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  Pressemitteilung - Pressemitteilung im Managementportal

 

 

Ausländische Top-Studenten zieht es nach Deutschland - Weltweite Umfrage

Deutschland ist für ausländische Studenten einer der attraktivsten Standorte / Deutschland vor allem bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern hoch im Kurs / Studentenelite legt genau so viel Wert auf persönliche Entfaltung und ein intaktes Privatleben wie auf hohes Gehalt

Internationale Top-Studenten zieht es als Berufs- und Lebensstandort vor allem in die USA, nach Großbritannien und nach Deutschland: 56 Prozent der Jungakademiker können sich vorstellen, nach ihrem Abschluss in den Vereinigten Staaten einen Job anzunehmen, 40 Prozent geben Großbritannien als einen ihrer bevorzugten Standorte an. Mit immerhin 27 Prozent der Nennungen rangiert Deutschland auf der Beliebtheitsskala an dritter Stelle, gefolgt von Frankreich (22 Prozent) und Australien (18 Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie „Wer gewinnt die Talente von morgen?“, die auf einer Befragung von rund 1000 Studenten an ausländischen Top-Universitäten basiert. Die Studie wurde von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in Zusammenarbeit mit der Privaten Universität Witten/Herdecke erstellt. „Dass die Führungskräfte von morgen eindeutig für die USA und Großbritannien als attraktivste Standorte votieren, ist keine Überraschung – immerhin beherrscht die große Mehrheit der befragten Studenten die ‚Weltsprache‘ Englisch, was ein erheblicher Standortvorteil der englischsprachigen Länder ist“, so Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. „Wenn aber Deutschland in diesem Ranking auf dem dritten Platz landet, darf man das durchaus als Überraschung werten“, urteilt Englisch. „Für immerhin jeden vierten internationalen Top-Studenten ist es erstrebenswert, in Deutschland zu leben und zu arbeiten“. Das gute Abschneiden Deutschlands ist aus Englisch‘ Sicht auch auf das gestiegene Ansehen des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Ausland zurückzuführen. „Niemand würde Deutschland heute noch als ‚kranken Mann Europas‘ bezeichnen.

Im Gegenteil: Heute ist Deutschland die Wachstumslokomotive Europas“. Gerade in der Krise seien die spezifischen Standortvorteile Deutschlands deutlich zutage getreten: „Deutschland ist ein solider und dennoch hochinnovativer Premiumstandort. Wir hatten hier keine Immobilienkrise und keine Spekulationsblasen – der Standort Deutschland ist strukturell gesund“. Im Ausland werde Deutschland dafür bestaunt und bewundert, dass es die Krise so gut gemeistert habe, so Englisch: „Der Ruf des Standorts Deutschland ist derzeit exzellent – das zeigt auch diese Befragung“, fasst Englisch zusammen.

Besonders Ingenieure und Naturwissenschaftler schätzen Deutschland

 

 

 
Überdurchschnittlich attraktiv ist Deutschland für Naturwissenschaftler und Ingenieure, von denen 31 bzw. 34 Prozent Deutschland als attraktiven Standort bezeichnen. Bei den angehenden Ingenieuren kann sich Deutschland damit sogar noch vor Großbritannien auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala platzieren. „Deutschland steht als Standort vor allem für Innovationen, hohe Qualität und zuverlässige Produkte. ‚Made in Germany‘ ist international immer noch ein Qualitätsmarke“, betont Englisch – daher sei es verständlich, dass gerade angehende Ingenieure und Naturwissenschaftler Deutschland attraktiv finden.

 

 

 

Mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel merkt Englisch an: „Viele deutsche Unternehmen suchen derzeit wieder händeringend nach Fachkräften und orientieren sich – trotz restriktiver gesetzlicher Bestimmungen – dabei inzwischen auch ins Ausland.“ Englisch erwartet, dass dieser Trend anhält: „Der Arbeitsmarkt globalisiert sich. Die Generation von Spitzentalenten, die derzeit an den Universitäten kurz vor dem Abschluss steht, ist hoch mobil. Deutschland hätte grundsätzlich alle Chancen, viele dieser Führungskräfte von morgen anzuziehen.“ Dem stehen allerdings derzeit noch sehr restriktive gesetzliche Bestimmungen im Wege. Aus Englisch‘ Sicht ist – über eine stärkere Öffnung für Zuwanderung hinaus – eine aktive Werbung um Hochqualifizierte im Ausland nötig, „damit Deutschland im Wettbewerb um die Talente von Morgen nicht abgehängt wird“.

