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Finanz-Headhunter: „Die
große Party ist vorbei“
Magere Jobaussichten für Investmentbanker
– Treffen von Frankfurter Personalberatern aus dem Finanzbereich mit
eFinancialCareers.de
„Ich gehe davon aus, dass nur 20 Prozent der im
Verlauf der Krise freigesetzten Investmentbanker bei einer Bank einen
neuen Job finden werden“, so pessimistisch fällt die Prognose von Özcan
Acikel, Geschäftsführer der
Personalberatungsfirma Smith & Jessen, aus. Und Branchenkollegen stimmen
ihm zu: Einige Investmentbanken hätten bereits vier, fünf
Entlassungsrunden gesehen, weitere stünden bevor – ebenso wie eine
Kündigungswelle bei Asset Managern. Hoffnungsschimmer gibt es nach
Ansicht der Experten jedoch noch in einigen Nischen. Auch in der
Industrie und in Beratungsunternehmen gibt es Stellenangebote für
Finanzkräfte. Dies ist die Bilanz eines Treffens von Frankfurter
Headhuntern, zu dem das Online-Karrierenetzwerk
eFinancialCareers eingeladen hatte.

(V.l.n.r. Tim Zühlke, Indigo Headhunters,
Friedrich-Wilhelm von Pfeil, Korn Ferry International, Peter Herkenhoff,
eFinancialCareers.de, Özcan Acikel, Smith & Jessen, Patrick Riske,
Fricke Finance & Legal)
Die Meinungen der Berater darüber, ob das fragwürdige
Geschäftsgebaren der letzten Jahre sich wiederholen wird, gehen
auseinander. Friedrich-Wilhelm Graf von Pfeil, Senior Partner bei Korn
Ferry International, sieht für das Geschäft mit Zertifikaten und
„exotischen Konstruktionen“ auf Jahre keine Perspektive mehr. Patrick
Riske, Personalberater bei Fricke Finance & Legal, ist sich dagegen
sicher: „Exzesse wird es an den Kapitalmärkten auch in Zukunft wieder
geben.“ Özcan Acikel bestätigt, auf Dauer würden sich die
angelsächsischen Banken mit einstelligen Eigenkapitalrenditen nicht
zufrieden geben, „aber die große Party ist erst einmal vorbei“. Einig
sind sich die Fachleute dagegen, dass die Personaleinschnitte zu tief
ausfallen. Tim Zühlke, Personalberater bei Indigo Headhunters, sagt
voraus: „In zwei, drei Jahren, wenn die Finanzkrise ausgestanden ist,
werden die Banken wieder einstellen und verwundert fragen, wo die jungen
Leute geblieben sind.“ Dabei hätten die Banken diesen Fehler, den sie
2001 im Zuge der geplatzten Internetblase gemacht haben, in Zukunft
vermeiden wollen.
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Personalbewegungen durch neue
Geschäftsmodelle
Und welche Lichtblicke sehen die Experten?
Hoffnungsvoll zeigt sich Tim Zühlke: Banken veränderten ihr
Geschäftsmodell. „Dies hat Personalbewegungen auf den Führungsebenen
zur Folge. Oft folgen solchen strategischen Neubesetzungen auf
Senior Niveau auch Einstellungen auf operativer Ebene.“ Das heißt:
Neue Chancen für Talente. Zudem hofft er, wie auch von Pfeil, auf
eine Entspannung der Lage durch Fusionen. Die sich abzeichnende
Fusion der beiden Genossenschaftszentralbanken DZ Bank und WGZ
zeige, dass es geht. Für eine Verringerung der Zahl von Landesbanken
plädieren alle Teilnehmer.
Patrick Riske sieht zudem bei spezialisierten
kleineren Banken und „Boutiquen“ – welche von der großen Krise oft
nicht oder kaum betroffen sind – immer wieder Ansatzpunkte für die
Neu- oder Nachbesetzung von Positionen. Von Pfeil ergänzt: „Wir
werden weiterhin systematische Upgrades sehen, wo Banken ihr
bestehende Mannschaft durch Rekrutierung von außen aufwerten. Wenn
eine Bank aus der zweiten Reihe jetzt relativ günstig zum Beispiel
einen Morgan-Stanley-Banker bekommen kann, dann macht die das.“
Hochrangige Neubesetzungen sieht er auch noch für
Portfoliogesellschaften der Private-Equity-Branche, aber vor allem
für die Aufsichtsräte zahlreicher Banken „wo häufig kein oder nur
geringfügige Kompetenz zum Thema Risikomanagment existiert.“ Neben
Perspektiven in der Industrie und in Beratungsunternehmen bestehe
auch für Bilanz- und Finanzierungsstrukturberatung weiter Nachfrage.
Dass auf den Einbruch in nicht zu ferner Zukunft
eine Wendung folgt, erwarten alle Experten der Runde.
Friedrich-Wilhelm von Pfeil erwartet die „ersten Anzeichen für eine
Stabilisierung und dann auch eine Verbesserung der Bankensituation“
frühestens im Verlauf des zweiten Halbjahrs 2009, „da dann auch die
Berichtssaison über das katastrophale Jahr 2008 vorüber ist.“
Wahrscheinlicher sei aber eine Erholung erst im Jahr 2010 „und das
nur, wenn die Banken auf der Ertragsseite erste Erholungstendenzen
erkennen sollten.“
Quelle: Pressemitteilung von eFinancialCareers vom
05. März 2009.
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