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Pressemitteilung - Pressemitteilung im
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Studie: Jeder dritte
Energieversorger steckt in der Klemme
Sinkende Profitabilität setzt vor allem
kleine Versorger unter Handlungsdruck; Branche will unternehmerischer
werden
Jeder dritte Energieversorger im deutschsprachigen
Raum muss langfristig um seine Existenz bangen. Insbesondere kleinere
Versorgungsunternehmen verzeichnen jüngst massive Ergebniseinbußen und
sind auf kommende Herausforderungen nicht vorbereitet. Angesichts von
härterem Preiswettbewerb, steigender Wechselbereitschaft, dem Trend zum
Energiesparen, Fachkräftemangel und der Konkurrenz durch internationale
Player sehen die Verantwortlichen deutlichen Handlungsbedarf. Bei
Versorgern ganz oben auf der Prioritätenliste: Veränderungen
herbeiführen, Talente entwickeln, Innovationen schaffen und
unternehmerisch im Markt agieren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen
Studie, für die der Managementberatungs-, Technologie- und
Outsourcing-Dienstleister Accenture in Zusammenarbeit mit der Jacobs
University Bremen über neun Jahre hinweg die wirtschaftliche Entwicklung
von 121 Energieversorgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz
untersucht und 105 Führungskräfte aus der Energiebranche nach künftigen
Erfolgsfaktoren befragt hat.
Der Studie zufolge blickt jeder dritte Versorger nicht
nur auf eine schwache Ergebnisentwicklung in der Vergangenheit zurück,
sondern ist auch auf die künftigen Herausforderungen im Markt nicht
vorbereitet. Diese Gruppe der „Gefangenen“ macht 37 Prozent aus. Nur 29
Prozent der betrachteten Unternehmen haben in den letzten Jahren
überdurchschnittliche Ergebnisse realisiert und gleichzeitig ihre
Fähigkeiten dahingehend entwickelt, um Marktchancen in der Zukunft für
sich nutzen zu können („Leuchttürme“). 19 Prozent der Unternehmen
(„Herausforderer“) weisen einen geringen vergangenen Erfolg auf, dem ein
hoher zukünftig erwartender Erfolg gegenüber steht – was darauf
hindeutet, dass der Grundstein künftiger Wettbewerbsfähigkeit unter
Inkaufnahme vergangener Erfolgseinbußen gelegt wurde. Als „Abschöpfer“
tun sich 15 Prozent der Unternehmen hervor, die in der Vergangenheit
überdurchschnittliche Ergebnisse realisieren konnten, jedoch vor dem
Hintergrund von nicht entwickelten Fähigkeiten heute vor großen
Herausforderungen stehen.
Kleine Versorger sind die Sorgenkinder
Der Unterschied zwischen den erfolgreichen
und den weniger erfolgreichen Energieversorgern war nie größer als heute
– die Schere geht weiter auseinander. „Die Unternehmen der Branche
werden heterogener, sie differenzieren sich mehr und mehr“, sagt Prof.
Dr. Andreas Bausch, Professor für Strategische und Internationale
Unternehmensführung an der Jacobs University Bremen und der
Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Unterschiede struktureller Art
werden mit Fortschreiten der Liberalisierung nach und nach von
abweichendem strategischen Handeln überlagert – was sich über alle
Stufen des Strom- und Gasgeschäfts erstreckt“. Dabei wird deutlich:
Fehlende Größe ist offensichtlich auch in der Energiewirtschaft ein
Nachteil. Während die Großen ihre Umsatzrendite weitestgehend stabil
halten konnten, haben insbesondere die kleinen Unternehmen erhebliche
Einbußen zu verzeichnen gehabt. Das wirtschaftliche Ergebnis der kleinen
Versorger liegt erstmals seit dem Start der Erhebungen im Jahr 1999
deutlich hinter dem der größeren Energieversorger. Bei den kleinen
Unternehmen mit weniger als 300 Mitarbeitern kommt es im zuletzt
untersuchten Zeitraum 2005 bis 2007 zu einem massiven Ergebnisrückgang
von mehr als fünf Prozent.
„Für kleine Versorger gilt, vorhandene Größenvorteile
in Vertrieb, Shared Service, Netz und Erzeugung so zu realisieren, dass
sie einerseits den eigenen Marktauftritt nicht gefährden. Andererseits
sollten sie die Vorteile kleinerer Einheiten – nämlich Geschwindigkeit,
Marktnähe und Innovationskraft – dort nutzen, wo es Mehrwert bringt“,
sagt Michael Nolte, Geschäftsführer des Bereichs
Energieversorgungswirtschaft bei Accenture.
