|
E-Commerce im Internet
Die Mehrheit der Anwender nutzt das Internet eher, um
sich über Produkte und Einkaufsmöglichkeiten zu informieren, denn darüber
zu bestellen (FirstSurf / Internetshopping Report 98/99). Somit wird das
Internet, zu diesem Ergebnis kam die Studie Online-Monitor der GfK 1999,
noch nicht als Bestell- oder Vertriebsmedium wahrgenommen, denn lediglich
35% der Anwender haben mindestens einmal im Internet ein Produkt bestellt.
Gleiches gilt für die USA, wo für die Anwender, die das Internet regelmäßig
nutzen, der Kauf von Produkten über dieses Medium bislang noch eher die
Ausnahme darstellt. Lediglich 4 Prozent der Online-Aktivitäten werden für
Einkäufe verwendet (Marktbarometer, Electronic Commerce Info NRW 1998).
Der kontinuierlichen Zunahme des Interesses am Kauf über
das Internet liegen nicht nur die darüber verfügbare Möglichkeit der
Verwirklichung eines modernen Lebensgefühls oder die Erwartung, über das
Online-Shopping in den Genuß von Vorteilen zu kommen, die außerhalb des
Netzes nicht greifbar sind, zugrunde. Die Hauptargumente für den Kauf über
das Internet liegen in der Einsparung von Geld und der Verfügbarkeit
eines größeren Angebotes (Marktbarometer, Electronic Commerce Info NRW
1998). Darüber hinaus sind diesbezüglich zutreffende Argumente die Unabhängigkeit
von Ladenöffnungszeiten (81,9%), streßfreies Einkaufen (66,8%),
unkompliziertes Bestellen (62,3%), Zeitersparnis beim Einkauf (65,5%)
sowie die gute Vergleichbarkeit der Preise (52,5%) (WWW-Benutzer-Analyse
W3B, Fittkau & Maaß 1999).
Gründe der Anwender für Online-Shopping
| |
trifft zu |
| Unabhängigkeit von Ladenöffnungszeiten |
81,9% |
| Streßfreier Einkauf |
66,8% |
| Unkomplizierte Bestellmöglichkeit |
62,3% |
| Zeitsparendes Einkaufen |
56,5% |
| Vergleichbarkeit der Preise |
52,5% |
| Quelle: WWW-Benutzer-Analyse W3B, Fittkau &
Maaß 1999 |
Bezüglich der Artikel, die online erworben werden,
zeigt sich eine große Affinität der Anwender gegenüber Produkten wie Bücher,
Software, Musik-CDs und Artikel der Unterhaltungselektronik, was sich auch
positiv auf die Verkaufszahlen niederschlägt, (Das Interesse der
Internetanwender - Zielgruppen im Netz, ComCult Research 1998). 61,7
Prozent der Online-Shopper haben bereits Hard- und Software über das Netz
erworben, 50,0 Prozent Bücher, 32,6 Prozent Musikprodukte, 30,4 Prozent
Kleidung, 21,2 Prozent Reisen und 17,4 Prozent Unterhaltungselektronik. Daß
die Bereitschaft benannte Artikel künftig, vermehrt online zu kaufen
steigen wird, insbesondere Musikprodukte, Reisen und
Unterhaltungselektronik, zeigt sich an den prozentualen Nennungen für die
Kaufbereitschaft im Jahr 1999 von Hard- und Softwareprodukten 71,7
Prozent, Büchern 67,4 Prozent, Musikprodukten 66,5 Prozent, Kleidung 35,2
Prozent, Reisen 65,2 Prozent und Unterhaltungselektronik 38,6 Prozent, (FirstSurf
/ Internetshopping Report 98/99).
In Europa werden die Umsätze im E-Commerce von rund
35,8 Millionen Dollar im Jahr 1997 auf über 8 Milliarden Dollar im Jahr
2004 anwachsen. Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der Internet-Nutzer ähnlich
stark von 9,9 auf 44,9 Millionen ansteigen, so das Ergebnis der Studie
"The European Market for Internet Electronic Commerce" der
internationalen Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Die Analysten
definieren dabei E-Commerce als "kommerzielle Transaktionen, die über
das Internet abgewickelt werden und deren Warenaustausch zeitgleich
stattfindet". Danach stellten Business-Geschäfte mit über 92
Prozent den Löwenanteil aller Geschäfte im E-Commerce dar. Für 2004
erwartet Frost & Sullivan eine veränderte Reihenfolge der wichtigsten
Umsatzträger: Nach den Dienstleistungen im Consumer-Bereich (Reisen,
Finanzdienstleistungen etc.) als unangefochtene Nummer 1 werden dann die
materiellen Güter im Business-Bereich (Bürobedarf, Computer, Software)
stehen, gefolgt von materiellen im Consumer- (etwa Bücher) und
Dienstleistungen im Business-Sektor. (Quelle: Horizont Newsline, 11/98).
Der deutsche Internet-Markt hat 1998 einen Umsatz von über 1,5 Milliarden
DM erzielt. Damit ist er im Vergleich zum Vorjahr um 500 Prozent
gestiegen, so das eco Electronic Commerce Forum. Für die professionelle
Internet-Nutzung werden rund 500 Milliarden Mark ausgegeben, private
Haushalte tragen mit 215 Millionen Mark zum Internet-Boom bei.
Online-Werbung schlägt mit fast 200 Millionen DM zu Buche, das
produzierende Gewerbe mit 113 Millionen und die Reisebranche mit 83
Millionen Mark. (Quelle: Computerwoche, 11/98).
Bei den im Internet vertretenen und bereits agierenden Händlern
und Herstellern wie auch bei jenen Unternehmen, die ein Engagement im
Internet planen, sind die Erwartungen sehr hoch innerhalb der ersten Jahre
aus dem Internetauftritt Profite zu erwirtschaften, und den allseits
prognostizierten Boom zu nutzen, dennoch muß bei realistischer
Betrachtung des Online-Marktes von einer auf die jeweiligen Erwartungen
hemmend wirkenden Überwindung verschiedener Barrieren ausgegangen werden.
Diese Barrieren können technischen, organisatorischen und regulativen
Ursprungs sein. Das Hindernis technischer Natur ist auf den Faktor
Sicherheit (65%), der in absehbarer Zeit, in Folge technologischer
Weiterentwicklung beseitigt sein wird, zurückzuführen. Weiterhin sind
fehlendes Bewußtsein der Unternehmensleitung (30%) und restriktive
gesetzliche Auflagen, die insbesondere bei stark regulierten Märkten den
Einsatz einiger Electronic Commerce Technologien verhindern. (Quelle:
Electronic Commerce Status Quo und Perspektiven, KPMG 1997)
|