Top: Slowenien und die Slowakei
Musterschüler sind Slowenien und die Slowakei – beide gehören zu den Staaten mit dem geringsten Risiko. Slowenien ist politisch stabil, verfügt über das höchste Pro-Kopf-BIP der Region und eine gute Infrastruktur – allerdings sind die Lohnkosten hoch. Auch in der Slowakei wächst die Wirtschaft kräftig, zudem ist hier – wie in Slowenien – inzwischen der Euro eingeführt. Andererseits prägen eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und eine zerstrittene Regierungskoalition das Land. Ebenfalls gering sind die Risiken in der Tschechischen Republik und in Polen – gerade Letztgenanntes bietet trotz großer regionaler Unterschiede besonders attraktive Zukunftspotenziale.
Entwicklungsbedürftig: Bulgarien und Rumänien
Am Ende der Risiko-Skala finden sich Nationen wie Serbien, Rumänien und Bulgarien. Serbien verfügt zwar über Wachstumspotenziale, jedoch auch über eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte Bürokratie. Überdies ändert sich die Gesetzeslage häufig, sodass nur unzureichende Rechtssicherheit besteht. Auch in Rumänien ist die Bürokratie übermächtig und es droht zudem ein rapider Währungsverfall. Bulgariens größtes Problem sind Kriminalität und Korruption – auf der Habenseite stehen dagegen niedrige Steuern und ebenfalls interessante Wachstumspotenziale. Die anderen untersuchten Staaten – Lettland, Litauen, Ungarn und Kroatien – bilden im Hinblick auf Risiken für Investoren das Mittelfeld. Dabei gehören fast überall Intransparenz, instabile Regierungen und Währungsrisiken zu den Minuspunkten.
Russland: Riese mit Risiken
Ein Sonderfall ist Russland: Das Pro-Kopf-BIP ist niedrig, die Regierung wird zunehmend autoritärer, der Schutz geistigen Eigentums ist schwach. Es gibt kaum mittelständische Unternehmen, es herrschen abweichende Rechnungslegungs- und Bilanzierungsstandards und die Korruption ist hoch. Dennoch gehört Russland zu den langfristig interessanten M&A-Märkten – allerdings mit entsprechend hohen Ansprüchen an die Due Diligence.
„Experten prognostizieren zum Teil erschreckende Zahlen für den osteuropäischen Raum: So soll beispielsweise das BIP im Gesamtdurchschnitt um fünf bis fünfeinhalb Prozent fallen. Allerdings ist die Entwicklung im gesamten Raum sehr heterogen – einige Staaten könnten die Krise durchaus nutzen, um ihre strukturellen Defizite zu beheben. Potenzielle Investoren tun also gut daran, den aktuellen Fortgang der Dinge genau zu beobachten, Risiken abzuwägen und gezielt zu investieren“, resümiert Dr. Elisabeth Denison, Leiterin Research bei Deloitte.
Die komplette Studie finden Sie hier zum Download.
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte & Touche GmbH - Deutschland (Deutsch) vom 16.06.2009