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Arnie
philosophiert....
über Bonusprogramme
und Happy Digits
Arnie
hat sich neulich nach Bonusprogrammen erkundigt. Nicht dass er jetzt
zum großen Shopper mutieren will, vielmehr möchte er die kleinen
und feinen Unterschiede im Einzelhandel verstehen.
Warum
etwas Gutes nicht noch besser machen? Mit dem selben Anspruch hat
sich Herr Thorsten Franz aus dem Hause KARSTADT auf das bestehende
Bonusprogramm gestürzt und konnte Arnies Frauchen und Herrchen dann
am 18. September 2002 mitteilen: Sie können sich jetzt über ein
verbessertes Bonusprogramm freuen! Arnie wollte natürlich wissen,
worin die Verbesserungen denn nun liegen und so haben wir es mal
versucht zu ergründen:
1.
Bonuspunkte versteht jeder. Wirklich jeder. Ist wahrscheinlich viel
zu direkt. Lösung: Neuer Name: Happy Digits - oder zu deutsch:
Glückliche Ziffern. Glückliche Finger oder Zehen wäre auch
möglich, passt aber noch weniger. Das versteht nun nicht jeder
mehr. Sie können ja mal den Test machen: Fragen Sie Ihre Mutter
nach dem Unterschied zwischen Bonuspunkten und Happy Digits. Sie
halten das für ein suboptimales Beispiel? Nein, ist es nicht: Eine
gute Strategie zeichnet sich dadurch aus, dass sie diese Ihrer
verehrten Frau Mutter erklären können.
2.
Damit Sie mit Ihren vielen Bonuspunkten nicht durcheinander kommen,
gibt es jetzt statt Bonuspunkten die Happy Digits. Das dies ist
Denglish ist, bekommen Sie natürlich etwas weniger. Ein klarer
Vorteil: Früher bekam der Kunde Bonuspunkte im Wert von 3 % des
Umsatzes. Was für ein Chaos, man kam ja gar nicht hinterher. Herr
Franz hilft Arnies Frauchen und Herrchen natürlich auch, denn nun
gibt es je 1 Euro Umsatz 1 Happy Digits (Gegenwert 1 Cent) - also
ein ganz klarer Vorteil. Logisch, man macht sich nun viel weniger
Gedanken um die Einlösung der Bonuspunkte.
3.
Für die Kundenbildung tut Herr Franz auch noch etwas. Lesen bildet
ja bekanntermaßen. Wer ist denn nun eigentlich der Ansprechpartner?
KARSTADT ist es nicht (wie bisher). Das Programm Happy Digits wird
von der Customer Advantage Program GmbH betrieben. Nein, das ist
kein angelsächsisches Unternehmen. Die CAP sitzt in Bonn. Ist das
nicht ein schöner Name: Kunde Vorteils Programm GmbH. Nein, dann
doch lieber Customer Advantage Program, klingt irgendwie schicker.
Ach so, ja lesen: Geben Sie doch Ihrer Mutter mal die 2 Seiten AGBs
der CAP zum Lesen.
4. Falls Sie zuwenig Post
bekommen, kann sich dass Dank Happy Digits schnell ändern. Ihre
persönlichen Daten und Ihre Programmdaten (= Daten Ihrer Einkäufe)
können für Beratung, Information und Marketing von den
CAP-Partnerunternehmen ausgewertet und genutzt werden. Arnie meint,
er hat selten eine so schöne Umschreibung für das "zu-müllen-des-Briefkastens-mit-Werbung"
gefunden. Das muss Herr Franz auch gemeint haben, denn er hat in den
AGBs auch hinter Information das Wort "Werbung" in Klammer
setzen lassen, so dass jeder wissen muss, was passieren kann.
Arnie wollte sich aufgrund der
vielen Verbesserungen nun bei Herrn Franz bedanken. Leider enthielt
sein Anschreiben nur die folgenden Angaben zum Absender: Karstadt
Warenhaus AG, Thorsten Franz. Angaben nach § 37a HGB -
Fehlanzeige.
Nun gut meinte Arnie, haben wir
halt das Porto gespart... Vielleicht war ja eine personal customer
response auch nicht erwünscht.
(Oktober
2002) |