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Mensch sein
Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie cool und emotionslos Manager
oft wirken wollen. Manche vergraben im Business ihre zwischenmenschlichen
Gefühle wie Leichen im Keller. Als gäbe es im Berufsleben kein schlimmeres
Vergehen, als sich so zu zeigen, wie man ist.
Während eines Manager-Seminars bat ich einmal um mehr Licht im Raum, damit ich
besser in die Gesichter der Teilnehmer sehen könne. Ab dem Moment hatte ich
Masken vor mir sitzen. Niemand wollte sich in die Karten schauen lassen. Diesen
Managern habe ich schließlich folgendes Feedback gegeben: „Ich fand es
interessant, Ihre Reaktion zu erleben. Was ich beobachtet habe, ist folgendes …
und ich möchte Ihnen, wenn ich darf … auch eine Rückmeldung geben, wie ich mich
dabei gefühlt habe: Ich habe die ganze Zeit nicht gewusst, ob Sie die Sache
hochinteressiert finden oder ob ich Sie womöglich langweile. Ich hätte mir eine
sehr viel deutlichere Reaktion gewünscht. Und ich kann mir gut vorstellen, dass
es Ihren Mitarbeitern genauso geht. Wir Menschen brauchen nämlich Feedback, um
sicher zu sein, dass wir richtig liegen. Sonst halten wir vorsichtshalber den
Ball lieber flach. Deshalb: Zeigen Sie Ihre Gefühle, es wird Ihre Mitarbeiter
und Sie selbst erfolgreicher machen! Und: Danke, dass ich Ihnen das sagen
durfte.“
Wenn ein Vorgesetzter seine Gefühle zeigt, kommt dies einer Einladung an seine
Mitarbeiter gleich, es ihm nachzutun. So erreicht man nicht nur den Kopf,
sondern auch das Herz seiner Leute. Wird hingegen nie über Gefühle gesprochen,
dann verlagern sich etwaige Konflikte im Team schnell auf die Sachebene.
Stundenlang werden dabei Probleme diskutiert, ohne zu einer befriedigenden
Lösung zu kommen. Energieblockaden, Ineffizienz und hohe Zeitverluste sind die
Folge. Bei Besprechungen und Konferenzen ist dies besonders oft zu beobachten.
Emotionslosigkeit macht Menschen hölzern und steif. Hinter einer Maske
distanzierter Kontrolliertheit verbergen sich oft Abgründe von Selbstzweifeln,
Verletztheit und Einsamkeit. Gefühle sind die vermeintliche Achillesferse des
klassischen Managers. Und ja, es stimmt: Gefühle zu zeigen macht verwundbar - es
macht aber auch frei. Erst der bewusste Umgang mit seinen Gefühlen sorgt für
Authentizität und dies wiederum ist die Voraussetzung für Souveränität und
Charisma.
Wer den Mut hat, seine Gefühle auszusprechen, der weckt Sympathie. Und genau auf
diese Weise schafft er es schließlich, zu bewegen und zu überzeugen. Kommen Sie
also raus aus der Black-Box Ihrer fragwürdigen emotionalen Neutralität und
erlauben Sie sich, Gefühle zu zeigen. Man erreicht andere dann am besten, wenn
man von sich selbst etwas preisgibt.
Weitere Infos:
www.kundenfokussierte-unternehmensfuehrung.com
Die Autorin
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Anne
M. Schüller ist Management-Consultant und gilt
als führende Expertin für Loyalitätsmarketing. Über 20 Jahre hat sie in
leitenden Vertriebs- und Marketingpositionen verschiedener
Dienstleistungsunternehmen gearbeitet und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten.
Die Diplom-Betriebswirtin und achtfache Buchautorin gehört zu den besten
Wirtschafts-Speakern im deutschsprachigen Raum. Sie arbeitet als Referentin und
Trainerin und lehrt an mehreren Hochschulen. Zu ihrem Kundenkreis zählt die
Elite der Wirtschaft. |
Kontakt:
www.anneschueller.de
Bibliographie
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