Weit über ein Drittel ohne ERM
Das zentrale Instrument zur
Risikoerfassung sollte ein umfassendes Enterprise Risk Management
(ERM) System sein: Aber 41 Prozent der Befragten verfügen über
nichts Vergleichbares, 23 Prozent sind dabei, es zu implementieren,
und lediglich 36 Prozent haben bereits ein ERM-System im Einsatz.
Auffällig ist, dass 44 Prozent der diversifizierten Unternehmen ein
ERM haben, wobei sie sich eher bei größeren Unternehmen finden – bei
Investmentbanken hingegen geht die Quote gegen Null. Allerdings
zielen diese hauptsächlich auf traditionelle Risiken (Kredit, Markt
usw.) ab. Doch auch neue Risikotypen wie Reputation und strategische
Risiken haben verstärkt Beachtung gefunden, insgesamt wurde der
ERM-Rahmen ausgeweitet und verhilft den Unternehmen so zu deutlichen
Kosteneinsparungen.
Basel II ist Schrittmacher
Die Basel II-Regularien gelten für
etwa die Hälfte der weltweit untersuchten Unternehmen – weitere
sieben Prozent unterwerfen sich ihnen freiwillig. Auch hier zeigt
sich, dass die „Großen“ einen Schritt voraus sind, denn sie bedienen
sich deutlich häufiger des anspruchsvollen Basel II-Regelwerks.
Nahezu alle Befragten halten ihr Management
traditioneller Schlüsselrisiken für effizient – darüber hinaus
wollen viele das Management der „neuen“ Risiken optimieren. Das von
den Aufsichtsbehörden geforderte Management modellbezogener Risiken
wird derzeit von 66 Prozent der befragten Unternehmen umgesetzt. Bei
der Frage nach einer geeigneten technologischen Basis für ein
wirksames Risikomanagement zeigt sich wenig Optimismus: Die Mehrheit
ist insbesondere bei der Datenerfassung nicht mit der verfügbaren
Infrastruktur zufrieden.
„Laut Studie haben viele Unternehmen ihre
Schwächen erkannt und ihr Risikomanagement seither auf eine breitere
Basis gestellt. Wenn sie ihr Verbesserungspotenzial auch weiterhin
gezielt ausschöpfen, können sie gestärkt aus der Krise hervorgehen“,
so Jörg Engels.
Die komplette Studie finden Sie
hier zum Download.
Quelle: Pressemitteilung der Deloitte & Touche
GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 26. August 2009