Kosteneinsparungen sind Hauptmotiv – vor allem in Deutschland
Nach wie vor sind Kosteneinsparungen das wichtigste Motiv des Outsourcings – sie
stehen für fast die Hälfte der Befragten im Vordergrund. Allerdings: „Die
Führungskräfte haben erkannt, dass die Spareffekte nur ein Teil der positiven
Auswirkungen sind“, betont Mertin. „Viele haben festgestellt, dass die billigste
Lösung sehr teuer werden kann, dann nämlich, wenn die Prozesse nicht mehr
reibungslos laufen.“ So seien andere Effekte stärker ins Blickfeld gerückt.
Immerhin nennt ein Drittel der Manager Qualitätsverbesserungen aus der Nutzung
von externem Spezial-Know-how als Vorteil, 28 Prozent führen eine bessere
strategische Organisation und 25 Prozent eine höhere Flexibilität ins Feld.
Bei näherem Hinsehen ist es nur der deutschen Sparfreude geschuldet, dass der
Spareffekt so hoch eingestuft wird. In Großbritannien, Spanien und Frankreich
bezeichneten ihn jeweils weniger als 40 Prozent der Befragten als Vorteil. In
Deutschland tun dies 70 Prozent der Unternehmen. In diesen Ländern kamen die
Qualitätsverbesserungen und die bessere strategische Asurichtung auf höhere
Quoten. Generell zeigt die Studie auffallende nationale Unterschiede in der
Einstellung zum Outsourcing.
Verlust von Autonomie, Kontrolle und Flexibilität befürchtet
Dass die Unternehmen insgesamt trotz der grundsätzlich guten Erfahrungen das
Outsourcing mit einer gewissen Zurückhaltung betreiben, liegt an einer Reihe von
Bedenken, die sie damit verbinden. 17 Prozent der befragten Führungskräfte
befürchten den Verlust von Autonomie und Know-how, 15 Prozent einen Verlust an
Kontrolle über den eigenen Geschäftsbetrieb. 13 Prozent fühlen sich in ihrer
Reaktionsfähigkeit eingeschränkt, und 10 Prozent halten die Qualität der
externen Dienstleistungen für schlechter als die der Eigenproduktion. Auf
zeitliche Probleme verweisen 8 Prozent der Befragten.
„Jede Outsourcing-Beziehung braucht eine gewisse Zeit, um sich einzuspielen
und die richtigen Kontroll- und Kommunikationsmechanismen zu entwickeln“, stellt
Mertin fest. „Wir dürfen nicht vergessen, dass der Übergang vom integrierten
Unternehmen zum Spezialisten-Netzwerk eine ganze Reihe völlig neuer
Anforderungen an das Management stellt – bei allen Beteiligten.“
Download der Studie
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Quelle:
Pressemitteilung der Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft vom 15.10.2008