„Die Hochschulabsolventen von heute lassen sich stärker von ihren
Wertevorstellungen leiten und nehmen ihren potenziellen Arbeitgeber genau unter
die Lupe", erklärt Norbert Büning, Geschäftsführer im Bereich Human Performance
bei Accenture. „Diesen Trend haben noch nicht alle Unternehmen erkannt und tun
sich deshalb schwer, geeignete Absolventen auf das Unternehmen aufmerksam zu
machen und als Mitarbeiter zu gewinnen."
Die Wunscharbeitgeber liegen besonders außerhalb traditioneller Branchen.
Ganz vorne rangieren bei deutschen Absolventen der Kommunikationsbereich (35
Prozent) sowie das Bildungswesen (32 Prozent), dicht gefolgt von der Medien- und
Unterhaltungsindustrie (30 Prozent). In diesen Bereichen hoffen die Studierenden
interessante Arbeit, die zu ihrem Studium passt, und Spaß miteinander zu
vereinbaren. Branchen wie der Einzelhandel (sieben Prozent) oder Versicherungen
(fünf Prozent) werden es dagegen deutlich schwerer haben, ihre
Rekrutierungsziele zu erfüllen. Ähnlich sieht es in den angloamerikanischen
Ländern aus. In den USA rangieren Jobs im Bildungssektor auf Platz 1(31
Prozent), für Hochschulabsolventen in Großbritannien hingegen hat die Medien-
und Unterhaltungsindustrie die größte Anziehungskraft (31 Prozent), vor Branchen
wie dem Finanzsektor (UK: 23 Prozent, US: 17 Prozent).
Die Absolventen machen es sich mit ihrem Anspruch nicht leicht. 45 Prozent
der Studierenden rechnen damit, dass die Suche ihres ersten Jobs „schwierig"
oder „sehr schwierig" wird. Ein Grund ist die konjunkturelle Entwicklung: Fast
die Hälfte der Studierenden (46 Prozent) ist besorgt, dass die Zahl der
Arbeitsangebote zurückgehen könnte. Viele Studenten sind daher bereit, ihre
Suche den Gegebenheiten anzupassen. Rund 42 Prozent der deutschen Studenten
wollen auch in einer anderen Stadt suchen, würden längere Strecken pendeln (35
Prozent) oder ihre Suche auf andere Branchen oder Tätigkeiten ausweiten (37
Prozent). Für fast ein Viertel (22 Prozent) kommt sogar eine Arbeit im Ausland
in Frage. Alles in allem sind deutsche Studierende aber optimistischer als
Absolventen in den angloamerikanischen Ländern: Sowohl bei den Briten, als auch
den US-Amerikanern haben deutlich mehr als die Hälfte Angst davor, dass die Zahl
der Jobs schrumpft (59 Prozent bzw. 71 Prozent).
Quelle: Pressemitteilung der Accenture GmbH