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Deloitte-Studie: Blick ins
Reagenzglas: The Chemical Multiverse
Deloitte-Untersuchung zur
Zukunft der Chemie-Unternehmen: Flexibilität und Fokussierung
entscheiden.
Das nächste Jahrzehnt wird eine Periode
grundlegender Veränderungen begleitet von einer Konsolidierung, aus der
nur die fittesten Chemieunternehmen gestärkt hervorgehen. Der aktuellen
Deloitte-Publikation „Chemicals 2020 – The Chemical Multiverse“ zufolge
wird vor allem der richtige Einsatz von neun strategischen Feldern
erfolgsentscheidend sein. So wird die Effektivität von
Forschungsausgaben u.a. durch die Kombination aus Industriemarketing und
Open Innovation bestimmt oder der Zugang zu Investitionskapital wird
durch die Kombination aus Wachstumschancen und der Financial Performance
definiert. Die Auswahl des Geschäftsmodells wiederum hängt von den
Kundenwünschen der nächsten Verarbeitungsstufe und den Trends der
Endmärkte, also der letzten Verarbeitungsstufe, ab. Dabei spielen die
Megatrends wie Green, demografischer Wandel oder Urbanisierung für die
Entwicklung der Endmärkte und damit für die Chemieindustrie eine
entscheidende Bedeutung. „Die chemische Industrie ist weltweit unter
Druck: Mehr als 25% von 228 untersuchten Chemieunternehmen haben im
letzten Jahrzehnt nicht ihre Kapitalkosten verdient. Gleichzeitig ist
die Bruttomarge deutlich gesunken und das Branchenwachstum hat sich
halbiert, was die Chemieindustrie für Investoren nicht gerade
attraktiver macht. Als wäre das nicht genug, nimmt auch noch die
Regulierung stetig zu und staatlich induziert entstehen massive
Überkapazitäten durch den Bau neuer Anlagen im Mittleren Osten und in
China“, erklärt Kai Goebel, Director im Bereich Prozessindustrie bei
Deloitte.
Von Commodities und
Spezialitäten zu einer Segmentierung mit Aussagekraft
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Vor dem Hintergrund der aktuellen
Marktsituation stellt sich für viele Chemieunternehmen die Frage
nach deren finanzieller und struktureller Gesundheit. Es gibt kaum
noch Firmen, die nur ein Segment oder eine Produktlinie betreiben.
Unternehmen aus denselben Segmenten und mit ähnlichen Produktlinien
wiesen im letzten Jahrzehnt eine sehr unterschiedliche Performance
auf. Aus diesem Muster ausbrechen konnten nur solche, die in einem
sehr krisenresistenten Endmarkt aktiv waren, extrem fokussierte
Geschäftsmodelle wie Nalco oder Ecolab betreiben oder eine
nicht-traditionelle Kapitalstruktur wie die chinesischen
Chemieunternehmen aufweisen.
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Deshalb liefert nach Meinung vieler
Manager aus der Chemie und eingehender Datenanalyse die traditionelle
Segmentierung nach Commodities, Spezialitäten oder integrierten
Unternehmen wie der BASF oder Akzo Nobel keine differenzierten
Erkenntnisse mehr. Mehr über den aktuellen Status und die strategischen
Optionen der Unternehmen sagt ein Blick auf eine Performance-Matrix aus,
welche die Verfügbarkeit von finanziellen Ressourcen, die
Umsetzungskompetenz und die verschiedenen Profitabilitätskennzahlen der
228 untersuchten Chemieunternehmen kombiniert. Ein Drittel mit
limitierten strategischen Optionen Die Matrix zeigt, dass sich knapp ein
Drittel (71 Unternehmen) klar im Nachteil befindet und kaum strategische
Optionen besitzt – unter anderem verfügen diese nur über 19 Prozent des
gesamten in der Branche umlaufenden Cash und über drei Prozent des
Enterprise Value. Wohingegen gerade einmal zwölf Unternehmen 57% des
gesamten Wachstumskapitals der Industrie zur Verfügung stehen. 57
Unternehmen reichen zwar nicht an das große Investitionspotenzial der
zwölf Schwergewichte heran, können sich aber durch überdurchschnittliche
Profitabilität, Fokussierung und Umsetzungskompetenz auszeichnen.
Insgesamt konnten dennoch 180 Chemiekonzerne ihren ROC innerhalb der
letzten fünf Jahre verbessern.
Welche Treiber für die optimale
Strategie? Vor dem Hintergrund von knapper werdendem
Investitionskapital ist für viele Unternehmen die Zeit vorbei, sich aus
Risikoaspekten auf möglichst vielen Wachstumsfeldern zu tummeln. Wer
auch in Zukunft erfolgreich sein will, braucht eine flexible Strategie,
die auf dynamische Markt- und Businessszenarien reagieren kann, aber
gleichzeitig mehr Kapital in weniger Wachstumschancen und Geschäfte
investiert. In Gesprächen mit Vertretern von über 60 Chemieunternehmen
wurden einhellig fast immer dieselben strategischen Treiber betont, um
den richtigen Mix für die Verteilung des Investitionskapitals zu finden.
Als solche gelten: Portfoliostringenz, Zugang zu Feedstocks,
Geschäftsmodell-Auswahl und -Umsetzung, Talentmanagement, Megatrends,
Endmarktfokussierung, Innovationsmanagement, Kapitalverfügbarkeit sowie
Umsetzungskompetenz. Ausgehend von der eigenen Situation muss jedes
Unternehmen die strategischen Treiber zur jeweils optimalen Strategie
kombinieren.
Die Zukunft liegt in den
Megatrends und den Trends der Endmärkte Allen Widrigkeiten
zum Trotz wird die Chemieindustrie auch in der Zukunft Wegbereiter für
unseren Fortschritt sein. Viele Trends der Endmärkte und Megatrends
werden in wesentlichen Teilen durch Anwendungen und Lösungen aus der
Chemie unterstützt und getrieben. Energieeffiziente Häuser können nur
gebaut werden, wenn die Dämmstoffe besser werden. Windräder können nur
größer und effizienter werden, wenn sie leichter werden. Bauwerke wie
Brücken verschlingen nur weniger Stahl, wenn der Stahl leistungsfähiger
wird. Zu all dem leistet die Chemieindustrie den wesentlichen Beitrag.
Der Entwicklung und Auswahl von strategischen Optionen kommt also eine
wesentliche Bedeutung zu. Diese Strategien werden aber erst greifbar,
wenn man ihnen praktische Lösungen zuordnet – dazu hat Deloitte
sogenannte 21st Century Solutions und Best Practices aus der
Chemieindustrie und verwandten Industrien als Grundlage herangezogen.
„Entscheidend wird sein, wie die Chemieunternehmen mittels ihrer
strategischen Optionen die Megatrends und Kundenwünsche der nächsten und
der letzten Verarbeitungsstufe in ihrem Produkt- und
Innovationsportfolio umsetzen. Dazu gehört die unternehmensübergreifende
Zusammenarbeit im Rahmen von Innovationen genauso wie der Einsatz von
intelligentem Industriemarketing, um den Endmarkt von den eigenen
Produkten zu überzeugen“, kommentiert Kai Goebel. Den kompletten Report
finden Sie
hier zum Download.
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte &
Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 16.11. 2010
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