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Ungeschützte Unternehmensdaten?
Deloitte-Studie „Treading Water“ deckt Sicherheitsdefizite in der Technologie-,
Medien- und Telekommunikationsbranche (TMT) auf
Unternehmen der TMT-Branche sind durch die Digitalisierung von Informationen und
die Nutzung neuer Technologien ständig neuen Herausforderungen und
Sicherheitsrisiken bei sensiblen Unternehmensdaten ausgesetzt. Dennoch hat knapp
die Hälfte der TMT-Unternehmen keine Strategie zum Schutz solch sensibler Daten.
Zwei Drittel behandeln den Schutz der physischen Unternehmenswerte völlig
getrennt vom Schutz des immateriellen Firmeneigentums. Als schwächstes Glied der
Sicherheitskette erweist sich insgesamt aber der externe Informationsschutz:
Obwohl knapp 60 Prozent der Unternehmen ihre unternehmensinternen Daten externen
Mitarbeitern oder Geschäftspartnern anvertrauen, werden deren
Sicherheitsqualitäten nur von rund einem Fünftel der Unternehmen getestet. Dies
sind die Kernergebnisse der Deloitte-Umfrage unter den weltweiten
Top-100-TMT-Unternehmen.
Unternehmen, die ihre sensiblen Daten und Informationen wirksam schützen wollen,
brauchen eine integrierte Unternehmensstrategie. Derzeit können nur etwa 54
Prozent der Befragten eine solche vorweisen, weitere 20 Prozent planen innerhalb
der nächsten zwei Jahre deren Implementierung. „Die Branche ist in Bewegung –
beispielsweise ist die Zahl der internen Chief Information Security Officer
innerhalb eines Jahres von 57 auf 65 Prozent gewachsen. Mehr als ein Drittel
hiervon klagt allerdings über fehlende Kompetenzen und Ressourcen, um den
Bedrohungen für die Informationssicherheit umfassend zu begegnen“, so Frank M.
Hülsberg, Partner im Bereich ERS und Assurance Leader TMT bei Deloitte.
Angst vor Datenverlust und virtueller Spionage
Die größten Bedrohungen für ihre vertraulichen Informationen sehen die
Unternehmen im Verlust von Laptops oder anderen Datenträgern, sowie im gezielten
Diebstahl von Informationen. Besonders anfällig erweist sich dabei der
E-Mail-Verkehr, aber auch Viren und Würmer sowie Mitarbeiterversagen spielen
eine erhebliche Rolle. Etwas geringer ist die Sorge vor Phishing- oder
Denial-of-Service(DoS)-Attacken.
In der TMT-Branche spielen kreative und flexible Mitarbeiter eine wichtige
Rolle. Aber gerade dieser hohe Grad an Individualität kann als Katalysator für
Sicherheitsrisiken wirken. So sehen drei Viertel der Befragten als
Hauptrisikofaktor den Menschen – 91 Prozent der Unternehmensleiter halten
menschliches Fehlverhalten prinzipiell für ein ernstes Sicherheitsrisiko –,
während auf Prozesse und Technologie nur jeweils 50 Prozent der Nennungen
entfallen. Jedoch haben nur 58 Prozent ihre Mitarbeiter im letzten Jahr ein
Sicherheitstraining absolvieren lassen.
Risikofaktoren Mobilität und Outsourcing
Besonders gefährdet sind jene Mitarbeiter, die außerhalb des
Unternehmensgeländes arbeiten. Ganz gleich, ob im Home Office, im Flugzeug oder
im Straßencafe: Laptops und andere mobile Endgeräte mit sensiblen Daten bergen
ein erhebliches Risiko. Sie können verloren gehen oder aufgrund mangelnder
Einbindung in das unternehmenseigene IT-Sicherheitskonzept gehackt werden – ein
End-to-End-Sicherheitskonzept ist daher unverzichtbar. Mobile Mitarbeiter sind
aber nur ein Teil fehlender End-to-End-Konzepte, denn ausgelagerte Prozesse,
deren Durchführung Geschäftspartnern oder auch externen Dienstleistern obliegt,
müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Immerhin delegieren fast 60 Prozent der
befragten Unternehmen Prozesse an Dritte – aber nur 22 Prozent überprüfen
regelmäßig, ob die jeweiligen Partner den geforderten Sicherheitsstandards
genügen.
Digital Rights Management
Ein aktueller Punkt für die Unternehmen der TMT-Branchen ist das
Rechte-Management digitaler Inhalte (DRM). Insbesondere der Schutz geistigen
Eigentums steht dabei im Vordergrund. Wie können Unternehmen sicherstellen, dass
ihre Inhalte vor unerlaubter Duplizierung geschützt sind, ohne dabei dem Kunden
zu viele Unannehmlichkeiten zuzumuten? 43 Prozent der Befragten schützen sich
mittels entsprechender Mechanismen vor dem Verlust geistigen Eigentums, während
23 Prozent trotz Sorge vor Verlust nichts Vergleichbares vorweisen können.
„Da bei DRM nahezu jeder Branchensektor Besonderheiten aufweist, sind hier kaum
generelle Aussagen zu treffen. Jedoch konnten wir feststellen, dass sich über 60
Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre im Bereich DRM engagieren wollen“,
kommentiert Frank M. Hülsberg. „Insgesamt zeigt unsere Studie aber, dass, wenn
bei knapp der Hälfte aller Befragten noch kein adäquater Schutz sensibler
Unternehmens- bzw. Kundeninformationen vorhanden ist, hier noch erhebliches
Potential besteht. Erst sieben Prozent glauben bisher an die Zukunft ihres
Sicherheitskonzepts. Der große Rest versucht entweder, den Anschluss nicht zu
verlieren – oder hat ihn bereits verloren“, resümiert Frank M. Hülsberg.
Die komplette Studie finden Sie
hier zum Download.
Düsseldorf/München, 17. Januar 2008
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft |