Arbeitgeber vor Herausforderungen
Die Studenten suchen Unternehmen, die ihnen in einem Umfeld aus Kollegialität
und flachen Hierarchien die Möglichkeit zu selbstständigem Arbeiten bieten. Von
ihrem künftigen Arbeitgeber erwarten sie einen Führungsstil, der von Respekt und
Vertrauen geprägt ist. Weniger wichtig erscheinen ihnen Gehalt und Karriere
ebenso wie der Markterfolg, die Reputation und die Innovationsleistungen ihres
künftigen Arbeitgebers.
Wehling: „Immer wichtiger wird eine Unternehmenskultur, die dem Einzelnen die
Möglichkeit bietet, seine Potenziale zu entfalten. Hierarchien und starre
Strukturen sind aus Sicht der Studenten von gestern. Das stellt neue, teils
ungewohnte Anforderungen an die Vorgesetzten, aber auch an die jungen
Mitarbeiter. Als Gegenleistungen für größere Freiräume müssen sie eine hohe
Disziplin und die Fähigkeit bieten, sich selbst straff zu führen.“
Zufriedenheit und Zuversicht
Mit ihrer persönlichen Situation sind sechs von sieben Studenten zufrieden. Und
sie gehen davon aus, im Anschluss an das Studium zügig einen passenden Job zu
finden: 86 Prozent der Befragten gehen davon aus, zügig eine Anstellung zu
finden, die Ihren Erwartungen und Qualifikationen entspricht.
Dabei sind die Gehaltsvorstellungen recht hoch: Im Durchschnitt erwarten die
Studenten ein Einstiegsgehalt von etwas weniger als 37.000 Euro. Dabei liegt die
Spannweite zwischen knapp 34.000 Euro bei den Lehramtsanwärtern und fast 41.000
Euro bei den Ingenieuren und Informatikern. Für dieses Geld sind die angehenden
Akademiker dann aber bereit, Leistung zu bringen.
Überstunden eingeplant
Nur ein knappes Drittel geht davon aus, im ersten Job maximal 40 Stunden pro
Woche zu arbeiten. Ein weiteres Drittel rechnet mit bis zu 45 Stunden. Jeder
fünfte Student hat sich darauf eingestellt, bis zu 50 Stunden am Arbeitsplatz zu
verbringen und jeder siebte geht sogar noch darüber hinaus. Ebenfalls beachtlich
ist die Bereitschaft zur Mobilität. 85 Prozent der Studenten können sich
vorstellen, für ihren Arbeitgeber innerhalb Deutschlands den Standort zu
wechseln. Und 72 Prozent wären sogar bereit, ins Ausland zu ziehen. „Die
theoretische Neigung zur Mobilität ist erfreulich hoch. In der Praxis sieht es
aber häufig schon etwas anders aus, gerade nach dem erfolgten Berufseinstieg“,
meldet Wehling Zweifel an. „Da siegt dann gerne die Bodenhaftung, das Festhalten
an der gewohnten Umgebung, der Familie und den Freunden.“
Globalisierung als Chance
Gegen einen starken Zug zum Ausland spricht auch die Einschätzung des
Wirtschaftsstandorts Deutschland. Vier von fünf Studenten stufen seine
Wettbewerbsfähigkeit als gut oder sehr gut ein. So verwundert es nicht, dass 74
Prozent die Globalisierung als Chance für ihr Land betrachten, nicht als Gefahr,
wie es das übrige gute Viertel tut. Noch zuversichtlicher schätzt die große
Mehrheit der Befragten den Einfluss der Globalisierung auf ihre persönliche
Entwicklung ein: 81 Prozent sehen sie als Chance für sich selbst. „Das zeugt von
einem erfreulichen Selbstbewusstsein, von der Überzeugung, sich in der Welt auch
persönlich behaupten zu können“, meint Wehling. „Von Zukunftsangst kann in
dieser Studentengeneration jedenfalls kaum mehr die Rede sein.“
Wenig Unternehmernachwuchs
Dafür spricht auch ihre Erwartung, ein durchaus bewegtes Berufsleben vor sich zu
haben. Vom Job fürs Leben träumt der akademische Nachwuchs offenbar nicht mehr.
Im Schnitt erwarten die befragten Studenten, 4,3 Jahre für ihren ersten
Arbeitgeber tätig zu sein. Selbst die Lehramtsanwärter, bei denen man eine
gewisse Neigung zum lebenslangen Festhalten vermuten könnte, sind nur auf 7,1
Jahre eingestellt. Die kürzeste Erstbeschäftigung erwarten die
Kulturwissenschaftler – sie rechnen damit, nach dreieinhalb Jahren den
Arbeitgeber zu wechseln. Die Beweglichkeit der meisten Studenten geht aber nicht
so weit, selbst unternehmerisch aktiv zu werden. Nur 23 Prozent denken daran,
sich nach dem Studium selbstständig zu machen. Mehr als drei Viertel bevorzugen
also ein Arbeitsleben im Angestelltenverhältnis.
Download und Bestellung der Studie
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hier Studie als Download (PDF - 1,3 MB, 24 Seiten) zu
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Quelle: Pressemitteilung der Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft vom 07.09.2008