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Pressemitteilung - Pressemitteilung im Managementportal

 

  Finanzinvestoren investieren deutlich weniger in Deutschland
- Studie zum Private Equity-Markt in Deutschland -

„Kreditklemme“ wirkt sich stark auf den deutschen Private Equity-Markt aus / Investitionsvolumen der Private Equity-Transaktionen in Deutschland sank 2007 um 43 Prozent auf 29 Milliarden Euro / Starker Rückgang im zweiten Halbjahr / Zahl der Transaktionen sinkt weniger stark / Strategische Investoren kommen häufiger zum Zug: Rekord bei Fusionen und Übernahmen

Im Jahr 2007 haben Finanzinvestoren deutlich weniger in Deutschland investiert als im Vorjahr. Das Investitionsvolumen sank um 43 Prozent von 51 auf 29 Milliarden Euro1, die Zahl der Transaktionen sank um 10 Prozent auf 167. Die internationale Finanzkrise wirkte sich im zweiten Halbjahr negativ auf den deutschen Private Equity-Markt aus – das Transaktionsvolumen sank im Vergleich zum ersten Halbjahr um 58 Prozent von 20,7 auf 8,7 Milliarden Euro. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die den deutschen Private Equity-Markt untersucht.

Vor allem ausländische Investoren haben ihr Engagement in Deutschland reduziert. Nachdem 2006 noch 111 Transaktionen von ausländischen Private Equity-Gesellschaften durchgeführt worden waren, lag die Zahl in diesem Jahr nur noch bei 89. „Die internationale Finanzkrise hat auf dem deutschen Private Equity-Markt deutliche Spuren hinterlassen – insbesondere im Segment der großen Milliarden-Transaktionen“, stellt Joachim Spill, Leiter des Bereichs Transaction Services bei Ernst & Young, fest. „Zwar sind die Private Equity-Gesellschaften nach wie vor aktiv – allerdings führen sie vor allem kleinere und mittelgroße Transaktionen durch. Von einem Einbruch kann man angesichts der anhaltend hohen Zahl von Transaktionen also nicht sprechen“.

Nachdem die Banken jahrelang zu sehr günstigen Konditionen Kredite an Private Equity-Investoren vergeben und damit das rasante Marktwachstum erst ermöglicht hatten, waren die Geldinstitute in der Folge der US-Immobilien- und Finanzkrise bei der Kreditvergabe sehr zurückhaltend geworden. „Seit Beginn der US-Immobilienkrise ist die Risikobereitschaft der Banken drastisch gesunken – mit der Folge, dass großvolumige Transaktionen kaum noch finanziert werden können“, so Spill. „Die Zeiten der unbegrenzt verfügbaren Liquidität sind vorbei“.

Die Syndizierung – also der Weiterverkauf von Krediten an andere Banken, durch die das Kreditrisiko gestreut wird – sei derzeit sehr schwierig. Allerdings seien bereits heute wieder Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich durchaus möglich und würden auch durchgeführt – wenn auch zumeist als so genannte Club-Deals, bei denen mehrere Banken zusammenarbeiten. „Trotz des aktuellen Rückgangs beim Investitionsvolumen wird Private Equity in Deutschland weiter eine wichtige Rolle spielen“, erwartet Spill. „Viele Finanzinvestoren sind derzeit in Wartestellung. Sie werden wieder aktiver werden, sobald die Unsicherheiten an den internationalen Finanzmärkten ausgestanden sind“.

Zahl der Milliarden-Transaktionen geht zurück
Nachdem im Gesamtjahr 2006 insgesamt 13 Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 1 Milliarde Euro gezählt wurden, und es noch im ersten Halbjahr 2007 bereits acht solcher Transaktionen gegeben hatte, wurden zwischen Juli und Dezember 2007 nur noch zwei Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 1 Milliarde Euro getätigt. „Zwar wird es in den kommenden Monaten kaum noch Mega-Deals geben“, kommentiert Wolfgang Taudte, Partner bei Ernst & Young. „Allerdings verfügen die Private Equity Fonds nach wie vor über enorme Finanzmittel. Sobald sich die aktuelle Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten gelegt hat und die Banken wieder bereit sind, auch großvolumige Transaktionen zu unterstützen, werden wir eine Renaissance der Mega-Deals erleben“, erwartet Taudte.

Die größte Transaktion im Jahr 2007 war der Verkauf des Messdienstleisters ista International an den Finanzinvestor CVC Capital Partners für 2,4 Milliarden Euro. Die zweitgrößte Transaktion war der Verkauf der deutsch-dänischen Reederei Scandlines AG an ein Konsortium aus Allianz Capital Partners GmbH, 3i und der Deutschen Seereederei Rostock für 1,6 Milliarden Euro.

Strategische Investoren kommen wieder häufiger zum Zug
Während Private Equity-Gesellschaften derzeit Schwierigkeiten haben, großvolumige Transaktionen durchzuführen, führen nun strategische Investoren wieder mehr und größere Unternehmenskäufe durch. Im Jahr 2006 gingen noch 390 Transaktionen in Deutschland von strategischen Investoren aus, im Jahr 2007 waren es 439. Der Wert dieser M&A-Deals stieg von 58,5 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 65,7 Milliarden Euro. „In den vergangenen Jahren hatten beim Wettbewerb um attraktive Zielunternehmen immer häufiger Finanzinvestoren das Rennen gemacht, da sie höhere Preise bieten konnten“, stellt Taudte fest. Nun habe sich das Blatt gewendet. „Strategische Investoren verfügen häufig über eine gut gefüllte Kriegskasse, also ausreichend Barmittel, um eine Übernahme aus eigener Kraft zu finanzieren. Für sie stellt die derzeitige Kreditklemme kein ernstes Problem dar. Sie sind also derzeit – erstmals seit langem – gegenüber Finanzinvestoren wieder im Vorteil“, so Taudte.

Weniger Exits im zweiten Halbjahr
Im Jahr 2007 haben sich Private Equity-Gesellschaften von 87 deutschen Beteiligungen getrennt (Vorjahr: 72 Exits) – durch Weiterverkauf an eine andere Beteiligungsgesellschaft (Secondary Buyout), Verkauf an einen strategischen Investor oder einen Börsengang. In der zweiten Jahreshälfte ist die Zahl der Exits gefallen: von 48 in den ersten sechs Monaten auf 41. Bei diesen Beteiligungsverkäufen erlösten die PE-Gesellschaften im zweiten Halbjahr 10,4 Milliarden Euro – nach 16,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr.

[1] Diese Zahlen beziehen sich nur auf Transaktionen, deren Wert bekannt gegeben wurde (39 Prozent aller Transaktionen).

Download der Präsentation
Sie haben die Möglichkeit, die Studie als Download (PDF - 293 KB, 16 Seiten) zu lesen.

Quelle: Pressemitteilung von Ernst & Young
 

 

 

   

 
 

 

 

 

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Stand: 22. Februar 2010