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Die in der KPMG-Studie ermittelten
Schadenshöhen bei e-Crime-Delikten können pro Einzelfall viele Millionen
Euro betragen. Das gilt vor allem für die Verletzung von Schutz- und
Urheberrechten, das Ausspähen von geschäftskritischen
Unternehmensinformationen und Datendiebstahl. Geschonneck: „Für ein
mittelständisches Unternehmen kann das das Ende seiner Existenz
bedeuten." Der Täter im eigenen Haus Bisher ging man davon aus, dass die
größte Gefahr vom Spion aus dem Ausland droht. Alexander Geschonneck:
„Dieses Bild haben die befragten Unternehmen deutlich korrigiert: 70
Prozent nennen in erster Linie ehemalige Mitarbeiter oder Insider als
Risikogruppe."
Laut Umfrage kamen in 48 Prozent der
von e-Crime-Fällen tatsächlich betroffenen Unternehmen die Täter aus dem
eigenen Haus. In 24 Prozent der Fälle waren es sonstige Insider.
Insbesondere die folgenden Delikte werden von Mitarbeitern verübt:
Datendiebstahl bzw. Verletzung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen
(jeweils 62 Prozent), Erpressung (60 Prozent), Manipulation von
Finanzdaten (58 Prozent) und Betrug (55 Prozent). Unbekannte Dritte sind
an 47 Prozent der e-Crime-Delikte beteiligt. Sie sind vor allem
verantwortlich für Wirtschaftsspionage (70 Prozent), für die Verletzung
von Schutz- und Urheberrechten (56 Prozent), für Computersabotage
(ebenfalls 56 Prozent) oder für das Ausspähen bzw. Abfangen von Daten
(55 Prozent). Das Angriffsrisiko aus fremden Ländern ist in den
einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. Als nach wie vor durch
aufstrebende Wirtschaftsmächte besonders gefährdet müssen
exportintensive Bereiche wie der Maschinenbau, die Automobilindustrie
sowie die Elektronik- und Softwarebranche gelten.
In der Umfrage werden als
Gefahrenquelle vor allem China (89 Prozent) und Russland (69 Prozent)
genannt; zu ähnlichen Einschätzungen kommt auch das Bundesministerium
des Innern. Nur jeder zweite Täter wird überführt Die KPMG-Studie hat
ergeben, dass es nur in gut der Hälfte der Fälle gelingt, die Täter zu
ermitteln - unabhängig von Unternehmensgröße und Branche. Alexander
Geschonneck: „Damit bleibt die abschreckende Wirkung einer hohen
Aufklärungsquote auf der Strecke." Allerdings: Wenn Fälle aufgedeckt
werden, dann werden sie auch konsequent sanktioniert. So haben 64
Prozent der von Computerkriminalität betroffenen Unternehmen Delikte zur
Anzeige gebracht, bei Großunternehmen lag die Quote sogar bei 72
Prozent. Prävention hinkt hinterher 86 Prozent der Unternehmen beklagen,
dass die Angriffe aus dem Netz immer komplexer werden und die Spur immer
seltener zum Täter zurückverfolgt werden kann. Alexander Geschonneck:
„In den letzten Jahren hat sich viel getan: Firewalls und
Antivirenprogramme als Standardschutz halten die e-Crime Täter längst
nicht mehr fern. Der größte Schaden entsteht allerdings, wenn die
Angriffe ganz gezielt auf relevante Geschäftsbereiche und sensible Daten
ausgerichtet sind - und dazu gehört in den meisten Fällen eine gehörige
Portion Insiderwissen um die wirklichen Schätze im Unternehmen." Um die
Gefahren abzuwehren, wurde trotz Finanz- und Wirtschaftskrise viel in
die IT-Sicherheit investiert.
Im Durchschnitt haben die befragten
Unternehmen ihre Stellen in diesem Bereich in den vergangenen zwei
Jahren um 50 Prozent aufgestockt. Maßnahmen zur Sensibilisierung der
Mitarbeiter sind heute fast überall gang und gäbe. Aber nicht einmal
jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) überprüft regelmäßig, ob die
Verhaltensregeln auch tatsächlich eingehalten werden. Geschonneck: „Das
ist ein Alarmzeichen. Zwar ist das Wissen um die mit e-Crime verbundenen
Risiken in den Führungsetagen der Unternehmen angekommen. Aber bei
Prävention, Aufklärung und Reaktion gibt es noch erhebliche Defizite."
Um das Risiko und den Schaden durch e-Crime-Delikte möglichst gering zu
halten, empfiehlt er den Unternehmen vor allem, den potenziellen
Innentäter in das Schutzkonzept einzubeziehen. Da, wo der interne
Zugriff auf geschäftskritisches Know-how möglich ist, müssen gesonderte
Schutzmaßnahmen her. Außerdem sollten regelmäßige Kontrollmaßnahmen
durchgeführt werden; mit Hilfe von Notfalltests sowie Schulungs- und
Kommunikationsmaßnahmen kann das Bewusstsein aller Mitarbeiter,
Geschäftspartner und Kunden geschärft werden. Klar definierte Prozesse
im Unternehmen können helfen, auf einen e-Crime Verdacht oder auf
konkrete Vorfälle schnell und professionell zu reagieren.
Quelle: Pressemitteilung der KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 01.09.2010
e-Crime-Studie 2010 Computerkriminalität ist auf dem
Vormarsch. Konstruktionsunterlagen können mit dem Handy unauffällig
abfotografiert oder Millionen von Kundeninformationen bequem auf einem
Stick in der Hosentasche transportiert werden. Doch je mehr ein ein
Unternehmen über die Motive der Täter, die Art der Delikte und die
Schadenshöhe weiß, desto besser kann es Sicherheitsstrukturen
kontrollieren.
Datum: 10.08.2010 | Größe: 1845,03kB
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