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Einbahnstraße Social Media?
A.T. Kearney-Studie untersucht
Facebook-Auftritt der weltweit 50 stärksten Marken – interaktive
Möglichkeiten des sozialen Netzwerks noch weitestgehend ungenutzt
Die meisten internationalen Marken
nutzen Facebook vorrangig für eine Einweg-Kommunikation. Damit bleiben
die Möglichkeiten des sozialen Netzwerks für den Aufbau und die
Intensivierung von Kundenbeziehungen nahezu ungenutzt. Zu diesem
Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A.T.
Kearney, in der die Facebook-Auftritte der 50 weltweit größten Marken
untersucht wurden. Im Untersuchungszeitraum November und Dezember 2010
blieben 89 Prozent aller Nutzer-Einträge auf den Facebook-Seiten
führender Marken unbeantwortet. Außerdem scheinen viele Unternehmen das
offene Verbraucher-Feedback zu scheuen: Mit einer einzigen Ausnahme
haben alle Top-Marken ihre Pinnwand mit einem Filter versehen. Einen
wesentlichen Grund für die Zurückhaltung der Unternehmen sehen die A.T.
Kearney-Experten in der Angst vor einem möglichen Kontrollverlust.
Positive Resonanz ernten auf Facebook vor allem jene Unternehmen, die
eine emotionale Verbindung zum Nutzer aufbauen. Wichtig ist außerdem die
Bereitstellung entsprechender finanzieller und personeller Ressourcen.
„Mit 600 Millionen Nutzern ist Facebook
heute das größte soziale Netzwerk weltweit. Bereits 2010 waren 30
Prozent der Weltbevölkerung mit Online Zugang auch auf Facebook präsent.
Dennoch zeigt sich deutlich, dass die Facebook-Aktivitäten vieler
Top-Marken heute noch in den Kinderschuhen stecken“, sagt Dr. Martin
Fabel, Partner in der Marketing and Sales Practice von A.T. Kearney.
Geringe Interaktion, wenig
Transparenz Im Untersuchungszeitraum November und Dezember
2010 waren fünf der Top-Marken auf Facebook überhaupt nicht präsent. Von
den weiteren 45 wurden 89 Prozent aller Nutzer-Einträge nicht
beantwortet. Insgesamt sind im Rahmen der Studie rund 1.000
Facebook-Einträge und knapp 61.000 Antworten untersucht worden. Nur 11
Unternehmen beantworteten mehr als einen Nutzer-Eintrag. Lediglich in 15
Prozent der Antworten wurde der Nutzer zum weiteren Dialog animiert und
in 17 Prozent der Antworten mit Namen angeschrieben.
Sieben der analysierten Top-Marken
haben ihre Pinnwand so eingestellt, dass nur das Unternehmen darauf
Nachrichten posten kann, nicht jedoch die Nutzer. Letztere haben
lediglich die Möglichkeit, auf Einträge des Unternehmens zu antworten.
Die überwiegende Mehrheit der Firmen hat sich außerdem für eine
gefilterte Darstellung ihrer Pinnwand entschieden, bei der einzelne
Einträge ausgeblendet werden können. Nur ein einziges Unternehmen hat
alle Einträge offengelegt.
Fabel erklärt: „Die rasante Entwicklung
der sozialen Netzwerke hat das tradierte Marketing-Regelwerk in
kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. In sozialen Netzwerken gelten
andere Regeln, die im Minutentakt neu geschrieben werden. Zu oft wird
Facebook noch als kommunikative Einbahnstraße verstanden. Wichtig ist
jedoch, sich mit allen Möglichkeiten des Netzwerkes auseinanderzusetzen,
um dann die zum Unternehmen oder Produkt passende Strategie zu
entwickeln.“
Die Analyse der Pinnwand-Einträge, die
zu 34 Prozent von Unternehmen und zu 66 Prozent von Verbrauchern
stammten, hat darüber hinaus ergeben: 27 Prozent der Einträge waren
Spam, 35 Prozent enthielten Lob, 8 Prozent Beschwerden. Weitere 12
Prozent enthielten Antworten auf Posts anderer Verbraucher und 11
Prozent beinhalteten Fragen.
Von den betrachteten Unternehmen
verzeichneten 25 drei Mal so viele Einträge von Verbrauchern wie von
Unternehmen. Bei den übrigen 20 waren es vier Mal so viele Firmen- wie
Verbrauchereinträge. Das spricht dafür, dass es diesen Unternehmen noch
nicht gelungen ist, das Social Media-Potenzial voll auszuschöpfen.
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