Ein Management – vier Funktionen
Ein zukunftsweisendes Finanzmanagement hat vier Funktionen: Als Verwalter soll
es für ordentliche Buchführung und Werterhaltung sorgen sowie effiziente
Kontrollen gewährleisten. Als Betreiber steht es für einen klugen Umgang mit den
vorhandenen Ressourcen. Darüber hinaus aber kann es als Stratege die Ausrichtung
der Behörde mitbestimmen, indem es die politischen Entscheidungsträger
beeinflusst und die Evaluationen von politischen Maßnahmen ermöglicht. Als
Katalysator schließlich kann das Finanzmanagement sogar als verbindendes Element
wirken und dabei sowohl die Koordination und Kooperation der Stellen verbessern
als auch ein kollektives Bewusstsein für Effizienz und gemeinsame Ziele
generieren.
„Wie die Studie zeigt, agieren die meisten der Befragten zwar mehr oder
weniger erfolgreich als Verwalter und Betreiber, die strategische und
katalytische Funktion hingegen wird derzeit kaum wahrgenommen. Es überwiegt noch
die taktische gegenüber der strategischen Komponente“, erläutert Thomas Northoff
von Deloitte.
Projekte in Dänemark und den Niederlanden
Es gibt jedoch Beispiele für gelungene Initiativen zur Stärkung der
strategischen Rolle des amtlichen Finanzmanagements. So hat die dänische
Steuerbehörde im Jahr 2005 ihre lokalen und zentralen Abteilungen
zusammengelegt. Diese neue Einheit unterstützt seither die Umgestaltung der
Behördenstruktur, um künftig etwa 25 Prozent der Kosten zu sparen. Auch das
niederländische Transportministerium hat, initiiert vom behördeneigenen
Finanzmanagement, eine zentrale Steuerung auf Basis von drei Säulen installiert:
Performance, Projekte und Kapazität. Nach der Implementierung arbeitet es nun
mit den einzelnen Behörden an Analysen zur Performance-Optimierung.
Vom Einsteiger zum Master
Insgesamt lassen sich die Befragten beim Finanzmanagement in drei Gruppen
einteilen: Novize (42 Prozent), Intermediate (27 Prozent) und Master (24
Prozent), sieben Prozent waren nicht zuzuordnen. Der Weg zum Master führt dabei
über die Optimierung der Kernkompetenzen (wichtig für Novizen) und die Erlangung
strategischer Fähigkeiten (relevant für Intermediates). Die Gruppe der Novizen
sollte ihre Kompetenzen vor allem in den Bereichen Compliance, Management
Reporting, Forecasts und Budgetpläne sowie Prozesse stärken. Für Stufe zwei
hingegen sind Fähigkeiten gefragt, die darüber hinausreichen: Hier kommt es
nicht nur auf das richtige Verständnis und den adäquaten Umgang mit Zahlen und
Regeln an, sondern auch auf ein Gespür für übergeordnete Ziele und den richtigen
Handlungszeitpunkt. Das bedeutet, dass außerhalb eigener Kategorien und
Dimensionen gedacht werden muss. Unter anderem ist wichtig, immer wieder neue
Felder zu identifizieren, in denen durch ein intelligentes Finanzmanagement
effizienter gehandelt und Ziele schneller und kostengünstiger erreicht werden
können.
Mit einem effizienten Finanzmanagement lässt sich vieles bewirken, wie eine
langfristige Projektplanung samt der erforderlichen Flexibilität – trotz sich
verändernder Rahmenbedingungen. Wer den Master-Status erreicht hat, verfügt
nicht nur über fachliche Expertise und strategisches Gespür, sondern auch über
eine leistungsfähige interne Struktur mit motivierten Mitarbeitern. „Die
Transformation des Finanzmanagements ist anspruchsvoll, entsprechend hoch ist
das Risiko. Hier kann es helfen, den Prozess in mehrere Einzelprojekte
aufzuteilen, die dann sukzessive umgesetzt werden. Das Kerngeschäft wird somit
nicht beeinträchtigt, sondern die externe Unterstützung steigt – sei es durch
die Öffentlichkeit oder andere Institutionen der Öffentlichen Hand“, so Thomas
Northoff.
Die komplette Studie finden Sie
hier zum Download
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte & Touche GmbH