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Verwirrung inklusive - Kunden haben Durchblick bei Telefon-Tarifen verloren
PwC-Umfrage: 67 Prozent der Befragten haben den Überblick bei den
Telekommunikationstarifen verloren / Die große Mehrheit bleibt aus Gewohnheit
ihrem Anbieter treu / Mobiles Internet wird kaum genutzt
Fast täglich werden deutsche Verbraucher mit verlockenden Tarifangeboten für
Handy, Festnetz und Internet konfrontiert. Die Anbieter werben mit immer
günstigeren Preisen und vermeintlich kostenlosen Zusatzleistungen und
Geschenken. Doch sorgt dieser Wettbewerb augenscheinlich vor allem für
Verwirrung: Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger haben den Überblick im
Tarifdschungel deutscher Telekommunikationsanbieter verloren. In der Generation
60+ fällt es sogar rund 70 Prozent der Befragten schwer, sich im Tariflabyrinth
zu Recht zu finden. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in
der vergangenen Woche.
"Die Vielzahl der Tarife und Sonderaktionen sorgt nicht zwangsläufig für mehr
Wechselbereitschaft beim Kunden. Viele Kunden bleiben lieber ihrem Anbieter
treu, als sich mit dem Tarifwirrwarr auseinanderzusetzen", so die Einschätzung
von Dr. Arno Wilfert, Telekommunikationsexperte bei PwC.
Fehlende Transparenz verunsichert Verbraucher
Die Umfrage unter 1003 Telekommunikationskunden zeigt, dass sich fast vier von
fünf Befragten kaum oder sogar überhaupt nicht für neue Tarifangebote
interessieren. Knapp 60 Prozent wollen an ihren Verträgen auch gar nichts
ändern, und ebenso viele Befragte waren in den letzten drei Jahren immun gegen
die Lockungen der Anbieter. Sie haben weder ihren Festnetz- noch ihren Handy-
oder Internet-Anbieter gewechselt. Besonders resistent zeigt sich die Generation
60+: 71 Prozent dieser Altersgruppe gab an, ihren Anbieter in den letzten Jahren
nicht gewechselt zu haben. Auch das Bildungsniveau hat Einfluss auf die
Wechselbereitschaft. So sind 67 Prozent der Befragten mit Volks- oder
Hauptschulabschluss in den vergangenen Jahren ihren Anbietern treu geblieben,
aber nur 53 Prozent der Kunden mit Abitur oder Hochschulabschluss.
Die Umfrage zeigt verschiedene Ursachen für die schwach ausgeprägte
Wechselbereitschaft auf. So glaubt die Mehrheit der Befragten nicht an weitere
Einsparpotenziale durch einen Anbieterwechsel. Immerhin 57 Prozent sind davon
überzeugt, bereits den günstigsten Festnetztarif zu nutzen. Beim Mobilfunk sind
59 Prozent dieser Ansicht, beim Internet sogar 62 Prozent. Die geringe
Wechselbereitschaft dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sich viele
Befragte für den Abschluss eines Tarifpakets für Festnetz, Internet und häufig
auch Mobilfunk entschieden haben und einzelne Vertragskomponenten daher nicht
oder nur schwer verändern können. Mittlerweile nutzen 54 Prozent ein derartiges
Komplettangebot, 37 Prozent haben Einzelverträge und nur sechs Prozent setzen
auf eine Kombination aus beidem. Schließlich dürfte viele Befragte auch eine
gewisse Frustration über das Ergebnis bisheriger Vertragsänderungen von weiteren
Anbieterwechseln abhalten. Denn in der Vergangenheit stellte jeder Dritte nach
dem Vertragswechsel fest, dass das vermeintliche Schnäppchen im Vergleich zu
Konkurrenzangeboten zu teuer war.
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