12 provokante Thesen für den Markterfolg (Teil
2)
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Teil 1
7. Der tödliche Preis
Der einfaltslose Markenmanager neigt zum preistaktischen Kotau -
begründet mit einer immer irgendwo grassierenden
Geiz-ist-geil-Mentalität - und manövriert seine Marke damit guten
Gewissens in einen tödlichen Circulus vitiosus: Preisreduktion → weniger
Erlöse → weniger Geld für Forschung & Entwicklung → keine Qualitäts-verbesserungen
oder Innovationen → kaum Geld für Werbung → geringere Bekanntheit →
weniger Nachfrage → weitere Preiszugeständnisse → weniger Erlöse ...
Marken, die sich nur über den Preis verkaufen, verlieren kontinuierlich
an Wert und schaufeln sich ihr eigenes Grab. Wer nicht differenziert,
stirbt!
8. Geiz ist für viele immer noch geil. Marken
sind geiler!
Vorausgesetzt, sie sind passgenau auf das ICH-IDEAL der Zielgruppe oder
Zielperson zugeschnitten und erfinden sich ohne Identitätsbruch immer
wieder neu. ICH-IDEAL-Satisfactioning und dynamische Stabilität sind
zwei wesentliche Erfolgsbausteine für dauerhaft begehrenswerte und
profitträchtige Marken. Persil, Ariel & Co. machens vor.
9. Der ultimative (ICH-IDEALE) Unterschied
führt zur Power Brand
Was heute und morgen zählt, ist der ultimative (ICH-IDEALE) Unterschied,
der die Marke von allem anderen differenziert und die Zielgruppe
fasziniert! Was heute und morgen zählt, ist die kommunikative Kompetenz,
die den ultimativen Marken-Unterschied kraftvoll und multidimensional in
Szene setzt! Was heute und morgen zählt, ist die Kunst der zeitgemäßen
Fortschreibung des ultimativen Marken-Unterschieds, wie es Maggi, Miele,
Milka und Mercedes seit 100 Jahren vormachen! Was heute und morgen
zählt, ist der permanente Dialog mit Zielpersonen und Zielgruppen, deren
Singulär- und Kollektiv-Hirn letztlich darüber befindet, wer MARKE ist
und wer nicht!
Hätten Dot-coms und ihre Emissionsbanken seinerzeit mehr auf dieses und
kommendes >Was zählt< gezählt, vielen wäre das Millionen-Desaster
erspart geblieben.
10. Mir ist, als wohnten ach! vier Seelen in
meiner Brust. Das schlüssigste Verhaltensmodell aller Zeiten ist das des
>quadrophonen Menschen< der Psychoanalyse

Für den New Yorker Neuro-Wissenschaftler und
Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel und den deutschen Neurobiologen
Gerhard Roth ist die moderne Psychoanalyse das schlüssigste Modell des
menschlichen Geistes.
ES ist die Sphäre des Unbewussten,
der Leidenschaften und Lebenstriebe, aber auch der aggressiven und
destruktiven Impulse, die wir normalerweise hinter >Schloss und Riegel<
zu halten, zu verdrängen und zu unterdrücken versuchen.
ICH ist der rationale Steuermann, der
uns tagein tagaus durch die Welt dirigiert, stets abwägend zwischen
inneren Notwendigkeiten und externen Möglichkeiten.
ÜBER-ICH ist das Gewissen, der innere
Richter und Zuchtmeister, der über die Zulässigkeit von Gedanken,
Aussagen, Handlungen, Erlebnissen bestimmt. Über-ICH traktiert uns
bevorzugt mit Schuldgefühlen und Ähnlichem, wenn wir seine
ethisch-moralischen Ansprüche nicht erfüllen.
ICH-IDEAL ist der Ästhetiker, der
Narzisst, der Perfektionist in uns allen. In unserem ICH-IDEAL erleben
wir allerlei Vollkommenheits- und Zukunftsvisionen, die unsere innigsten
Wünsche (auch Produktwünsche) erfüllen.
Wer möchte, kann sich die vier interagierenden Systeme
als leibhaftige Diskussionsrunde vorstellen, in der ein bodenständiger
Manager (ICH), ein strenger Moralapostel (ÜBER-ICH/Gewissen), ein
vollkommenheitsverliebter Narzisst (ICH-IDEAL) und ein hedonistischer
Naturbursche (ES) mal mehr, mal weniger hitzig um die Führungsrolle
ringen.
11. ICH-IDEAL-Satisfactioning treibt den
Markenwert
ICH-IDEAL ist zentraler Ansprechpartner, wenn es darum geht,
den Markenwert zu maximieren. Je besser eine Marke das narzisstische >inside
out< des Konsumenten verkörpert, desto höher kann das Preispremium
ausfallen, das er zu zahlen bereit ist. Den höchsten Wert erzielen
Marken durch konsequentes ICH-IDEAL-Satisfactioning.
12. Die eierlegende Wollmilchsau als
Markenvorstand
Der ideale Brand Value Officer (BVO) ist ein interdisziplinär
geschulter und wissenschaftlich versierter Macher, ein analytischer
Stratege mit Blick und Händchen fürs operative Detail, ein visionärer
Tatmensch, ein stringenter Querdenker, mit einem Wort: er ist ein
Generalspezialist vom Schlage Hans Domizlaffs, der mit harten
betriebswirtschaftlichen Kennziffern ebenso virtuos umzugehen wusste wie
mit der Psychosomatik von Menschen und Marken.
Der BVO ist der >Lord Siegelbewahrer< und >Generalstaatsanwalt< der
Marke. Er sorgt kraft Kompetenz und umfassender Entscheidungsbefugnis
für die Einhaltung und die ICH-IDEALE Evolution der Marken-Identität.
Er behütet die Marke vor Erosionen und anderen Schäden, die aus
kurzfristigen Umsatzfixierungen einzelner Manager oder aus
Eigeninteressen externer Dienstleister (etwa Werbe- und Vkf-Agenturen)
entstehen können.
All das und noch viel mehr Markenförderliches tut er nicht zuletzt
deshalb, weil sein Gehalt an EVA (Economic Value Added) gekoppelt ist,
der ihm aus reinem Eigennutz nahe legt, den Markenwert kontinuierlich zu
steigern und Zukunftschancen konsequent zu nutzen.
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Literaturempfehlungen
Domizlaff, H: Die Gewinnung des öffentlichen Vertrauens. Ein Lehrbuch
der Markentechnik
7. Auflage. Unter dem Patronat der G·E·M Gesellschaft zur Erforschung
des Markenwesens e.V.2005.
Halstenberg, V: Power Brands & Brand Power. Logos Verlag, Berlin 2005.
Halstenberg, V.: Psychopatho-Logik. Kybernetik - Psychoanalyse -
Kunst – Kreativität, Daedalus-Verlag 2003.
http://volkerhalstenberg.blogg.de/
Kandel, E. R.: Psychiatry, Psychoanalysis, and the New Biology of Mind,
2005.
Kandel, E.: Auf der Suche nach dem Gedächtnis: Die Entstehung einer
neuen Wissenschaft des Geistes, Pantheon 2007.
siehe auch
http://werbekommunikation.blogg.de/Werbung
mit Archetypen