Kostenanstieg um fast 30 Prozent
Der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise hat die Beschaffung im Mittelstand
in den vergangenen zwölf Monaten im Durchschnitt um 29 Prozent verteuert. Dabei
sind die Unternehmen je nach Branchenzugehörigkeit in unterschiedlichem Maße vom
Anstieg der reinen Energiekosten bzw. der allgemeinen Rohstoffkosten betroffen.
So machen sich die höheren Ausgaben für Benzin und Diesel bei 71 Prozent der
Befragten aus der Reise-, Transport- und Logistikbranche stark oder sehr stark
bemerkbar, während der Anstieg der übrigen Rohstoffpreise nur für 35 Prozent der
Branchenunternehmen vergleichbare Auswirkungen hat. Anders ist die Situation in
der Lebensmittelindustrie: Hier leiden 66 Prozent der Unternehmen unter den
höheren Energiepreisen, 70 Prozent aber auch unter dem Preisanstieg für
Grundstoffe wie Mehl, Milch oder Fleisch.
Höhere Preise, weniger Ertrag
Fast 60 Prozent der Unternehmen werden voraussichtlich ihre Preise erhöhen, um
die steigenden Kosten auszugleichen. Allerdings lassen sich nach Angaben der
Befragten nur zwischen 30 und 40 Prozent der Kostensteigerungen an die Kunden
weitergeben. "Die Verbraucher müssen zwar mehr bezahlen, das wahre Ausmaß der
Kostensteigerungen bekommen sie bislang aber nur stark gedämpft zu spüren. Für
die Unternehmen bedeutet dies auf der anderen Seite, dass ein Großteil der
höheren Kosten direkt zu Lasten ihrer Erträge geht", erläutert Winkeljohann.
Zu drastischen Einsparungen sehen sich bislang dennoch nur wenige Unternehmen
gezwungen. Die Entlassung von Beschäftigten hält nur jedes 20. Unternehmen für
denkbar, drei Viertel der Befragten schließen diesen Schritt kategorisch aus.
Auch die Expansion in neue Märkte wollen nur 12 Prozent verschieben.
Demgegenüber will gut jeder fünfte Befragte wegen der Energiekrise die
Genehmigung von Dienstwagen überdenken (23 Prozent der Unternehmen) und
möglicherweise Investitionen zurückstellen (21 Prozent).
Alternative Energien für mehr Unabhängigkeit
Die stärkere Nutzung alternativer Energien, beispielsweise durch die
Installation von Sonnenkollektoren, ist für 60 Prozent der Mittelständler ein
Thema. Voraussetzung für die meisten ist jedoch, dass das Unternehmen dadurch
unabhängiger von Energielieferanten wird. Den bloßen Zukauf alternativer
Energien halten hingegen 56 Prozent für mehr oder weniger unattraktiv, da so nur
eine Abhängigkeit gegen die andere getauscht werde. Besonders stark ausgeprägt
ist diese Skepsis bei den Befragten aus dem Automobilsektor (68 Prozent) und der
Lebensmittelbranche (60 Prozent).
Quelle: Pressemitteilung der PricewaterhouseCoopers AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 17.07.2008