Arnie ist das Maskottchen von
themanagement.de - ein neugieriger und manchmal etwas vorlauter
Graupapagei. Deshalb macht er sich auch reichlich Gedanken zu dem,
was um ihn herum geschieht.
An dieser Stelle bekommt Arnie Gelegenheit, seine Gedanken zum
Zeit- und Wirtschaftsgeschehen und zu allem, was ihn sonst noch
bewegt, kundzutun.
Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick auf die Welt aus
Papageiensicht:
Arnie
hatte unlängst Gelegenheit, mit einem Callcenter zu kommunizieren.
Ein Callcenter ist an sich eine gute Sache. Man spricht noch mit
einem richtigen Menschen. Man kann also, so man den Menschen endlich
an der Leitung hat, in gewissem Umfang auf den Gesprächsablauf
Einfluss nehmen. Allerdings bekommt dieser Mensch täglich sehr
viele Anrufe mit sehr vielen verschiedenen Fragen. Deshalb hat man
dem Menschen eine Maschine zur Seite gestellt (sprich: einen
Computer mit Datenbankanbindung), die ihm beim Beantworten der
Fragen hilft. Und da gehen die Probleme auch schon los.
Zunächst stellt sich bei der freundlichen Begrüßung „Sie
sprechen mit dem Callcenter der Firma XY“ die Frage, ob man
wirklich mit dem Callcenter von XY spricht, oder mit einem von XY beauftragten
Callcenter. Der Unterschied könnte unter Umständen darin liegen,
wie gut sich die nette Stimme am Telefon mit möglichen Problemen
der Produkte von XY auskennt.
Arnie hatte also das Problem, dass er plötzlich nicht mehr wie
gewohnt seine Webseite veröffentlichen konnte, sondern eine
ziemlich lange Fehlermeldung bekam. Die Callcenter-Stimme des
Internet-Service-Providers XY hörte sich die gesamte Fehlermeldung
an und schritt zügig zur Behebung:
Callcenter: „Öffnen Sie bitte das Menü soundso und ändern Sie
unter Einstellungen ...“
Arnie: „Ich habe doch gar nichts an den Einstellungen geändert.“
Callcenter: „Also unter Einstellungen muss dasunddas eingestellt
sein.“
Arnie: „Das war aber noch nie so eingestellt und bis gestern hat
alles einwandfrei funktioniert.“
Callcenter: „Es muss aber auf dasunddas eingestellt sein.“
Arnie: „Na gut, ich probiere das jetzt ... Pause ... Funktioniert
nicht. Kann ja auch nicht; ich habe ja an den Einstellungen nichts
geändert und es hat doch immer funktioniert.“
Callcenter: „Dann stellen Sie bitte noch sicher, dass die
Einstellung soundso auf diesunddas eingestellt ist.“
Arnie: „Guter Mann, ich veröffentliche seit einem Jahr jeden
Abend mit genau diesen Einstellungen mein Web und ich habe nichts
daran geändert. Es werden wohl nicht meine Einstellungen sein. Die
Fehlermeldung klingt mehr nach einem Problem auf Ihrem Server.“
Callcenter: „Aber sie müssen dasunddas eingestellt haben.“
Arnie: „Das hatte ich doch aber noch nie. ...“
...
... usw. ....
...
Callcenter: "Bei Problemen mit Frontpage wenden Sie sich bitte
an die Firma Microsoft."
Arnie: "Ich erhalte doch eine Fehlermeldung von Ihrem
Server!?"
Callcenter: "Sie erreichen die Firma Microsoft unter der
Adresse www.mircosoft.de." (Kein Witz!!)
Arnie: "????"