In den vergangenen Jahren war es allerdings so, dass relativ viele hochqualifizierte Arbeitskräfte Deutschland verließen – und im Gegenzug nur wenige hochqualifizierte Arbeitskräfte nach Deutschland einwanderten. „Die Realität in Deutschland ist nicht ganz so golden, wie sie von Außen scheinen mag“, stellt Englisch fest. Viele junge, gut ausgebildete Akademiker verlassen Deutschland, weil sie anderswo bessere Perspektiven sehen“. Ein besonderer Schwachpunkt Deutschlands sei die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so Englisch. „In Deutschland ist es nach wie vor eine echte Herausforderung, Arbeit, Karriere und Familie zu vereinbaren und dabei einen hohen Lebensstandard aufrecht zu erhalten und einen „Karriereknick“ zu vermeiden“. Zudem könnten Top-Hochschulabsolventen in einigen anderen Ländern deutlich höhere (Netto)-Einkommen erzielen – auch nach Bereinigung der Kaufkraftunterschiede. „Die Einstiegsgehälter in Deutschland sind relativ niedrig. Da bieten andere Länder deutlich mehr“.

Schwierig sei die Situation vor allem für Sozial- und Geisteswissenschaftler, die in Deutschland oft als Sorgenkinder des Arbeitsmarktes gelten und denen sich zum Teil deutlich bessere berufliche und einkommensbezogene Chancen und Lebensperspektiven im Ausland bieten. „Wir verschenken viel Potenzial, wenn wir es nicht schaffen, den Toptalenten, die hierzulande ausgebildet werden, auch adäquate Berufs- und Lebenschancen zu bieten“, fasst Englisch zusammen. Persönliche Entfaltung hat Priorität Dass es denn angehenden Akademikern weltweit nicht nur um Karriere und Gehalt geht, zeigt die Umfrage sehr deutlich: Befragt nach den wichtigsten Faktoren bei der Wahl des ersten Arbeitgebers, geben die Studenten den Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung oder Entwicklung die höchste Priorität. Danach folgen mit etwas Abstand Gehalt und „Work-Life-Balance“, also die Möglichkeit Berufs- und Privatleben mit einander in Einklang zu bringen. Fast genauso wichtig sind dann aber auch die Möglichkeiten der Weiterbildung sowie die Chance, als Mitarbeiter Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen zu können.

Am wenigsten relevant für den Jobeinstieg in kurzfristiger Sicht sind ein multikulturelles Arbeitsumfeld, Dienstreisemöglichkeiten sowie die Reputation des Arbeitgebers. An der Bedeutung eines hohen Gehalts scheiden sich die Geister: Für die Wirtschaftswissenschaftler ist die Vergütung sowohl in der kurz- als auch in der langfristigen Perspektive das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers. Bei Studenten aller anderen Fachrichtungen steht der Wunsch nach einem hohen Gehalt hingegen weder kurz- noch langfristig an erster Stelle. Sie messen in der kurzfristigen Betrachtung den beruflichen Fertigkeiten und Entwicklungspotenzialen die größte Bedeutung bei, in der langfristigen Sicht wird die Work-Life-Balance am stärksten gewichtet. Familienorientierte Asiaten Interessante Ergebnisse liefert die Auswertung der Antworten nach regionalen Kriterien: So sind Studenten aus Asien ihren Ansprüchen an die Infrastruktur des Landes, in dem sie leben wollen, und in Bezug auf ihre Karriereplanung zurückhaltender als Studenten aus anderen Regionen. Andererseits wünschen sie sich überdurchschnittlich stark eine familienfreundliche Umgebung. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Lateinamerikanern, ganz im Gegensatz zu den Young Talents aus Nordamerika, für die familiäre Aspekte eine relativ geringe Bedeutung haben.

Download der Studie
Sie können die Umfrageergebnisse hier als Download (2,4 MB, 60 Seiten, pdf) lesen

 

Quelle: Pressemitteilung der Ernst & Young GmbH vom 14.09.2010

 

 

 

 

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Stand: 13. Dezember 2014