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Energieversorger sind finanziell
flexibel – noch
Zwar sank der Verschuldungsgrad der
untersuchten EVU von 142 Prozent in 1999 auf 133 Prozent in 2007.
Dieser Entwicklung steht jedoch ein steigender Investitionsbedarf in
den kommenden Jahren gegenüber, sei es, aufgrund neuer Technologien
wie beispielsweise Energiespeicherung oder intelligenten
Stromzählern (Smart Metering). „Wir rechnen damit, dass es nicht
zuletzt infolge sinkender operativer Cashflows bei gleichzeitig
steigendem Finanzierungsbedarf in den kommenden Jahren zu weitaus
kleineren Handlungsspielräumen bei den Gewinnausschüttungen kommt“,
sagt Prof. Dr. Andreas Bausch. Betrachtet man den Studien-Zeitraum
1999-2007, sind die Gewinnausschüttungen noch um fast 40 Prozent
gestiegen.
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Wo Versorger Handlungsbedarf sehen
Fragt man die Versorger nach den
Faktoren, die künftig den größten Einfluss auf die Branche haben
werden, steht das Thema Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda,
gefolgt vom Gaspreis, der Wechselbereitschaft im
Industriekundenmarkt, dem Preiswettbewerb und der Zusammenschluss zu
Netzwerken. Den größten Handlungsbedarf in der Zukunft sehen die
Befragten in puncto Veränderungsfähigkeit. Als weitere Prioritäten
werden genannt: Personalentwicklung, strategischer Einsatz von IT,
Prozessinnovation und Personalführung. Während bei den Stadtwerken
zusätzlich die Akquisition von Privatkunden im Vordergrund steht,
haben sich die Regionalversorger und multinationalen Konzerne mehr
unternehmerisches Denken und Handeln auf die Fahne geschrieben. Auf
die Frage „Welches Unternehmen im deutschsprachigen Energiemarkt
würden Sie am unternehmerischsten beurteilen“? antworteten die
Teilnehmer der Studie: E.ON, MVV, Trianel, RWE und EWE (Platz 1 bis
5, sortiert nach der Anzahl der Nennungen).
„Neue Produkte, Dienstleistungen und Prozesse
werden künftig eine zentrale Rolle spielen, gepaart mit dem
richtigen Instinkt, neue Geschäftsgelegenheiten aktiv zu suchen, um
im Markt wachsen zu können“, sagt Michael Nolte. „Im Vergleich zu
den Monopoljahren erwartet die Öffentlichkeit von der
Energiewirtschaft jetzt innovative Lösungen, insbesondere für
Herausforderungen bei den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz.
Will ein Versorger von diesen Chancen profitieren, muss er jedoch
zunächst ein neues Nutzenversprechen definieren und das Unternehmen
in Folge konsequent danach ausrichten – was nur im Zuge einer
fundamentalen Erneuerung des Geschäftsmodells gelingt“.
Über die Studie
Für die Studie „Value Creator IV“ hat
Accenture in Zusammenarbeit mit der Jacobs University Bremen die
Ergebnisentwicklung von 121 Energieversorgern in Deutschland,
Österreich und der Schweiz im Zeitraum 1999 bis 2007 analysiert und
105 Führungskräfte nach den künftigen Erfolgsfaktoren befragt.
Mehr über die Studie und zur
Online-Bestellung finden Sie
hier.
Über die Jacobs University Bremen
Die Jabobs University Bremen ist eine
internationale, staatlich anerkannte, private Universität. Ihr
transdisziplinärer Ansatz ist für deutsche Hochschulen einmalig und
prägt den Anspruch von Exzellenz in Forschung und Lehre. Lehre und
Forschung an der englischsprachigen Campusuniversität sind in drei
akademischen Einheiten organisiert, der School of Engineering and
Science, der School of Humanities and Social Sciences und dem Jacobs
Center on Lifelong Learning and Institutional Development. Im
Studienjahr 2008/2009 studieren an der Jacobs University rund 1.200
Studierende aus über 90 Nationen. Die Internetadresse lautet
www.jacobs-university.de
Quelle: Pressemitteilung der
Accenture vom 11. August 2009
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