Callcenter: „Also sie müssen dann in den Einstellungen ...“
Arnie: „Sagen Sie mal, lesen Sie das irgendwo ab?“
Callcenter: „hmmm“
Arnie hat jedenfalls festgestellt, dass ein Callcenter eine
hilfreiche Einrichtung sein kann – bei Standardvorgängen
(Bestellung des Produktes 4385 aus dem YZ-Katalog). Wenn jedoch der
fortgeschrittene Computeranwender bei einem Anwendungsproblem nicht
weiter weiß, wird der arme Callcenter-Agent wohl ebenso überfordert
sein – es sei denn, das Problem findet sich per Stichwortsuche in
seiner Datenbank. In dieser Situation wird das Callcenter ganz
unfreiwillig zum wirksamen Gatekeeper auf dem Weg zu dem Experten,
der wirklich helfen könnte. Jeder Telefoncomputer hätte da schon
die Waffen gestreckt und den Anrufer weiterverbunden. Der durch das
Callcenter erhoffte Kundenservice schlägt dann ganz schnell in
Kundenfrustration um. Kunde und Callcenter-Agent sind sich
gegenseitig hilflos ausgeliefert. Dem Agent hat niemand das Wissen
an die Hand gegeben, dem Kunden mit seinem verzwickten Problem
helfen zu können. Trotzdem bekommt er den Frust zu spüren.
P.S. Um der Gerechtigkeit Genüge zu tun: Beim dritten Anruf im
Callcenter des Providers XY erhielt Arnie tatsächlich einen
Hinweis, der zwar nicht ganz stimmte, aber immerhin zur Lösung des
Problems führte.
(März 2001)
Arnie verfolgt interessiert die wirtschaftlichen
Zusammenhänge. Diesen hier findet er besonders faszinierend. Das
muss man sich mal im Schnabel zergehen lassen:
Telekom kauft eine andere Telefongesellschaft. Die Verkäufer dieser
Telefongesellschaft bekommen statt Geld Aktien von der Telekom (Hat
die zu viele davon?). Nun erweist sich diese Neuerwerbung als
Verlustbetrieb. Der Aktienkurs der Telekom fällt dadurch. Wenn aber
der Aktienkurs der Telekom zu niedrig ist, bekommen die Verkäufer
des Verlustbetriebes ja weniger Gegenwert für Ihren Laden. Sie dürfen
also den Kaufpreis nachverhandeln und einen neuen Preis für ihren
Verlustbetrieb verlangen.
Arnie hat mir gestern früh angeboten, seine Möhre (die er ohnehin
nicht besonders mag) gegen eine Minute Streicheleinheiten zu
verkaufen. Gestern Abend sollte das Geschäft abgewickelt werden.
Da war die Möhre aber schon ziemlich welk. Arnie meinte, als frisch
gebackener Besitzer einer Gammelmöhre wäre ich nicht mehr so
attraktiv und er müsste daher als Kaufpreis mindestens eine Minute
Streicheleinheiten und eine Nuss verlangen.
(Februar 2001)
Arnie hat über die Subventionspolitik im
Agrarsektor nachgedacht und hat eine erstaunliche Idee
entwickelt:
Er möchte themanagement.de zum Agrarbetrieb erklären. Dann
bekommen wir Geld für jede neue Webseite, die wir anlegen. Dafür,
dass wir dieser Webseite ein Plätzchen auf dem Server geben, sie
dort hegen und pflegen und weiterentwickeln, bekommen wir wieder
Geld. Falls wir aber zu viele Seiten anlegen und niemand so viele
Seiten ansehen will, bekommen wir noch mal Geld dafür, dass wir sie
wieder löschen! Das Tollste ist, wenn sich überhaupt niemand für
unsere Managementthemen interessiert und unsere Seiten gar nicht
angesehen werden, bekommen wir auch Geld. Wir werden dann
unterstützt, themanagement.de auf ein völlig anderes Thema
umzustellen.
Arnie empfiehlt uns für diesen Fall eindringlich, ein Papageienportal anzulegen. Er hält ein solches Angebot für sehr
wichtig, um die Vielfalt im WWW zu gewährleisten und würde ganz
bestimmt einmal täglich vorbeischauen.
(Februar 2001)