Inanspruchnahme von Staatsgeldern hat steuerliche Konsequenzen
Generell beeinflussen Restrukturierungsmaßnahmen die Steuereffizienz von Unternehmen – so sollte beispielsweise bei Akquisitionen von Beginn an die Steuerabteilung involviert werden. Bei Maßnahmen der Kapitalbeschaffung, z. B. durch Staatsgelder, ist zu bedenken, dass bei einer Änderung der Eigentumsverhältnisse der Verlustvortrag gleichfalls eingeschränkt sein kann. Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Realisierung des Good-/Bad-Bank-Modells geboten, denn mehr noch als anderswo ändert der Staatseinfluss die Bedingungen für die Steuerplanung der Unternehmen in solchen Fällen erheblich.
Neubewertung geistigen Eigentums
Verrechnungspreise müssen ebenfalls der aktuellen Marktentwicklung angepasst werden. Prinzipiell empfiehlt sich ein gründlicher Review der unternehmensinternen Verrechnungspreis-Richtlinien. Dabei sollte der Fokus stärker als zuvor auf dem Transfer geistigen Eigentums liegen. Stand dieser Bereich bislang in der Schwerpunktsetzung eher hinter Services und Kapital zurück, so wird ihm künftig deutlich mehr Beachtung zuteil werden – entsprechende Ansätze finden sich unter anderem in Richtlinien der OECD als auch der aktuellen US-Gesetzgebung.
Finance Transformation: Chance zur Steuer-Optimierung
Für viele Unternehmen ist die Krise Anlass für eine grundlegende Umgestaltung von Prozessen und Organisationsformen in den Bereichen Accounting, Controlling und Treasury, insbesondere mit Blick auf das Enterprise Resource Planning (ERP). Auch hier sollte die Steuerabteilung einbezogen werden, um von Beginn an das Maximum aus der künftigen Systempolicy holen zu können. Das Spektrum ist breit gefächert und reicht vom globalen Steuerreporting bis zur steigenden Bedeutung von Steuerschätzungen und ihrem Realitätsabgleich. Dabei sind viele Unternehmensbereiche betroffen, unter anderem die Finanz- und Personalabteilung. Nicht zuletzt spielen bei der Neuausrichtung Faktoren wie die ab 2010 EU-weit gültige B2B-Place-of-Supply-Regelung eine Rolle.
„Die Steuerfrage spielt eine weit reichende Rolle – bis hin zu Vergütungsmodellen der Führungskräfte: Auch dabei müssen sämtliche Veränderungen auf ihre steuerlichen Konsequenzen und Implikationen hin analysiert werden. Hier gilt das gleiche wie beispielsweise bei krisenbedingten Restrukturierungsmaßnahmen und der Neubetonung von Intellectual Property bei Verrechnungspreisen: Die Herausforderungen sind groß. Aber auch die Chancen, durch gezielten Einsatz der Steuerabteilung Vorteile für das Unternehmen zu erreichen“, kommentiert Marion Farnschläder.
Die komplette Studie finden Sie hier zum Download.
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte & Touche GmbH vom 05. Juni 2009