“Der Verlauf der kulturellen Integration hat einen großen Einfluss darauf, ob sich eine Transaktion für ein Unternehmen als wertschöpfend oder wertvernichtend erweist. Unsere Untersuchung bestätigt, dass Unternehmen dies erkannt haben und Maßnahmen ergreifen, um kulturelle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern“, sagt Konrad Deiters, M&A Engagement Manager von Mercer in Deutschland. „Entscheidend ist, die kulturellen Unterschiede, die den Transaktionswert beeinflussen, so früh wie möglich zu prüfen und zu bewerten – also bereits dann, wenn die ersten Überlegungen über eine Transaktion im Raum stehen. Viele Informationen lassen sich sammeln und analysieren, ohne überhaupt in Verbindung mit dem Zielunternehmen zu treten. Diese Informationen sind sehr wertvoll für die Kaufüberlegungen, für den Kaufpreis und für die Kosten für eine erfolgreiche Integration“, so Konrad Deiters weiter.
72 Prozent der Studienteilnehmer geben an, die Unternehmenskultur sei ein wichtiger Faktor für die Wertschaffung bei M&A-Transaktionen. Fast ein Drittel davon hält die Unternehmenskultur sogar für erfolgskritisch. Dennoch macht die Studie deutlich, dass viele Unternehmen nicht gut vorbereitet sind, um die kulturelle Integration effektiv zu managen. Während fast ein Drittel der Unternehmen dazu übergeht, einen formalen kulturellen Integrationsprozess zu entwickeln, nutzen 68 Prozent noch immer keinen systematischen Ansatz, um Lücken zwischen Unternehmenskulturen zu identifizieren.
Eine weitere Herausforderung, die von den Studienteilnehmern herausgestellt wurde, ist das geringe Engagement, das Führungskräfte bei der Steuerung des kulturellen Wandels im Zuge einer Transaktion zeigen. Nur 37 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, in einem gewissen Umfang in Trainingsmaßnahmen investiert zu haben, die ihre Manager darauf vorbereiten, kulturellen Wandel zu verstehen und zu steuern. 28 Prozent der Unternehmen haben sehr wenig oder gar nicht investiert. Darüber hinaus mangelt es in vielen Unternehmen an Mitarbeitern, die die Voraussetzungen mitbringen, um Veränderungsprozesse zu steuern, die für eine kulturelle Integration erforderlich sind. Während HR-Experten als Schlüsselpersonen für die beschriebene Rolle betrachtet werden, wird nur ein Viertel der Senior-Führungskräfte als Treiber für die kulturelle Integration in ihrem Unternehmen gesehen.
Die Mercer-Studie zeigt einige positive Entwicklungen im Hinblick auf die kulturelle Integration bei Unternehmenstransaktionen. „Einige Unternehmen, die bei Transaktionen schnell einen höheren Unternehmenswert erzielen wollen, gehen Probleme bei der kulturellen Integration vorausschauender an“, sagt Konrad Deiters. „Wie die Studie deutlich macht, planen über die Hälfte der Teilnehmer Investitionen in Maßnahmen, die eine kurzfristige kulturelle Integration unterstützen. Unternehmen, die dies nicht tun, müssen mit erheblichen finanziellen Auswirkungen rechnen“, so das Fazit von Konrad Deiters.
Über die Studie:
Im Rahmen der Studie wurden 119 Unternehmen aus über 17 Branchen befragt. 76 Prozent der Teilnehmer kommen aus den USA, 19 Prozent aus Europa.
Quelle: Pressemitteilung der Mercer Deutschland GmbH vom 9. Oktober 2008