, wenn die Banken erkennen, dass eine rasche Lösung des NPL-Problems die beste Strategie ist“, so Mair. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass die Zahlen des Rekordjahres 2006 nochmals erreicht würden.

Der nach wie vor hohe Bestand an notleidenden Krediten bei deutschen Banken hat mehrere Ursachen: Die schwache Konjunktur und die steigende Zahl von Insolvenzen hatten seit Mitte der neunziger Jahre dazu geführt, dass immer mehr Schuldner in Zahlungsverzug gerieten. Zugleich verfiel der Wert der Kreditsicherheiten. Ein besonderes Problem stellen Darlehen dar, die zur Finanzierung von Immobilienkäufen in den neuen Bundesländern aufgenommen und mit Immobilien besichert worden waren. Wegen des Einbruchs des ostdeutschen Immobilienmarktes haben diese Immobilien bis heute stark an Wert verloren.

Sinkende Preise beim Handel mit notleidenden Krediten
In den Boom-Jahren erzielten die Banken sehr hohe Erlöse bei den Verkäufen ihrer NPL-Portfolios, so Florian Wirsching, Partner bei Ernst & Young. Allerdings sei der Markt inzwischen von einem Verkäufer- in einen Käufermarkt gedreht. „Die Wettbewerbsintensität auf Käuferseite hat deutlich abgenommen, da zahlreiche Investoren sich aus dem Markt zurückgezogen haben – mit der Folge, dass die Preise sinken“. Nachdem in den vergangenen Jahren mehrere sehr große Transaktionen mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro durchgeführt wurden, wird es zukünftig mehr kleinere Transaktionen (300 - 500 Millionen Euro) geben, erwartet Wirsching: „Die Zeit der Mega-Transaktionen ist vorerst vorbei.“

Weitere Informationen
Die Studie mit der Möglichkeit zum Download und zum Bestellen einer Printversion sowie weitere Informationen finden Sie unter www.de.ey.com/npl.

Quelle: Pressemitteilung Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

 

 

 

 

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Stand: 01. November 2010