Größte Transaktion mit deutscher
Beteiligung: SAP kauft Business Objects
Infolge der Kreditkrise gab es 2008
weniger "Mega-Deals" als in den Vorjahren: Im vergangenen Jahr gab
es nur zehn Transaktionen mit einem Volumen von mehr als einer
Milliarde Euro, in den Jahren 2007 und 2006 wurde diese Marke
dagegen bei 19 bzw. 17 Transaktionen übertroffen. Die meisten
Abschlüsse gab es 2008 im unteren bis mittleren Preisbereich. Auf
Transaktionen mit einem Wert zwischen 10 und 250 Millionen Euro
entfielen rund 94 Prozent des gesamten M&A-Volumens.
Der größte Deal des Jahres 2008 war der Kauf des
US-Konzerns EDS durch Hewlett-Packard für 8,3 Milliarden Euro,
gefolgt von der Übernahme des Spiele-Entwicklers Activision durch
den Wettbewerber Vivendi für 6,7 Milliarden Euro. Die größte
Transaktion mit deutscher Beteiligung war der Kauf von Business
Objects durch den Walldorfer Software-Konzern SAP für 4,8 Milliarden
Euro.
Asiatischer Markt gewinnt an
Bedeutung
Zwar wird der Großteil des globalen M&A-Volumens nach wie vor von
nordamerikanischen und europäischen Investoren bewegt, der
asiatische Markt gewinnt aber stark an Bedeutung. Im vergangenen
Jahr gab es 156 Transaktionen, bei denen sowohl auf Käufer- als auch
auf Verkäuferseite ein Unternehmen bzw. ein Investor aus der Region
Asien-Pazifik stand. Der Gesamtwert dieser Fusionen und Übernahmen
belief sich auf 10,621 Milliarden Euro.
Demgegenüber gab es 107 innereuropäische
Transaktionen (Gesamtwert: 19,254 Milliarden Euro) und 164
Transaktionen, an denen ausschließlich Unternehmen aus Nordamerika
beteiligt waren (Gesamtwert: 35,979 Milliarden Euro). Auf dem
globalen M&A-Markt blieben Nordamerika und Europa dominierend.
Nordamerikanische Investoren gaben für Beteiligungen an europäischen
Technologieunternehmen 6,102 Milliarden Euro aus, in umgekehrter
Richtung flossen 16,458 Milliarden Euro. Käufer aus Asien
engagierten sich mit 470 Millionen Euro in Nordamerika und mit 1,086
Milliarden Euro in Europa.
Software und Services bleiben
Schlüsselbranchen
Die meisten Übernahmen im Technologiesektor
fanden 2008 in den Bereichen Software und IT-Services statt. Auf
diese Segmente entfielen 78 Prozent des branchenweiten
Transaktionsvolumens - 2007 waren es erst 58 Prozent. Maßgeblichen
Anteil an dieser Entwicklung hatte die Übernahme von EDS durch HP.
Die Halbleiterindustrie und andere hochentwickelte
Technologiebereiche trugen im vergangenen Jahr 22 Prozent zum
M&A-Gesamtwert bei (15,5 Milliarden Euro gegenüber 42 Milliarden
Euro im Jahr 2007), während auf Fusionen und Übernahmen von
Hardware-Herstellern nur acht Prozent des Transaktionsvolumens
entfielen (4,5 Milliarden Euro gegenüber 11 Milliarden Euro im Jahr
2007).
Trends: Cloud Computing, mobile
Business-Lösungen und Green-IT
Das M&A-Geschehen dürfte sich auch in nächster
Zeit auf Softwareunternehmen und IT-Dienstleister konzentrieren.
Denn diese sind Schrittmacher für die derzeit wichtigsten Trends in
der Technologiebranche, nämlich die Auslagerung von Anwendungen auf
Internet-Server ("Cloud Computing") und die Entwicklung mobiler
Business-Lösungen für Blackberry, iPhone und andere Endgeräte. In
der Hardware-Industrie könnte das wachsende Interesse an
energiesparenden Geräten ("Green IT") neue Impulse für den
Beteiligungsmarkt geben.
Download
Die Studie "M&A-Insights:
Analysis and opinions on global M&A activity 2009" ist
hier als kostenfreier Download erhältlich.
Quelle: Pressemitteilung der
PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom
26.01.2009