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| | Grundgehälter werden in Deutschland im nächsten Jahr um knapp 4 % steigen Aufgrund der aktuellen Finanzmarktkrise sind leichte Korrekturen nach unten zu erwarten. In Westeuropa wird mit einem durchschnittlichen Anstieg der Gehälter um 1,5 Prozentpunkte, in Osteuropa um 1,8 Prozentpunkte über der Inflationsrate gerechnet. In Westeuropa werden die geringsten Lohnsteigerungen in Frankreich, in Ost-Europa in Ungarn erwartet. Die höchsten realen Gehaltszuwächse zeichnen sich in Westeuropa in Italien und in Osteuropa in Bulgarien ab In Deutschland werden die Gehälter im kommenden Jahr voraussichtlich um knapp 4 Prozent steigen. Sie werden damit 1,7 Prozentpunkte über der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für Deutschland erwarteten Inflationsrate von 2,2 Prozent liegen. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Gehaltsstudie, die das Beratungsunternehmen Mercer jährlich durchführt. "Wir rechnen damit, dass die tatsächlichen Gehaltserhöhungen etwas niedriger ausfallen werden als derzeit budgetiert. Ursprünglich sind wir von einer Steigerung von deutlich über 4 Prozent ausgegangen. Angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise erwarten wir jedoch, dass der Wert bei den meisten Unternehmen nur knapp unter der 4 Prozentmarke liegen wird. Darauf deutet auch der Tarifabschluss hin, der vor einigen Tagen in der Metallindustrie in Baden-Württemberg vereinbart wurde,“ sagt Wolfgang R. Rothe, Vergütungsexperte von Mercer in Deutschland. Europaweit ist mit durchschnittlichen Gehaltssteigerungen von 3,9 Prozent bzw. 1,5 Prozentpunkten über der Inflationsrate zu rechnen. Die höchsten Gehaltssteigerungen werden in Italien erwartet: Mit bis zu 4,8 Prozent dürften die Zuwächse dort fast bis zu 2,7 Prozentpunkte über der prognostizierten Inflationsrate liegen. Die niedrigste durchschnittliche Gehaltssteigerung in Europa ist dem Ergebnis einer Umfrage von Mercer nach in Frankreich zu erwarten. Hier dürften die Gehälter lediglich um 3 Prozent steigen. In Deutschland fällt die durchschnittliche Gehaltssteigerung mit voraussichtlich knapp 4 Prozent bei einer prognostizierten Inflationsrate von 2,2 Prozent im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ moderat aus. Spitzenreiter bei einer gesamteuropäischen Betrachtung sind noch immer die Länder Türkei mit 3,5 Prozentpunkten und Rumänien mit 4,9 Prozentpunkten über der Inflationsrate. Alle anderen Länder Osteuropas liegen auf dem gleichen Niveau von Westeuropa bei den Gehaltserhöhungen. | | | | | | Im Vergleich zu 2007 sind die variablen Anteile an der Jahresgesamtvergütung in Deutschland im Schnitt nicht wesentlich gestiegen. Für 2009 werden in einzelnen Branchen sogar eher geringere Bonuszahlungen erwartet, die sich mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Deutschland erklären lassen. „Änderungen zeichnen sich in erster Linie bei den Plänen für Long-Term Incentives, also für die langfristige variable Vergütung, ab. Hier ist ein Umdenken der Unternehmen weg von Aktienbeteiligungen hin zu langfristigen Bonuszahlungen erkennbar“, erläutert Wolfgang R. Rothe. |
| | | Bei den Nebenleistungen, wie der betrieblichen Altersversorgung, setzt sich der Studie nach ganz klar der Trend zu beitragsorientierten Systemen fort. „Bemerkenswert ist, wie viele Unternehmen ihren Mitarbeitern inzwischen wieder eine betriebliche Altersversorgung anbieten“, so Mercer-Experte Wolfgang R. Rothe weiter. „Bei Firmenwagen hingegen zeigen sich keine gravierenden Veränderungen. Im internationalen Vergleich sind die sogenannten Car Allowances in Deutschland eher von geringer Bedeutung. Dies liegt eindeutig an den vergleichsweise hohen Steuern, die Arbeitnehmer in Deutschland bei einer Car Allowance zahlen müssen.“ Übersicht der zu erwartenden Gehaltssteigerungen in 2009
| Land | Durchschnittliche prognostizierte Gehaltssteigerungen 2009 in % | Prognostizierte Inflationsrate 2009 in % | Prognostizierte Gehaltssteigerungen oberhalb der Inflationsrate in Prozentpunkten | | Schweiz | 2,5 | 1,4 | 1,1 | | Mexiko | 3,5 | 5,0 | 1,5 | | USA | 3,8 | 2,0 | 1,8 | | Deutschland | 3,9 | 2,2 | 1,7 | | Brasilien | 6,0 | 4,5 | 1,5 | | Polen | 6,0 | 3,8 | 2,2 | | Südafrika | 8,0 | 10,0 | 2,0 | | China | 10,0 | 3,6 | 6,4 | | Indien | 12,5 | 5,7 | 6,8 | | Ägypten | 13,7 | 9,5 | 4,2 |
Zur Studie In den sogenannten "Total Remuneration Survey (TRS)" fließen die Gehaltsdaten von nationalen und multinationalen Unternehmen ein. Er wird in über 100 Ländern weltweit und 2008 erstmals auch in 20 Ländern Afrikas jährlich nach einheitlicher Methodik durchgeführt. Der Survey deckt über 450 Benchmark-Positionen ab und umfasst Funktionswertigkeiten vom Tarifangestellten bis hin zum Top Executive Level. Neben der Barvergütung (Total Compensation/Total Cash) wird in den Gehaltsstudien auch die unbare Vergütung, also die gängigen Nebenleistungen, auf die jeweilige Position bezogen ausgewertet. Zu den Nebenleistungen in Deutschland gehören hier insbesondere die betriebliche Altersversorgung und die Gewährung von Firmenwagen.
Insgesamt nehmen in Deutschland mittlerweile über 360 Unternehmen mit mehr als 78.000 Einzelinformationen an dem jährlichen Gesamtvergütungsvergleich teil. Die Studienteilnehmer rekrutieren sich aus DAX-Unternehmen, aus Unternehmenszentralen deutscher, multinational tätiger Unternehmen und aus Tochtergesellschaften europäischer, asiatischer oder amerikanischer Unternehmen. Die insgesamt sehr umfangreichen Ergebnisse des TRS werden von international tätigen Konzernen als Standardwerk für die Bestimmung einer marktgerechten Vergütung herangezogen. Quelle: Pressemitteilung der Mercer Deutschland GmbH vom 19.11.2008 |
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