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Pressemitteilung - Pressemitteilung im Managementportal

 

  Zentrale Erfolgsfaktoren für chinesische Firmen in Europa

Roland Berger: Mangelnde internationale Erfahrung größte Hürde

Durch Chinas rasantem Aufstieg zu einer weltweiten Wirtschaftsmacht werden sich wohl auch etliche seiner Unternehmen schon innerhalb der kommenden zehn Jahre zu Global Playern entwickeln. Doch bevor sie dazu gehören, haben sie noch einige Herausforderungen zu meistern. Nur Firmen mit einer klar ausgerichteten Strategie, guter Umsetzungsfähigkeit und solider internationaler Erfahrung werden von der Internationalisierung profitieren.
Roland Berger Strategy Consultants hat die fünf entscheidende Faktoren identifiziert, damit chinesische Unternehmen im Ausland Erfolg haben. "Immer mehr chinesische Unternehmen sind weltweit auf den Märkten aktiv und exportieren ihre eigenen Markenprodukte oder engagieren sich außerhalb ihres Landes mittels Direktinvestitionen und M&A", sagt Vincent Mercier, Mitglied des Executive Committee von Roland Berger Strategy Consultants und verantwortlich für China. Internationale Fusionen und Übernahmen durch chinesische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, verglichen mit europäischen Firmen sind es jedoch noch wenige. Unternehmen vom chinesischen Festland hielten 2005 nur rund 1,5 Prozent der weltweiten Auslandsinvestitionen. Hongkong gilt dagegen als der größte Auslandsinvestor unter den Industrienationen. "Chinesische Firmen stehen noch ganz am Anfang ihrer internationalen M&A Aktivitäten. Unternehmen aus China haben bislang nur 0,2 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts für den Kauf internationaler Beteiligungen aufgewendet; in der EU liegt dieser Anteil bei 2,8 Prozent", erläutert Mercier. Es gibt jedoch schon einige chinesische Unternehmen, die ihr Geschäft sehr erfolgreich global ausgerichtet haben. Dazu zählen Huawei Technologies, Haier, Sun Tech Solar sowie der Automobilhersteller Chery. Große Herausforderungen stehen bevor Trotz dieser ersten positiven Anzeichen müssen die meisten Unternehmen aus China auf ihrem Weg zur erfolgreichen Globalisierung noch eine Vielzahl von Herausforderungen bewältigen. Zu den wichtigsten zählen:

Begrenzte F&E-Kapazitäten
Die F&E-Kapazitäten sind in China im Allgemeinen noch gering. Dadurch können die Unternehmen bislang nicht in attraktivere höherwertige Marktsegmente vordringen.

Kaum bekannte Markennamen gepaart mit geringer internationaler Marketingerfahrung und wenigen Vertriebskanälen
Die starke Ausrichtung auf die Produktion hat dazu geführt, dass die Markenentwicklung vernachlässigt wurde. Infolge dessen sind viele Marken kaum bekannt, und es fehlt an Marketingerfahrung. Zudem mangelt es an Wissen um die Gesetzmäßigkeiten internationaler Märkte. Zahlreiche Marketingstrategien erweisen sich daher als ineffizient für die Erzielung nachhaltigen profitablen Wachstums.

Wenig internationale Managementerfahrung
Chinesische Manager sind bisher noch recht ungeübt im Umgang mit anderen Geschäftsgepflogenheiten und fremden sozialen Konventionen. Unzureichendes Wissen über ausländische Märkte Bislang verfügen chinesische Unternehmen nur eingeschränkt über Erfahrung mit anderen Märkten; insbesondere deren Wettbewerbsregeln, Produkten, lokalen Unterschieden, Design sowie Gesetzen und Regulierungen.

Schlechtes Image
"Made in China" hat bisher noch einen schlechten Beigeschmack. Vielfach haftet chinesischen Produkten der Ruf an, von mangelhafter Qualität zu sein und nur geringen Standards zu genügen (z.B. ergab 2007 eine Umfrage von NBC Wall Street Journal, dass 82 Prozent der Amerikaner der Qualität chinesischer Produkte nicht vertrauen). Dennoch: Chinesische Unternehmen haben bereits bewiesen, dass sie sich schnell anpassen und aus vergangenen Fehlern lernen können. Vincent Mercier dazu: "Die Frage ist nicht, ob Chinas Unternehmen zu Global Playern aufsteigen werden, sondern nur, wie lange es dauern wird". Um chinesische Firmen bei ihrem Markteintritt in Europa und Nordamerika zu unterstützen, hat Roland Berger fünf Schlüsselfaktoren für deren Erfolg ermittelt:


1. Kontinuierliche Verbesserung von Produktivität und Qualität
Im Zuge steigender Löhne – sowohl absolut als auch im Vergleich mit anderen Niedriglohnländern – gewinnen die Verbesserung der Technologien und Produktionsprozesse an Bedeutung, um die Produktivität zu steigern.

2. Investitionen erhöhen und F&E systematisch ausbauen
F&E ist entscheidend, um in vielen der Branchen zu bestehen, in denen auch China im Wettbewerb steht. Zudem muss China nicht nur sein Produkt-Know-how erweitern, sondern auch seine Produktionsprozesse verbessern.

3. Markenbekanntheit erhöhen
Damit Chinas Wirtschaft die nächste Entwicklungsstufe erreicht, müssen die Unternehmen über bekannte Marken verfügen, die auch außerhalb des Landes einen guten Namen haben. Bisher gilt dies nur für eine kleine Gruppe chinesischer Marken.

4. Entwicklung ausgezeichneter Mitarbeiterführung und Zugang zu Talenten
Der Mangel an fähigen und gut ausgebildeten Mitarbeitern ist der wichtigste limitierende Faktor für die Internationalisierung chinesischer Firmen. Dies gilt vor allem für Managementbereiche wie Geschäftsführung, Marketing, operative Führung sowie F&E. Hier fehlt es nicht nur an Erfahrung, sondern auch an Fortbildungsangeboten, strategischer Planung und weltweitenAufstiegsmöglichkeiten.

5. Unterstützung durch externe Berater
Viele der oben genannten Probleme können mit Hilfe entsprechender Berater gelöst werden, die über weltweite Erfahrung mit Branchen- und Marktanalysen, Strategien,Unternehmensmanagement sowie Fragen des Rechts und M&A verfügen.


Wien, 19. November 2007
 

 

   

 
 

 

 

 

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Stand: 22. Februar 2010